Fachtag zur Gesundheitsversorgung
Fachkräftemangel ist absehbar

Wettringen/Kreis Steinfurt -

Die CDU des Kreises hatte zu einem wichtigen Thema eingeladen. Wie ist es um die Gesundheitsversorgung im Kreis bestellt - aktuell und in der Zukunft. Namhafte Experten waren vor Ort in Wettringen.

Freitag, 26.01.2018, 16:01 Uhr

Rund 300 Interessenten waren zum Fachtag zur Gesundheitsversorgung im Kreis auf Einladung der CDU in die Bürgerhalle nach Wettringen gekommen. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (kl. Bild) skizzierte die Situation.
Rund 300 Interessenten waren zum Fachtag zur Gesundheitsversorgung im Kreis auf Einladung der CDU in die Bürgerhalle nach Wettringen gekommen. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (kl. Bild) skizzierte die Situation. Foto: Wolfgang Attermeyer

Die üblichen Prognosen der Gesundheitsversorgung im Land sind pessimistisch. Bei einer Fachtagung am Donnerstag in der Bürgerhalle Wettringen, zu der die Kreis-CDU unter Vorsitz von NRW-Ministerin Christina Schulze Föcking eingeladen hatte, erfuhren rund 300 Interessierte – darunter Ärzte, Bürgermeister, Mitarbeiter aus Pflegeberufen – viel über die aktuelle und künftige medizinische Versorgung im Kreis Steinfurt. Das Podium war hochrangig besetzt, allen voran sprach NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ( CDU ) über die Initiativen von Bund und Land zur medizinischen Versorgung im ländlichen Bereich.

  Foto: Wolfgang Attermeyer

Er zeichnete ein düsteres Bild, da „einfach zu wenig Ärzte ausgebildet werden. Auf die hohe Zahl der Allgemeinmediziner, die bald in den Ruhestand gehen, ist nicht reagiert worden“, warf er der Vorgängerregierung vor.

Die neue Landesregierung wolle mit einem Maßnahmenkatalog reagieren – mit neuen Professuren für Allgemeinmedizin, mehr Geld für die Medizinerausbildung, mehr Studienplätzen in Medizin. „Wenn wir die nächsten zehn Jahre nicht vernünftig überbrücken, läuft das Gesundheitssystem in eine Katastrophe.“

Nicht ganz so dramatisch sah das Ansgar von der Osten von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Er konstatierte er eine „überdurchschnittlich gute Versorgungslage“ im Kreis. Sorge bereite ihm aber die Altersstruktur der Vertragsärzte. „Es besteht erheblicher Nachwuchsbedarf vor allem in der hausärztlichen Versorgung.“ Bemühungen zur Sicherung des Nachwuchses hätten im Kreis Steinfurt vergleichsweise gute Erfolgsaussichten, im Wettbewerb um junge Ärzte stehe er in einer „guten Ausgangsposition“.

Daran arbeitet auch das Kreisgesundheitsamt – mit einem „Gesundheitslotsen“ im Kreishaus, einem Kreis-Stipendium für Medizinstudenten und mit einem „Runden Tisch“. Damit wolle der Kreis dem Hausärztemangel begegnen, sagte Detlef Schmeer vom Kreisgesundheitsamt. Abgesehen von diesem Problem sei der Kreis Steinfurt trotz der umstrittenen Schließung des Emsdettener Marienhospitals mit sieben Krankenhäusern und 2056 Betten „sehr gut aufgestellt und auf einem hohen medizinischen Standard“.

Eine Lanze für die Pflegeberufe brachen Landrat Klaus Effing, Petra Berger (Caritas) und Andreas Holtmann (Schule für Pflegeberufe).

Mit Blick auf Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur kündige sich ein enormer Fachkräftemangel im Pflegebereich an. Im Jahr 2030 fehlen demnach mindestens 1000 Fachkräfte – allein im Kreis Steinfurt.

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