Podiumsdiskussion der CDU Kreis Steinfurt mit NRW-Ministerin Yvonne Gebauer
Schulpolitik sorgt für Dampf im Kessel

Kreis Steinfurt -

Dass „mächtig Dampf im Kessel“ ist, wie Christina Schulze Föcking die Situation beschrieb, war bereits am großen Interesse abzulesen, auf das die Podiumsdiskussion der CDU im Kreis Steinfurt gestoßen ist, die Schulpolitik im Land mit der Ressortchefin im Kabinett von Ministerpräsident Armin Laschet einmal von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren. Der Saal bei „Mutter Bahr“ in Ibbenbüren-Uffeln war voll und die Neugier auf Yvonne Gebauer groß. Wie

Mittwoch, 30.05.2018, 15:58 Uhr

Voller Saal am Dienstagabend bei „Mutter Bahr“ in Ibbenbüren-Uffeln. Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) war auf Einladung der CDU Kreis Steinfurt gekommen, um über aktuelle Schulpolitik in NRW zu sprechen. Am Tisch Christoph Borgert (Bild rechts, l.), Landrat Dr. Klaus Effing und die Schulleiter Andreas Tangen (2.v.r.) und Jürgen Bernroth (r.).
Voller Saal am Dienstagabend bei „Mutter Bahr“ in Ibbenbüren-Uffeln. Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) war auf Einladung der CDU Kreis Steinfurt gekommen, um über aktuelle Schulpolitik in NRW zu sprechen. Am Tisch Christoph Borgert (Bild rechts, l.), Landrat Dr. Klaus Effing und die Schulleiter Andreas Tangen (2.v.r.) und Jürgen Bernroth (r.). Foto: Drunkenmölle

Dass „mächtig Dampf im Kessel“ ist, wie Christina Schulze Föcking die Situation beschrieb, war bereits am großen Interesse abzulesen, auf das die Podiumsdiskussion der CDU im Kreis Steinfurt gestoßen ist, die Schulpolitik im Land mit der Ressortchefin im Kabinett von Ministerpräsident Armin Laschet einmal von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren. Der Saal bei „Mutter Bahr“ in Ibbenbüren-Uffeln war voll und die Neugier auf Yvonne Gebauer groß. Wie will die neue NRW-Schulministerin wieder Ruhe in die Bildungslandschaft bringen? Die sei nach dem Regierungswechsel in Düsseldorf dringend notwendig, übten die CDU-Vertreter mit der FDP-Ministerin den Koalitionsschulterschluss und heftige Kritik an dem, was insbesondere Sylvia Löhrmann (Grüne) ihrer Nachfolgerin hinterlassen habe: Ein Scherbenhaufen, wie Gebauer es ausdrückte.

In ihrem Eingangsreferat beschrieb die 51-jährige Kölnerin dann eine ganze Reihe von Punkten ihres Kurswechsels. Es ging um Lehrermangel an Grundschulen (10 000 Stellen fehlen), um Lehrerüberschuss in Oberstufen (16 000 zu viel), um Möglichkeiten, das Personal umzuverteilen und darum, Lehramtsstudenten auch für sogenannte Mangelfächer zu begeistern oder, wenn alle Stricke reißen, Seiteneinsteiger für den Unterricht zu beschäftigen. Es ging um Integration, Inklusion und Digitalisierung. Es ging um „Akademisierungswahn“, die Bedeutung von Haupt- und Realschulen und um berufliche Bildung (Gebauer: „Berufsschüler arbeiten heute an Maschinen von gestern für Berufe von morgen, die sie noch gar nicht kennen.“). Und es ging natürlich um das bestimmende Thema an den Gymnasien, zum Abitur nach neun Jahren zurückzukehren.

„Erfolge stellen sich nicht über Nacht ein“, warnte Gebauer vor Schnellschüssen. Sie appellierte an ihre Zuhörer, mit Weitsicht an verschiedenen Stellschrauben zu drehen, die Situation zu verbessern. Das Wohl der Kinder müsse dabei immer der Maßstab des politischen Handelns sein.

In der anschließenden, vom stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Christoph Borgert moderierten Runde haben Landrat Dr. Klaus Effing und die Schulleiter Andreas Tangen (Goethe-Gymnasium Ibbenbüren) und Jürgen Bernroth (Janusz-Korczak-Förderschule Ibbenbüren) einzelne Themen weiter vertieft. Grundsätzlich sei die Bildungslandschaft in der Region gut ausgeprägt, erklärte Effing. Er erwähnte dabei insbesondere die 70 Mio. Euro, die der Kreis gerade in die Modernisierung seiner Berufskollegs investieren will. Den Erhalt der Förderschulen bezeichnete er als „eine der größten kommunalpolitischen Entscheidungen im Kreis Steinfurt“.

„Ich bin froh, wenn man den Schulen die Möglichkeit gibt, sich entwickeln zu lassen“, ging Jürgen Bernroth auf Freiräume ein, die den Förderschulen mehr Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen würden. Absolut notwendig sei es, so früh wie möglich mit der Unterstützung anzufangen.

„Ich bin heilfroh, dass wir von G8 zu G9 zurückkehren“, begrüßte Andreas Tangen die Kehrtwende in Düsseldorf. Es werde jedoch kein einfaches Zurück, sondern ein neues Gymnasium mit einer noch größeren Verantwortung für diejenigen geben, die dort arbeiten, war er überzeugt.

Einigkeit herrschte, dass für alle Schulformen ausreichend Personal- als auch der Sachausstattung geschaffen werden müssen. Bernroth dazu: „Ohne Ressourcen kann Schule nicht funktionieren.“ Gebauer konnte die Forderungen nachvollziehen, dämpfte aber die größten Erwartungen. Da habe schließlich der Finanzminister noch ein entscheidendes Wort mitzusprechen.

Klar, alle Themen konnte dieser Abend nicht behandeln. Die Ministerin hörte aber aufmerksam zu, als aus dem Zuhörerkreis noch Anmerkungen zur Schulsozialarbeit, zur Durchlässigkeit der Systeme, zu Anerkennung und Lehrerbesoldung, zum Offenen Ganztag, zum Fachkräftenachwuchs, zur MINT-Ausbildung, zu Unterrichtsausfall, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur neuen Datenschutzverordnung, dem „Aufregerthema überhaupt“, gemacht wurden. Christina Schulze Föcking hoffte am Ende, dass zumindest etwas Dampf aus dem Kessel abgelassen werden konnte. Die Diskussion werde sicherlich auf allen Ebenen fortgeführt.

Fortgesetzt wird auch die Diskussionsreihe der CDU. Als nächster Polit-Promi kommt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Er wird über „Innere Sicherheit“ im Land und im Kreis sprechen. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

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