Landwirtschaftlicher Kreisverband und Kreislandfrauen überreichen Erntekrone im Kreishaus
Zeichen der Verbundenheit

Kreis Steinfurt -

Als ein Zeichen der Verbundenheit mit der Region haben der Landwirtschaftliche Kreisverband Steinfurt und der Kreislandfrauenverband Steinfurt-Tecklenburger Land die Erntekrone an den Kreis Steinfurt überreicht. Den traditionellen Termin im Foyer des Steinfurter Kreishauses haben sowohl die beiden Vorsitzenden Albert Rohlmann beziehungsweise Sabine König als auch Landrat Dr. Klaus Effing am Montagabend genutzt, auf die vergangenen Monate zurückzuschauen und den Willen zu bekräftigen, miteinander und vertrauensvoll im Gespräch zu bleiben – auch wenn beide Seiten bei einigen Projekten nicht immer einer Meinung sind.

Dienstag, 09.10.2018, 16:12 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.10.2018, 16:02 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 09.10.2018, 16:12 Uhr
Landfrauen aus Horstmar-Leer und Steinfurt hatten die Erntekronen gebunden und Früchte zusammengetragen, die Albert Rohlmann und Sabine König am Montag an Landrat Klaus Effing übergeben haben. Mit dabei auch das Jagdhorn-Bläserkorps der Kreisjägerschaft.
Landfrauen aus Horstmar-Leer und Steinfurt hatten die Erntekronen gebunden und Früchte zusammengetragen, die Albert Rohlmann und Sabine König am Montag an Landrat Klaus Effing übergeben haben. Mit dabei auch das Jagdhorn-Bläserkorps der Kreisjägerschaft.

Dürre und Hitze hätten die Bauernfamilien verzweifeln lassen und teilweise zu erheblichen Ernteeinbußen geführt (wir berichteten), gingen Rohlmann und König auf die Folgen des Klimawandels ein. Vegetationsperioden würden sich verschieben, Extremwetterlagen zunehmen, beschrieb der Bauern-Vertreter, wie die Landwirte versuchen, sich auf die spürbaren Veränderungen einzustellen. „Aber am Ende sind wir nicht Regisseur des Klimas“, erklärte Rohlmann. Risiken – und damit auch das Wetterrisiko – gehörten zum landwirtschaftlichen Unternehmertum. Rohlmann: „Deshalb fordern wir keine Almosen vom Staat, sondern bessere Möglichkeiten für eine eigenbetriebliche Risikovorsorge.“ Von der Politik erwarte er, dass sie vor dem Hintergrund der aktuell angespannten Lage auf vielen Höfen Augenmaß bewahrt und sich mit überzogenen Auflagen zurückhalte. Rohlmann: „Die Veränderungsgeschwindigkeit ist enorm.“ Es fehle die Planungssicherheit. Zukunftsperspektiven seien enttäuschend.

Eine Einschätzung, die auch Sabine König teilte. „Die Belastungsgrenze ist in einigen Familien längst erreicht“, beschrieb die Landfrauen-Vorsitzende die Situation. Sinkende Erzeugerpreise, Umsetzung von Anlagenverordnungen, ungeklärte Standards in der Schweinehaltung, Vormarsch der Afrikanischen Schweinepest – Auflagen und Gefahren würden wachsen. Existenzen stünden auf dem Spiel König beklagte: „Es fehlen Verlässlichkeit, Sicherheit und Vertrauen.“

Rohlmanns Appell an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, vor Ort Maß zu halten, den konstruktiven Dialog zu pflegen, um das Feld für die nächste Bauern-Generation zu bestellen, nahm Landrat Klaus Effing auf, um noch einmal die Bedeutung der Landwirtschaft für die Region zu betonen. Sowohl bei der Versorgung mit wertvollen Nahrungsmitteln als auch beim Umwelt- und Naturschutz seien die Landwirte in zahlreichen Projekten wichtige Partner, den Kreis auf unterschiedlichen Ebenen voranzubringen. Der Strukturwandel, der sich in der Landwirtschaft vollziehe, müsse Berücksichtigung finden, sagte Effing zu, die Interessen und Entwicklungen dort sehr ernst zu nehmen. Er sei bereit, den offenen und kritischen Dialog fortzusetzen.

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