Pflege und Landwirtschaft
„Das Thema geht alle etwas an“

KREIS STEINFURT -

Das Thema geht alle etwas an. Der Kreislandfrauenverband Steinfurt-Tecklenburger Land (WLLV) beschäftigte sich jetzt ausführlich mit dem Thema „Pflege“. Ein Forum dazu fand am Montag im Martin-Luther-Haus statt.

Mittwoch, 15.03.2017, 16:03 Uhr

Karl-Josef Laumann zeigte sich offen für neue Ideen – im Gespräch mit den Landfrauen.
Karl-Josef Laumann zeigte sich offen für neue Ideen – im Gespräch mit den Landfrauen. Foto: Marlies Grüter

Im hohen Alter, nach Unfällen oder im Krankheitsfall auf fremde Hilfe angewiesen zu sein – das wünscht sich niemand. Vielleicht werden deshalb alle Themen rund um die (häusliche) Pflege gerne ausgeblendet? Der Kreislandfrauenverband Steinfurt-Tecklenburger Land (WLLV) holte das Thema auf die Tagesordnung beim WLLV-Pflegeforum am Montag im Martin-Luther-Haus in Steinfurt . „Pflege ist ein wichtiges Thema auch und gerade im ländlichen Raum“, sind sich die Organisatorinnen des WLLV-Kreisvorstandes sicher und bewiesen bei der Auswahl der Referenten eine glückliche Hand.

Die Neuerungen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes und den veränderten Pflegebedürftigkeitsbegriff stellte Karl-Josef Laumann , Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigter für Pflege, in den Mittelpunkt seines Referates. „Pflegebedürftigkeit ist kein schöner Lebensabschnitt, deshalb ist gerade hier die Würde von größter Bedeutung“, so Laumann.

Rund zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden derzeit in ihrem häuslichen Umfeld versorgt. Da seien Familienangehörige, Freunde und Nachbarn eingebunden, so Laumann. Vielfache Hilfen und Unterstützungen geben ambulante Pflegedienste. Jeder Pflegebedürftige entscheide selbst, welche Betreuung für ihn die Richtige sei. „Es ist klug, so zu leben, dass man im Alter noch ein paar Leute hat, die einem wohl gesonnen sind“, schilderte Laumann und appellierte an die rund 30 anwesenden Landfrauen, frühzeitig vorzusorgen und sich umfassend zu informieren.

Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung und Testament – welche Beratungshilfen und Ansprechpartner es im Kreis Steinfurt gibt, um gut vorzusorgen oder im Bedarfsfall konkret Hilfen zu erhalten, legte Ute Middendorp (Sozialpädagogin beim skf Ibbenbüren) dar und reicherte ihren Vortrag mit vielen Beispielen aus der Praxis an.

Praktisch wurde es auch beim Auftritt von Rahel Kurpat, Die Theaterpädagogin aus Münster hat sich mit dem Theater art+weise auf die Theater- und Kulturarbeit mit Hochaltrigen und Menschen mit Demenz spezialisiert. Sehr interessiert hörten die Landfrauen insbesondere ihren Bericht über das Projekt „Eine Woche auf dem Land“.

Wie wohl sich ältere Menschen auch mit Demenzerkrankungen in ländlicher Umgebung fühlen, konnten die Teilnehmerinnen des Pflegeforums bei einem Besuch der ambulant betreuten Wohngruppe auf dem Hof Lünnemann in Steinfurt erleben. Elke Spiegelberg, Pflegedienstleiterin der Sozialstation des Betriebshilfsdienstes (BHD), informierte die Landfrauen über die Auswirkungen und die praktische Umsetzung der neuen Gesetze in den verschiedenen Betreuungseinrichtungen. „Eine rundum gelungene Veranstaltung“, resümierten die Landfrauen. „Das Thema Pflege geht uns alle an.“

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