Führungsduo der Kreishandwerkerschaft zu Selbstverständnis und Aufgaben
Ehrenamt mit Schlüsselfunktion

Kreis Steinfurt -

In den einschlägigen Gremien sind die beiden schon alte Hasen. So übernehmen Heinz-Bernd Lohmann (52) aus Everswinkel und Thomas Bäumer (54) aus Ibbenbüren bereits seit vielen Jahren in ihren Innungen im Tischler- beziehungsweise Kfz-Handwerk Verantwortung als Obermeister. Und dennoch geben sie dem Handwerk seit ein paar Monaten nochmals ein neues Gesicht.

Dienstag, 17.10.2017, 14:10 Uhr

Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann (l.) und sein Stellvertreter Thomas Bäumer stellen sich den Herausforderungen des Handwerks.
Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann (l.) und sein Stellvertreter Thomas Bäumer stellen sich den Herausforderungen des Handwerks. Foto: Kreishandwerkerschaft/Konermann

In den einschlägigen Gremien sind die beiden schon alte Hasen. So übernehmen Heinz-Bernd Lohmann (52) aus Everswinkel und Thomas Bäumer (54) aus Ibbenbüren bereits seit vielen Jahren in ihren Innungen im Tischler- beziehungsweise Kfz-Handwerk Verantwortung als Obermeister. Und dennoch geben sie dem Handwerk seit ein paar Monaten nochmals ein neues Gesicht: Seit Ende Juni ist Heinz-Bernd Lohmann neuer Kreishandwerksmeister im Bereich der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf. Er hat die Nachfolge von Erika Wahlbrink angetreten. Schwerpunktmäßig im Kreis Steinfurt steht ihm Thomas Bäumer als Stellvertreter zur Seite, im Kreis Warendorf ist es Dachdecker-Obermeister Thomas Scheiwe.

„Als Handwerksorganisation müssen wir wahrgenommen werden“, nennt Lohmann die Herausforderung der Zeit. Und das auf vielen Gebieten: von Jugendlichen, um sie für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern, von Unternehmen, um sie zur Mitgliedschaft in den Innungen zu bewegen, damit deren Interessen in dem Wirtschafts- und Arbeitgeberverband wirkungsvoll vertreten werden können, von der Politik, damit diese die Rahmenbedingungen für Handwerksunternehmen verbessert.

„Als Kreishandwerkerschaft insgesamt können wir die Betriebe und Innungen unterstützen. Wir können unseren Einfluss auf die Politik geltend machen und uns zum Beispiel für eine gleichwertige finanzielle Ausstattung von beruflicher und schulischer Bildung oder dem Abbau von Reglementierungen stark machen“, nennt Lohmann Aufgaben des neuen Führungsteams.

Dem Ehrenamt kommt in der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf eine Schlüsselfunktion zu. „Letztlich entscheiden wir zum Beispiel über den Haushalt oder die wichtigsten Personalien in der Verwaltung“, erklärt Bäumer. Dabei ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der hauptamtlichen Verwaltung unerlässlich. „Am besten läuft so ein Laden, wenn man gut zusammenarbeitet“, sagt Lohmann mit einem Augenzwinkern. Und attestiert der hauptamtlichen Führungsriege der Kreishandwerkerschaft in den Kreisen Steinfurt und Warendorf sogleich beste Qualität.

Dass sich eine Mitgliedschaft in einer Handwerksinnung auch im 21. Jahrhundert für die Betriebe lohnt, davon sind Bäumer und Lohmann überzeugt. „Die Anforderungen an die Unternehmen sind heute unheimlich hoch. Es gibt unzählige Vorschriften und rechtliche Rahmenbedingungen“, sagt Bäumer. Die Innungen informieren über Neuerungen und helfen den Betriebe, den Überblick zu behalten und unterstützen sie in rechtlichen und tariflichen Angelegenheiten. „Insgesamt sind wir mit dem Organisationsgrad der Handwerksbetriebe zufrieden“, so Lohmann. „Aber es ist wichtig, dass wir zum Beispiel bei Betriebsübergaben auch die nachfolgende Generation von der Bedeutung der Innungsarbeit überzeugen“, fügt der Kreishandwerksmeister an.

In Sachen Nachwuchswerbung sieht Lohmann auch die Betriebe in der Pflicht. „Als KH können wir nur die Rahmenbedingungen schaffen. Die Betriebe können aber ganz konkret zum Beispiel in die Schulen vor Ort gehen und ihre Arbeit vorstellen, denn das persönliche Kennenlernen ist ganz entscheidend“, sagt er.

Welche Vorzüge eine Tätigkeit in den Betrieben der Region bietet, wissen die beiden Kreishandwerksmeister nur zu gut. „Die Ansprechbarkeit ist höher: Ich habe im Handwerk eine Nähe auch zu den Führungskräften und Verantwortlichen, die es woanders so kaum gibt. Die Betriebe pflegen einen engen, oftmals familiären Kontakt zu ihren Mitarbeitern. Das macht einfach Spaß“, meint Lohmann.

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