Glauben und Leben
„Zeit der Abgrenzungen ist vorbei“

KREIS STEINFURT -

Wie eine Einheit der Kirchen gelingen kann, zeigte sich beim ökumenischen Neujahrsempfang: weg von Befindlichkeiten und Empfindlichkeiten, den Blick auf die Mitte des Glaubens richten.

Montag, 30.01.2017, 17:01 Uhr

Gesprächspredigt: Kreisdechant Markus Dördelmann (Mitte) und die beiden Superintendenten André Ost (l.). und Joachim Anicker betonten, wie selbstverständlich das gemeinsame Feiern, aber auch, wie groß der Wunsch nach Einheit der beiden Kirchen sei.
Gesprächspredigt: Kreisdechant Markus Dördelmann (Mitte) und die beiden Superintendenten André Ost (l.). und Joachim Anicker betonten, wie selbstverständlich das gemeinsame Feiern, aber auch, wie groß der Wunsch nach Einheit der beiden Kirchen sei. Foto: Gudrun Niewöhner

Als die fast 650 Gäste in der Rheiner Stadthalle aufstanden, sich bei den Händen nahmen und spontan „We walk hand in hand…“ anstimmten, da waren selbst die beiden redseligen Moderatorinnen Ingrid Helmer und Steffi Windhoff für einen Moment sprachlos und gerührt.

Die zweite Strophe des Protestliedes der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung „We shall overcome“ beschrieb an diesem Abend ziemlich genau das, was viele der Anwesenden beim Neujahrsempfang des katholischen Kreisdekanates Steinfurt sowie der beiden evangelischen Kirchenkreise Steinfurt-Coesfeld-Borken und Tecklenburg bewegte. Ihnen allen machte Joachim Anicker, Superintendent des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, Hoffnung: „Die Zeit der Abgrenzungen ist vorbei.“ Deshalb forderte er Katholiken und Protestanten 500 Jahre nach Luthers Reformation auf, gemeinsam Zeichen zu setzen: „Die Welt braucht gerade heute unser christliches Zeugnis.“

Dem Empfang zum Reformationsgedenken war ein ökumenischer Gottesdienst vorausgegangen. Kreisdechant Markus Dördelmann und die beiden Superintendenten André Ost und Joachim Anicker betonten in ihrer Gesprächspredigt, wie selbstverständlich das gemeinsame Feiern, aber auch, wie groß der Wunsch nach Einheit der beiden Kirchen sei. Dördelmann ermutigte die Christen beider Konfessionen „danach zu suchen, was uns zusammenführt“. Dieses, so war der Kreisdechant überzeugt, gelinge, wenn beide Seiten den Blick weg von Befindlichkeiten und Empfindlichkeiten auf die Mitte des Glaubens richteten: „Mit Christus werden wir einen Weg finden.“

Weihbischof Dr. Christoph Hegge nahm den Gedanken auf: „Je mehr wir uns Christus annähern, umso mehr kommen wir auch zusammen.“ Hegge lobte in seinem Grußwort die gelebte Ökumene im Kreis: „Der Einsatz für die Menschen im Namen Jesu eint unsere Kirchen.“ Leitmotiv aller ökumenischen Bemühungen sei die Sehnsucht nach Einheit. Der Weihbischof hob besonders die Kooperationen im Bereich der Kindertagesstätten, der Flüchtlingsarbeit und der „Tafeln“ hervor. Für das große soziale Engagement beider Kirchen bedankte sich auch Landrat Dr. Klaus Effing.

Nach so vielen nachdenklichen Worten wurde es im zweiten Teil heiter. Die Kabarettistinnen Ingrid Helmer und Steffi Windhoff führten auf charmante Weise durch eine „Ökumenische Revue“. Beim Bibelquiz und bei diversen Gesangseinlagen bewiesen sie ihre vielseitigen Talente. Dass die eigens für den Neujahrsempfang gegründete Luther-Band nur aus Katholiken bestand, blieb nicht unerwähnt. Unterstützt wurden sie von Haupt- und Ehrenamtlichen aus den evangelischen und katholischen Pfarreien. Kirchenmusikdirektor Christian Schauerte setzte mit seinem Jazztrio Akzente.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten der Motettenchor aus Lengerich und der Kreisposaunenchor des Kirchenkreises Tecklenburg übernommen.

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