Serie: Ausbildungsberufe
Arbeit gibt Selbstbewusstsein

Kreis Steinfurt -

In unserer Serie Ausbildungsberufe stellen wir diesmal Peter Averbeck vor. Der Nordwalder erlernt den Beruf des Feinwerkmechanikers.

Donnerstag, 14.12.2017, 09:12 Uhr

Peter Averbeck  (r.) arbeitet gerne an der CNC-Maschine. Ausbilder Andreas Fischer gibt Hilfestellungen.
Peter Averbeck  (r.) arbeitet gerne an der CNC-Maschine. Ausbilder Andreas Fischer gibt Hilfestellungen. Foto: Kreishandwerkerschaft

In seiner ehemaligen Realschulklasse war Peter Averbeck eine echte Ausnahme. „Aus meiner Klasse haben vielleicht drei oder vier sofort nach dem Schulabschluss eine Ausbildung angefangen. Die meisten wussten nicht, was sie machen wollten und haben sich dann zum Beispiel fürs Fachabitur entschieden“, erzählt der 18-Jährige aus Nordwalde. Für ihn hat inzwischen das vierte und letzte Ausbildungsjahr zum Feinwerkmechaniker begonnen. Bei der Laubinger + Rickmann GmbH in Nordwalde erlernt er den Beruf von der Pike auf.

Seine Entscheidung, von der Realschule in den Betrieb zu gehen, hat Averbeck nicht bereut. „Durch Arbeit wird man selbstbewusster. Und man gewinnt ein anderes Verhältnis zum Geld“, sagt er. Dass der ein oder andere Mitschüler noch immer ohne berufliche Ziele unterwegs ist, darüber kann der junge Mann nur den Kopf schütteln.

Durch ein Praktikum kam er zu seinem Ausbildungsbetrieb, der sich auf Sondermaschinenbau spezialisiert hat. „Die Firma hat einen guten Ruf“, bescheinigt er seinem Arbeitgeber. Dass sowohl sein Vater als auch sein Großvater in der Metall-Branche zu Hause sind, habe seine Entscheidung natürlich begünstigt. Was ihn am Berufsbild Feinwerkmechaniker gereizt hat? „Dass es so sehr auf Genauigkeit ankommt und dass man aus einem sehr groben Material fast alles herstellen kann.“ Außerdem interessierte ihn die CNC-Technik. Dabei fing auch sein Ausbildungsverhältnis mit einfacheren Tätigkeiten an. „Am Anfang wird viel gesägt, gebohrt, gefräst. Und jetzt stehe ich an der CNC-Maschine – das macht richtig Spaß.“

Andreas Fischer , Ausbilder im Bereich Zerspanung und zuständig für die Arbeitsvorbereitung, weiß, dass es vielen jungen Menschen schwerfällt, direkt nach der Schule in den Beruf zu wechseln. Manch ein junger Mensch verschwende aber durch Schulbesuche aus einer gewissen Ratlosigkeit heraus wertvolle Jahre. Das Unternehmen Laubinger + Rickmann versucht, jungen Menschen besondere Angebote zu unterbreiten. „Wir haben zum Beispiel einen Azubi, der ein duales System gewählt hat: Ausbildung und Studium“, sagt er. Es werde zunehmend schwieriger, qualifizierte junge Menschen nach der Ausbildung an den Betrieb zu binden, räumt Fischer ein.

Dennoch kann der Ausbilder jungen Menschen nur raten, mit einer beruflichen Ausbildung ein Fundament zu legen. „Wer vor dem Studium eine Ausbildung absolviert hat, hat später bessere Karten auf dem Arbeitsmarkt“, so Fischer. „Wir merken das deutlich bei uns in der Konstruktionsabteilung: Wer aus der Praxis kommt, weiß einfach, worum es geht.“

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