Hitze und Trockenheit stellen Landwirte im Kreis Steinfurt vor große Probleme
Langfristige Lösungen schaffen

Kreis Steinfurt -

Obwohl es Donnerstagnachmittag mancherorts im Kreisgebiet nach langer Durststrecke mal wieder geregnet hat, machen lang anhaltende Hitze und Trockenheit den Bauern in der Region zu schaffen. Wie kann die Landespolitik die Landwirtschaft aktuell unterstützen? Diese Frage hat jetzt im Mittelpunkt eines Gespräches des FDP-Landtagsabgeordneten Alexander Brockmeier aus Rheine mit den Vorsitzenden des WLV-Kreisverbandes Steinfurt gestanden.

Donnerstag, 09.08.2018, 16:20 Uhr

„Die Landwirtschaft braucht langfristige Lösungen“, darin waren sich (v.l.) Franz-Georg Koers, Carsten Spieker, Alexander Brockmeier, Benedikt Langemeyer, Albert Rohlmann und Hans-Jürgen Streich einig.
„Die Landwirtschaft braucht langfristige Lösungen“, darin waren sich (v.l.) Franz-Georg Koers, Carsten Spieker, Alexander Brockmeier, Benedikt Langemeyer, Albert Rohlmann und Hans-Jürgen Streich einig. Foto: Marlies Grüter

„Bei der Getreideernte sind wir insgesamt noch mit einem blauen Auge davongekommen. Beim Mais erwarten wir, wenn es nicht bald regnet, ein Fiasko“, beschrieb Albert Rohlmann, Kreisverbandsvorsitzender, die Situation auf den Höfen. Die Folgen seien unschwer abzuschätzen: Für die Tier haltenden Betriebe werden – zwar lokal sehr unterschiedlich – hohe finanzielle Einbußen bei den Ernteerträgen erwartet. Das selbst erzeugte Tierfutter werde im veredlungsstarken Kreis Steinfurt knapp. Tiernahrung müsse zugekauft werden. Gleichzeitig würden schon jetzt die Preise für Futtermittel anziehen.

Besonders prekär sei die Lage für die Milchbauern. „Die Trockenheit auf dem Weide- und Grünland trifft uns besonders“, schilderte Benedikt Langemeyer , Milchviehhalter aus Mettingen und stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender, die Lage. „Unsere Tiere haben Weidegang, aber die Wiesen sind verdorrt. Wir müssen die Kühe jetzt schon mit Winterfutter füttern“, so Langemeyer. „Hitze und Trockenheit sind ein Riesenproblem, hinzu kommen noch die vielen Auflagen und Reglementierungen insbesondere für die Sauenhalter“, ergänzte Carsten Spieker, Sauenhalter aus Lienen und stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender.

Die Forderung des Deutschen Bauernverbandes nach schnellen finanziellen Hilfen für betroffene Landwirte beurteilten die Vertreter des WLV-Kreisverbandes im Gespräch mit Alexander Brockmeier und Hans-Jürgen Streich, Fraktionsvorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, sehr differenziert. „In Einzelfällen ist sicher eine staatliche Unterstützung dringend notwendig. Aber wir brauchen langfristige Lösungen“, so die Forderung der Landwirtschaft. Helfen könnte es, den Betrieben zu ermöglichen, eine steuerfreie Risikorücklage zu bilden. „Weil Landwirtschaft stark witterungsabhängig ist, sollte als Option auch eine Versicherung gegen Trockenschäden angeboten werden“, erklärte Brockmeier.

„Hitze und Trockenheit stellen die Landwirte aktuell vor große Herausforderungen“, sagte Kreisgeschäftsführer Franz-Georg Koers. Wichtig sei in dieser Situation auch, dass die Landespolitik keine weiteren Hürden für die Bauernfamilien aufbaue.

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