Infoabend der BDM-Kreisgruppe Steinfurt mit NRW-Staatssekretär Bottermann
Viel Dampf im (Milch-)Kessel

Kreis Steinfurt -

Den Milchbauern im Kreis Steinfurt schwillt sprichwörtlich der Kamm. Leidtragender war am Freitagabend Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Der 63-jährige Tierarzt war der Einladung der BDM-Kreisgruppe Steinfurt ins Saerbecker Gasthaus Ruhmöller gefolgt. Von den Milchviehbauern selbst waren nur etwas mehr als 20 im Saal.

Montag, 03.12.2018, 15:04 Uhr
Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, war am Freitagabend Gast der BDM-Kreisgruppe Steinfurt in Saerbeck.
Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, war am Freitagabend Gast der BDM-Kreisgruppe Steinfurt in Saerbeck. Foto: Matthias Lehmkuhl

Den Milchbauern im Kreis Steinfurt schwillt sprichwörtlich der Kamm. Leidtragender war am Freitagabend Dr. Heinrich Bottermann , Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der 63-jährige Tierarzt war der Einladung der BDM-Kreisgruppe Steinfurt ins Saerbecker Gasthaus Ruhmöller gefolgt. Von den Milchviehbauern selbst waren nur etwas mehr als 20 im Saal. Ursprünglich sollte Bottermann über Veränderungen in der Agrarproduktion und Rahmenbedingungen der Milchwirtschaft referieren. Doch mit seinen Ausführungen kam der Staatssekretär nicht weit. Als der Gastreferent den Anwesenden klar machen wollte, dass die Milchbauern verlorene Akzeptanz bei den Verbrauchern zurückgewinnen müssen, um mehr Geld für ihre Erzeugnisse verlangen zu können, platzte einigen Milchbauern der Kragen. „Wir glauben nicht, dass der Verbraucher den Preis für den Liter Milch bestimmt, sondern die Molkereien“, hieß es aus den Reihen der Landwirte. „Wir brauchen geeignete Preise, um dem Tierwohl gerecht zu werden“, sprachen die Betroffenen die hohen Kosten an, um beispielsweise eine Milchkuh nicht mehr angebunden, sondern auf der grünen Wiese zu halten. Falls das Tier im Boxenlaufstall gehalten werde oder auf Weidegang sei, würden die Molkereien auch nur ein Euro-Cent mehr für den Liter Milch bezahlen.

„Das ist aber bei weitem nicht genug“, forderte die BDM-Kreisgruppe Steinfurt einen „brauchbaren“ Preis. Es sei „die verdammte Pflicht der Politik“, vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen. „So kann es jedenfalls nicht weitergehen“, meinte Albert Engbert, BDM-Kreisgruppensprecher aus Brochterbeck, dem ein Mindestpreis jenseits von 40 Cent pro Liter Milch vorschwebte. Heinrich Bottermann setzte mit Mühe sein Referat fort, wies auf den besorgniserregend starken Rückgang der Milchviehhalter hin und betonte: „Der Weltmarkt bestimmt den deutschen Milchpreis.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6232162?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F1808502%2F
Verstoß gegen Tierschutzgesetz: „Verletzungen billigend in Kauf genommen“
Urteil in Viehtransport-Prozess: Verstoß gegen Tierschutzgesetz: „Verletzungen billigend in Kauf genommen“
Nachrichten-Ticker