Nachhaltige Ernährung
„Vom Beet in den Mund“ gestartet

KREIS STEINFURT -

Immer mehr Kinder und Erwachsene sind zu dick. Einer der Hauptgründe ist eine falsche Ernährung. Zurück zu den Wurzeln geht jetzt das Leader-Projekt „Vom Beet in den Mund“ des Infokreises Landfrauen Steinfurt/Tecklenburger Land. Es will schon Kindergartenkinder an frische und natürliche Nahrung heranführen – durch eigenes Pflanzen, Pflegen und Ernten von Kartoffeln, Möhren, Petersilie und Co. Ein tolles Projekt, das zum Start in Emsdetten auch hohen Besuch aus Berlin bekam.

Donnerstag, 03.05.2018, 17:05 Uhr

Bundes-Bildungsministerin Anja Karliczek hilft den beiden Kumpels Jano und Leonard (r.) beim Bepflanzen des Hochbeetes.
Bundes-Bildungsministerin Anja Karliczek hilft den beiden Kumpels Jano und Leonard (r.) beim Bepflanzen des Hochbeetes. Foto: Peter Sauer

Voller Tatendrang greifen Jano und Leonard im Emanuel-von-Ketteler-Kindergarten zu Saat-Kartoffeln, Handharken und Gießkännchen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek stülpt sich die pinken Handschuhe über und hilft den Fünfjährigen – denn die beiden sind die ersten Gärtner des ersten Hochbeetes des Leader-Projektes „Vom Beet in den Mund“.

Ihr Emsdettener Kindergarten ist der erste von 50 Kindergärten im Kreis Steinfurt, in dem jetzt Hochbeete (auf Höhe der Kinder) aufgestellt werden. Mit diesem Projekt will der Infokreis Landfrauen Steinfurt/Tecklenburger Land einen Beitrag zur Umwelterziehung leisten und den Kindern nachhaltige Kenntnisse zur gesunden Ernährung vermitteln. 30 000 Euro werden vom Projektträger LAG Steinfurter Land e.V. zur Verfügung gestellt.

Die Kindergärten erhalten neben den Hochbeetkisten, die oben mit Erde und unten offen mit Kiesschichten und engmaschigem Draht bestückt sind, damit Gieß- und Regenwasser abfließen können, auch Gartenwerkzeuge, Pflanzengut (Obst, Gemüse, Kräuter) und Küchengeräte, um die Ernte zu verarbeiten.

„Vom Beet in den Mund“ - Start: Sie helfen den Kindern beim Einpflanzen: (v.l.) Margret Leifker (Infokreis der Landfrauen), Christine Heitkötter (Leiterin des Emanuel-von-Ketteler-Kindergarten Emsdetten, 3.v.l.), Bildungsministerin Anja Karliczek (4.v.l.), Horst Schöpper und Ulrich Ahlke (Kreis Steinfurt, Leiter Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit); Robert Wenking. (Vorsitzender Leader-Projekt Kreis Steinfurt), Anita Raing (1. Vorsitzende des Infokreises der Landfrauen) und weitere Projektbeteiligte.

„Vom Beet in den Mund“ - Start: Sie helfen den Kindern beim Einpflanzen: (v.l.) Margret Leifker (Infokreis der Landfrauen), Christine Heitkötter (Leiterin des Emanuel-von-Ketteler-Kindergarten Emsdetten, 3.v.l.), Bildungsministerin Anja Karliczek (4.v.l.), Horst Schöpper und Ulrich Ahlke (Kreis Steinfurt, Leiter Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit); Robert Wenking. (Vorsitzender Leader-Projekt Kreis Steinfurt), Anita Raing (1. Vorsitzende des Infokreises der Landfrauen) und weitere Projektbeteiligte. Foto: Peter Sauer

Eine bunte Broschüre der Landfrauen erläutert den Kindern, was in welchem Monat gepflanzt wird, damit es gut wächst und gedeiht und fügt Rezepte bei. Die Kinder sollen zwischendurch auch sehen, fühlen, riechen und schmecken. Und da gesunde Ernährung viel mit Bildung zu tun hat, so Ulrich Ahlke (Leiter des Amtes für Klimaschutz beim Kreis), war am Donnerstag auch Bundes-Bildungsministerin Anja Karliczek mit von der Partie.

Sie steht lila Kühen ebenso kritisch gegenüber wie einem Primat der Digitalisierung und einer sich zu schnell verändernden Gesellschaft: „Es ist leider nicht mehr so, das Kinder erleben, das jeden Mittag zu Hause gekocht wird und alle für das Essen mitschnibbeln. Bei vielen Kindern geht es in der Küche nur noch ums Konsumieren.“

Jano und Leonard bekamen zum Dank fürs ihre Arbeit am Hochbeet einen leckeren Smoothie. Bald können sie diesen aus eigener Ernte am Kindergarten-Hochbeet herstellen.

Jano und Leonard bekamen zum Dank fürs ihre Arbeit am Hochbeet einen leckeren Smoothie. Bald können sie diesen aus eigener Ernte am Kindergarten-Hochbeet herstellen. Foto: Peter Sauer

Deshalb lobt Karliczek das Projekt der Landfrauen sehr. Gerade weil sie nicht nach Jahren falscher Ernährung viel zu spät im Leben „reparierend“ eingreifen will, sondern lieber schon den Kindern gesunde Ernährung schmackhaft machen will. „Es sind ja gerade die Gewohnheiten aus den Kindertagen, die sich später nicht so schnell verändern lassen.“

So setzt auch Anita Raing, Vorsitzende des Infokreis Landfrauen, darauf, das die Kinder Freunden und Eltern „Vom Beet in den Mund“ schmackhaft machen.

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