Serie: Beratungsangebot der Steinfurter Kreisverwaltung
Nur meckern, funktioniert nicht

KREIS STEINFURT -

Mit Beginn des Schuljahres tauchen alte Probleme wieder auf. Der Unterrichtsstart ist bei manchem Schüler mit Lustlosigkeit verbunden. „Die Motivationsprobleme sind ganz unterschiedlich. Schlechte Noten, Überforderung und Mobbing können Gründe sein, die zur Null-Bock-Haltung, zu Bauchweh oder auch Schulverweigerung führen“, erklärt Paul Mangel, seit neun Jahren Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Steinfurt.

Freitag, 13.10.2017, 14:10 Uhr

Überforderung und Mobbing gehören zu den Ursachen, die zur Null-Bock-Haltung, zu Bauchweh oder auch Schulverweigerung führen können. Die Schulpsychologische Beratung hilft, Lösungen für vergleichbare Probleme zu finden.
Überforderung und Mobbing gehören zu den Ursachen, die zur Null-Bock-Haltung, zu Bauchweh oder auch Schulverweigerung führen können. Die Schulpsychologische Beratung hilft, Lösungen für vergleichbare Probleme zu finden. Foto: colourbox

Mit Beginn des Schuljahres tauchen alte Probleme wieder auf. Der Unterrichtsstart ist bei manchem Schüler mit Lustlosigkeit verbunden. „Die Motivationsprobleme sind ganz unterschiedlich. Schlechte Noten, Überforderung und Mobbing können Gründe sein, die zur Null-Bock-Haltung, zu Bauchweh oder auch Schulverweigerung führen“, erklärt Paul Mangel , seit neun Jahren Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Steinfurt. „Schüler werden nicht zum Schwänzer, weil sie keine Lust haben. Schüler vermeiden unangenehme Situationen, zum Beispiel Peinlichkeiten im Sportunterricht. Sie wollen sich nicht zum Gespött machen.“

Meistens sind es Eltern oder Lehrer, die in solchen Fällen Kontakt zur Schulberatungsstelle aufnehmen. Insgesamt rund 400 Fälle betreuen die neun Schulpsychologinnen und der Leiter selbst im Jahr.

„Jugendliche, die nicht mehr regelmäßig in die Schule gehen, sind deutlich mehr geworden“, beschreibt Mangel die Entwicklung der vergangenen Jahre im Kreis. Diese Schulverweigerer für den Schulbesuch zu motivieren, sei gemeinsame Aufgabe von Eltern und Lehrern

. „Jeder muss in solch einem Fall Verantwortung übernehmen“, sagt Mangel. „Es geht darum, geeignete Maßnahmen zu finden, die es Lehrern möglich machen, mit dem Kind zu arbeiten. Es muss geklärt werden, wer was tut.“

Sich die Zeit nehmen, das Problem zu besprechen, Verständnis zeigen und Konsequenzen klarmachen, das sei Aufgabe der Eltern, sagt der Schulpsychologe: „Eltern müssen offensiv auf ihre Kinder zugehen, eine deutliche Botschaft überbringen und ein deutliches Signal setzen: Wir werden gemeinsam eine Lösung finden und wir werden dich unterstützen. Wir werden aber nicht akzeptieren, dass du den Unterricht schwänzt.“ Nur meckern, funktioniere nicht. Sie fühlten sich dann nicht verstanden. „Dieses Unverständnis ruft nur ein starkes Gefühl hervor: Du nervst! Das ist Anlass für die Schüler sich immer mehr zurückzuziehen.“

Ist die Situation zu Hause geklärt und das Problem erkannt, könnten auch die Lehrer entsprechend reagieren.

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