Jobcenter und Arbeitsagentur ziehen Bilanz 2017
Der Beschäftigungsboom hält an

Kreis Steinfurt -

„Die Situation am Arbeitsmarkt ist so gut wie lange nicht.“ Dieses Fazit ziehen Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine, Tilman Fuchs, Sozialdezernent des Kreises Steinfurt, und Thomas Ostholthoff, Vorstand des Jobcenter Kreis Steinfurt, für 2017. Die Zahl der Arbeitslosen hat im Jahresdurchschnitt bei 11 093 gelegen – so niedrig wie vor neun Jahren.

Dienstag, 13.02.2018, 15:02 Uhr

Die Arbeitsmarktexperten rechnen damit, dass die Arbeitskräftenachfrage auch in diesem Jahr auf hohem Niveau bleibt. Insbesondere in der Logistikbranche wird mit großen Zuwächsen gerechnet.
Die Arbeitsmarktexperten rechnen damit, dass die Arbeitskräftenachfrage auch in diesem Jahr auf hohem Niveau bleibt. Insbesondere in der Logistikbranche wird mit großen Zuwächsen gerechnet.

„Die Situation am Arbeitsmarkt ist so gut wie lange nicht.“ Dieses Fazit ziehen Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine, Tilman Fuchs , Sozialdezernent des Kreises Steinfurt, und Thomas Ostholthoff, Vorstand des Jobcenter Kreis Steinfurt, für 2017. Die Zahl der Arbeitslosen hat im Jahresdurchschnitt bei 11 093 gelegen – so niedrig wie vor neun Jahren. Entsprechend ist die Arbeitslosenquote: 4,5 Prozent. Ein Wert, der zuletzt vor fünf Jahren erreicht worden ist. Und eine weitere Rekordzahl können die Experten für das zurückliegende Jahr vermelden: Mehr als 155 000 Menschen im Kreis haben eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. „Der Beschäftigungsboom hält an“, betont Zwilling.

Die Arbeitsmarktentwicklung hat, so teilen die Beteiligten mit, beide Rechtskreise betroffen. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, der von der Agentur für Arbeit betreut wird, lag die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2017 bei 1,4 Prozent und damit auf einem historischen Tief. Im Schnitt betreuten die Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit Rheine im vergangenen Jahr 3564 arbeitslose Männer und Frauen. Im Bereich des Jobcenters (Grundsicherung für Arbeitssuchende) fiel die jahresdurchschnittliche Quote in 2017 um 0,2 auf drei Prozentpunkte. Die Zahl der arbeitslosen Menschen betrug im Jahresdurchschnitt 7529.

„Wir konnten über 4500 Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren“, so Thomas Ostholthoff, Vorstand des Jobcenters. Mit einer Integrationsquote von über 27 Prozent belege es einen Spitzenplatz in NRW.

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hatten im vergangenen Jahr Jugendliche und junge Erwachsene. Die Jugendarbeitslosigkeit sank im Jahresdurchschnitt von 1534 Betroffenen in 2016 auf 1506 in 2017. „Viele Arbeitgeber in der Region haben die Auswirkungen der demografischen Entwicklung im Blick und sorgen vor. Sie bieten jungen Nachwuchskräften eine berufliche Zukunft und sichern sich so gleichzeitig ihren Fachkräftebedarf“, erläutert Zwilling.

Neben den positiven Entwicklungen blieben aber auch Herausforderungen. Nach wir vor haben es schwerbehinderte Menschen am Arbeitsmarkt häufig schwer. Während in 2017 die Arbeitslosigkeit insgesamt um 3,2 Prozent sank, lag der Rückgang bei schwerbehinderten Arbeitslosen nur bei 0,7 Prozent.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist in 2017 trotz der insgesamt guten Entwicklung verhalten gestiegen und lag im Jahresdurchschnitt bei 12 182. Das sind rund vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Im abgelaufenen Jahr sind insgesamt 2288 Personen aus dem Asylbereich in die Grundsicherung übergetreten. Dementsprechend ist auch die Zahl der Regelleistungsbezieher im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent auf durchschnittlich 24 307 Personen angewachsen. „Bei näherer Betrachtung der Struktur der Bedarfsgemeinschaften fällt auf, dass wir den Altbestand deutlich verringern konnten“, so der Jobcentervorstand Ostholthoff.

Die Arbeitsagentur und das Jobcenter Kreis Steinfurt unterstützen geflüchtete Menschen mit umfassenden Qualifizierungen. „Es gibt weiterhin einen großen Bedarf an Alphabetisierungs-, Integrations- und Deutschkursen“, betont Ostholthoff. Das Jobcenter hat im vergangenen Jahr 520 Geflüchtete in Arbeit und Ausbildung vermittelt. Die Agentur für Arbeit, die geflüchtete Menschen nur für den kurzen Zeitraum bis zur Entscheidung über den Asylantrag betreut, vermittelte rund 250 Personen. Für 2018 rechnen die Experten mit rund 700 Personen, die auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen werden.

Reiner Zwilling ist überzeugt, dass die Arbeitskräftenachfrage im Kreis Steinfurt auch in 2018 auf einem hohen Niveau bleibt. „Daher werden wir auch im aktuellen Jahr eng mit den Unternehmen in der Region zusammenarbeiten und sie bei der Suche nach passenden Mitarbeitern oder bei Qualifizierungen ihres Personals zu unterstützen“.

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