„#craftface“ – ein ungewöhnliches Projekt zur Berufsorientierung
Kim und Vincent geben dem Handwerk ein Gesicht

Kreis Steinfurt -

Kim Küßner aus Hopsten und Vincent Kreyenborg aus Nordwalde haben den Wettbewerb „#craftface2019“ der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) für sich entschieden – und geben dem Handwerk in den Kreisen Steinfurt und Warendorf ab sofort ein eigenes Gesicht.

Dienstag, 15.01.2019, 15:42 Uhr
Das sind die Gesichter 2019 des Handwerks in den Kreisen Steinfurt und Warendorf: Kim Küßner aus Hopsten und Vincent Kreyenborg aus Nordwalde.
Das sind die Gesichter 2019 des Handwerks in den Kreisen Steinfurt und Warendorf: Kim Küßner aus Hopsten und Vincent Kreyenborg aus Nordwalde. Foto: Kreishandwerkerschaft/Konermann

Kim Küßner aus Hopsten und Vincent Kreyenborg aus Nordwalde stehen fürs Handwerk ein. Und das nicht nur als Auszubildende im Friseur- beziehungsweise Tischlerberuf. Die beiden haben den Wettbewerb „#craftface2019“ der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) für sich entschieden – und geben dem Handwerk in den Kreisen Steinfurt und Warendorf ab sofort ein eigenes Gesicht.

Die KH hatte im vergangenen Jahr junge Menschen aufgefordert, sich als Akteure für einen Online-Videoblog zu bewerben und auf ganz unkonventionelle Weise bekannte und weniger bekannte Seiten des Handwerks zu zeigen. „Als ich die Bewerbungsvideos der beiden gesehen habe, wusste ich sofort: Wow, das ist es“, schwärmt Frank Tischner, der als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft das Projekt ins Leben gerufen hatte. „Wir haben junge Menschen gesucht, die authentisch in kleinen Videos von ihrem Beruf, aber auch von vielen anderen spannenden Dingen erzählen, die im weitesten Sinne mit Handwerk zu tun haben“, erklärt Tischner. Der Kreishandwerkerschaft geht es um den Kontakt zu jungen Menschen auf Augenhöhe und eine Art von Berufsorientierung, die die Zielgruppe auf ganz andere Art und Weise anspricht und eine Erweiterung des Projektes „Youth Craft Factory“.

Kim Küßner wurde durch ihre Chefin Tanja Hartmann vom Püsselbürener Salon Wahlbrink auf das ungewöhnliche Projekt aufmerksam. „Ich fand, es ist eine coole Idee, anderen die Berufe im Handwerk nahe zu bringen“, sagt sie. Dabei möchte sie nicht nur zeigen, wie vielseitig die Arbeit als Friseurin ist. „Ich finde es gut, dass ich selbst andere Berufe kennenlernen und zum Beispiel klassische Männerberufe ausprobieren kann“, sagt die Auszubildende im dritten Lehrjahr. Schöner Nebeneffekt: „Ich bekomme viel Abwechslung zum Alltag und kann auch persönlich von dem Projekt profitieren.“

Vincent Kreyenborg hat in seinem Betrieb, der schöpker holz-wohn-form GmbH & Co. KG in Emsdetten, bereits für ein Video für eine Ausbildungsmesse vor der Kamera gestanden. „Ich möchte den Leuten die Praxis nahebringen“, hat sich der 20-Jährige vorgenommen. „Viele gehen nach dem Abitur stumpf an die Uni, ohne eigentlich zu wissen, was sie mit ihrem Leben machen möchten. Es gibt aber so viele tolle Berufe, auch im Handwerk. Das möchte ich zeigen“, sagt er. Vincent weiß, wovon er spricht. Denn mit dem Abitur in der Tasche war für ihn klar, Theorie und Praxis in seiner Arbeit zu verbinden.

KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner ist sich sicher, dass er mit dieser Aktion neue Impulse für die Ausbildung im Handwerk setzen kann. „Gesichter und Geschichten aus der Region, die offen und ehrlich das Handwerk näherbringen, sind die Erfolgsfaktoren dieser Kampagne“, sagt er. „Wir wollen nicht informieren, sondern neugierig machen.“

Als Lohn für die Arbeit als craftface bekommen Kim Küßner und Vincent Kreyenborg die gesamte technische Ausrüstung gestellt, zudem werden sie von dem Impro-Theater-Künstler Oliver Pauli und dem Medienprofi Jörg Kersten gecoacht.

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