18-jähriger Flüchtling findet neue Heimat und Ausbildung
Von Afghanistan ins Klostercafé Gravenhorst

Kreis Steinfurt -

Shah Mahmood Ahmadzai ist 18 Jahre alt. Vor zwei Jahren hat sich der junge Mann auf den Weg von Afghanistan nach Deutschland gemacht unter anderem den Iran, die Türkei und Griechenland durchquert – fast ausschließlich zu Fuß. Nun steht er in der Küche des Cafés im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst des Kreises Steinfurt neben Betriebsleiter Martin Laubrock und schwenkt die Pfanne.

Dienstag, 06.03.2018, 15:03 Uhr

Shah Mahmood Ahmadzai (l.) lernt in der Küche des Cafés im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst des Kreises Steinfurt von Betriebsleiter Martin Laubrock (r.).
Shah Mahmood Ahmadzai (l.) lernt in der Küche des Cafés im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst des Kreises Steinfurt von Betriebsleiter Martin Laubrock (r.). Foto: Kreis Steinfurt

Shah Mahmood Ahmadzai ist 18 Jahre alt. Vor zwei Jahren hat sich der junge Mann auf den Weg von Afghanistan nach Deutschland gemacht unter anderem den Iran, die Türkei und Griechenland durchquert – fast ausschließlich zu Fuß. Über zwei Monate hat es so gedauert, bis er schließlich Dortmund erreichte. Über eine Zwischenstation in Recke ist Ahmadzai letztendlich in einer Wohngruppe der Evangelischen Jugendhilfe in Hörstel untergekommen. Nun steht er in der Küche des Cafés im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst des Kreises Steinfurt neben Betriebsleiter Martin Laubrock und schwenkt die Pfanne.

Im September hat der Afghane seine zweijährige Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe im Klostercafé angetreten, Und das macht ihm sichtlich Spaß. „Ich fühle mich hier sehr wohl und habe zum Beispiel schon gelernt, welche Schneidetechniken es gibt und worauf man beim Kochen besonders achten sollte“, erzählt der 18-Jährige, der die festen Kräfte und die Aushilfen des Betriebes unterstützt.

Nachdem Ahmadzai als Klassenbester den Hauptschulabschluss in der internationalen Klasse der Kaufmännischen Schulen Tecklenburger Land des Kreises Steinfurt erreicht hatte, absolvierte er zunächst ein dreiwöchiges Praktikum im Klostercafé. Auf Anregung von Ahmadzais Betreuer von der Evangelischen Jugendhilfe richtete die WertArbeit Steinfurt, das Sozialunternehmen des Kreises, im Anschluss daran den Ausbildungsplatz ein. „Das ist schon etwas Besonderes, weil wir zum ersten Mal diese Stelle anbieten. Shah wendet hier die deutsche Sprache an, wird in einen funktionierenden Betrieb integriert und entwickelt sich auch persönlich weiter. Davon können beide Seiten nur profitieren“, erklärt Küchenmeister Martin Laubrock.

 Wenn sich Ahmadzai im August 2019 offiziell Fachkraft im Gastgewerbe nennen darf, möchte er gerne weiterhin im Gastronomiesektor tätig sein. „Er könnte dann auch noch die Ausbildung zum Koch anschließen“, gibt Laubrock einen Einblick in die mögliche Zukunft des Afghanen.

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