Politik und Partizipation
„Europa braucht dich“

Kreis Steinfurt -

Europa wählt 2019. Aber was bedeutet Europa eigentlich den Menschen heute? Welche Aktionen der größten Bürgerinitiative für Europa gibt es im Rahmen der Europawahl? Antworten gab es jetzt auf der Landesversammlung der Europa-Union Deutschland in Burgsteinfurt.

Dienstag, 18.09.2018, 14:24 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.09.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.09.2018, 14:24 Uhr
„Gemäßigte Parteien verlieren in Europa an Raum“, so Dr. Linn Seele.
„Gemäßigte Parteien verlieren in Europa an Raum“, so Dr. Linn Seele. Foto: Rainer Nix

Zahlreiche Mitglieder der Europa-Union Nordrhein-Westfalen nahmen am Samstag an der Landesversammlung im Kreishaus teil. Allein im Kreis Steinfurt gibt es 120 Unionsmitglieder. Die Union will bei den Bürgern des Landes die Begeisterung für den Europa-Gedanken wiederbeleben, nachdem die Zahl der Zweifler in den letzten Jahren zunimmt. Vorstandswahlen und die Kampagne zur Europawahl bestimmten das Arbeitstreffen.

Um wieder durchzustarten ist die Zeit vor der Europawahl vom 23. Bis 26 Mai 2019 ideal. „Schritt für Schritt ist Europa nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zusammengewachsen“, sagte Landrat Dr. Klaus Effing bei der Begrüßung, „wir leben seit vielen Jahren in Frieden und Wohlstand.“

Leider sei das Interesse an der europäischen Einheit geringer geworden. Was die Europawahl angeht ist der Landrat für den Kreis Steinfurt eher optimistisch gestimmt. Das gelte allerdings nicht für alle Regionen. „Wir haben nur dieses eine Europa, machen wir es stark“, appellierte Effing. Markus Thürmann, Landesgeschäftsführer der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) erinnerte daran, dass viele Errungenschaften wie der Euro oder grenzenlose Reisemöglichkeiten für junge Menschen heute normal sind. So könnten sie gar nicht ermessen wie es vorher in einem Europa ausgesehen habe, in dem sich jeder Nationalstaat mehr oder weniger abgeschottet habe. „Wir müssen noch die Schlagbäume in den Köpfen mancher Menschen niederreißen“, betonte er.

Die Fixierung auf bürokratische Mängel und darauf, dass noch nicht alles perfekt funktioniere mache nicht nur Europa, sondern auch Deutschland kaputt“, mahnte Elmar Brok, Präsident der Union Europäischer Föderalisten. Er bezeichnete Europa als „überlegendes Staats- und Wirtschaftsmodell“. Gemeinschaftliches Handeln durch europäische Maßnahmen hätten das Flüchtlingsproblem bereits so weit eingedämmt, dass zurzeit 90 Prozent weniger Migranten zu verzeichnen seien als im Herbst 2015.

„In der gesamten Union gewinnen europaskeptische Parteien mehr an Raum“, stellte Dr. Linn Selle, Präsidiumsmitglied der Europa-Union Deutschland in einem Impulsvortrag fest. Die Befürworter seien nur noch knapp in der Mehrheit. „Europa braucht dich jetzt“ lautet dem entsprechend die Botschaft der Wahl-Kampagne. „Die Europawahl hat zentrale Bedeutung“, hob Selle hervor. Es gelte, die Europa-Union als Bürgerbewegung zu etablieren und weitere Mitglieder zu gewinnen.

„Wir brennen für Europa“, betonte der Landesvorsitzende Peter W. Wahl in einem Gespräch. „Wir sind ehrliche Gesprächspartner, weil wir überparteilich und ehrenamtlich arbeiten“, sagte er. „Wir sind ein bürgerschaftliches Netzwerk, eine Pro-Europäische Bewegung und werden uns in der Wahlkampagne auch so darstellen“, ergänzte Selle. Zumindest im Kreis Steinfurt wächst die Union kontinuierlich, ebenso wie die JEF.

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