Diskussionsabend über Brexit, Europawahl und die Folgen für die Region
Klares Bekenntnis zur Gemeinschaft

Kreis Steinfurt -

Ist manchmal auch mächtig Sand im Getriebe, für die Mehrheit der Deutschen hat die Europäische Union, haben Sicherheit, Freizügigkeit, Zusammenleben und Zusammenarbeit der Menschen in den 28 Mitgliedsstaaten große Bedeutung. „Und das darf auf keinen Fall aufs Spiel gesetzt werden“, haben alle Redner beim Diskussionsabend über „Brexit und Europawahl“ und über die Folgen für den Kreis und das Münsterland am Donnerstagabend in Saerbeck ein klares Bekenntnis für die europäische Gemeinschaft abgegeben.

Freitag, 25.01.2019, 16:04 Uhr aktualisiert: 28.01.2019, 15:13 Uhr
Gut gefüllt war der Saal am Donnerstagabend bei Ruhmöller in Saerbeck, wohin das Europe Direct-Zentrum, die Steinfurter Kreisverbände der Europa-Union und des WLV eingeladen hatten, um über die Zukunft Europas nach der Wahl am 26. Mai zu diskutieren.
Gut gefüllt war der Saal am Donnerstagabend bei Ruhmöller in Saerbeck, wohin das Europe Direct-Zentrum, die Steinfurter Kreisverbände der Europa-Union und des WLV eingeladen hatten, um über die Zukunft Europas nach der Wahl am 26. Mai zu diskutieren. Foto: Drunkenmölle

Ist manchmal auch mächtig Sand im Getriebe, für die Mehrheit der Deutschen hat die Europäische Union , haben Sicherheit, Freizügigkeit, Zusammenleben und Zusammenarbeit der Menschen in den 28 Mitgliedsstaaten große Bedeutung. „Und das darf auf keinen Fall aufs Spiel gesetzt werden“, haben alle Redner beim Diskussionsabend über „Brexit und Europawahl “ und über die Folgen für den Kreis und das Münsterland am Donnerstagabend in Saerbeck ein klares Bekenntnis für die europäische Gemeinschaft abgegeben. Damit verbunden war der eindringliche Appell, auf jeden Fall am 26. Mai zur Wahl zu gehen. Eine große Beteiligung sei wichtig. Jede nicht abgegebene Stimme mache, so herrschte Einigkeit, das Lager der Europa-Gegner stärker.

Das bei der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (WESt) angesiedelte Europe Direct-Informationszentrum, der Steinfurter Kreisverband Europa-Union und der Steinfurter Kreisverband des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) hatte zu diesem öffentlichen, von der Journalistin Jeanette Kuhn moderierten Diskussionsabend im Gasthof Ruhmöller eingeladen. Dort blickten WESt-Geschäftsführerin Birgit Neyer, der stellvertretende Europa-Union-Vorsitzende im Kreis Steinfurt Bernd Weber und der WLV-Kreisverbandsvorsitzende Albert Rohlmann zunächst mit Sorge auf die jüngsten Entwicklungen und die bange Frage, wie stabil die EU noch sein wird, wenn die Briten den Bund verlassen haben.

Dass der Brexit kommt, davon war Andreas Christ felsenfest überzeugt. Als Mitglied im Team Europe des Rednerdienstes der EU-Kommission war es an diesem Abend seine Aufgabe, Europa, die politischen und systemischen Herausforderungen, die parlamentarische Arbeit und insbesondere zu erklären, wie es den unterschiedlichen Fraktionen im EU-Parlament immer wieder gelingt, Mehrheiten für Gesetzesvorhaben zu bilden. „Die Europa-Wahl ist mindestens genauso wichtig wie die Bundestagswahl“, machte Christ an Beispielen deutlich, wie stark der Einfluss Europas auf das tägliche Leben ist.

Wie eingangs bereits Bernd Weber so hat auch Andreas Christ im weiteren Verlauf der Veranstaltung wiederholt vor wachsendem Nationalismus und Rechtspopulismus gewarnt. „Der Anteil der Europa-Skeptiker unter den Abgeordneten wird steigen“, sprach Christ von einer „gefährlichen Entwicklung“, die zukünftige Entscheidungen inner- und außerhalb der Union massiv beeinflussen könne.

Über die Folgen des Brexit wollte Christ nicht spekulieren. Solang die Hängepartie der Briten andauere, wisse man nicht, was kommt. Weil die EU 2021 neue Finanzprogramme entwickeln und neue Schlüssel- und Strukturfonds bilden wolle, werde es auf jeden Fall Auswirkungen geben – spürbar bis in den Kreis Steinfurt.

Christ bemängelte in diesem Zusammenhang, dass man es in Deutschland möglicherweise zu lange verdrängt habe, die Folgen abzuschätzen. Dorothe Hünting-Boll von der IHK Nord Westfalen berichtete von einem Treffen von Wirtschaftsvertretern aus dem Münsterland mit Unternehmern auf der Insel. Was auch immer passiere, der Handel sollen auf jeden Fall fortgesetzt werden. Ziel sei es, den Firmen ein Instrumentarium in die Hand zu geben, das Auslandsgeschäft zu stabilisieren.

„Da muss noch vieles geklärt werden“, sah auch Dr. Jörn Krämer, WLV-Referent für Umwelt- und Agrarpolitik, große Unsicherheiten für die Landwirtschaft. Obwohl die Bauern mit der europäischen Agrarpolitik nicht immer einverstanden wären, war auch Krämer überzeugt, dass man Europa den Rücken stärken müsse.

„Entweder man sitzt am Tisch, oder man steht auf der Speisekarte“, brachte ein Zuhörer seine Sicht der Dinge auf den Punkt, was am Ende des Abends alle Protagonisten noch einmal antrieb, ihren Aufruf zu wiederholen, unbedingt zur Wahl zu gehen. Europa müsse sozialer, solidarischer, sicherer und innovativer gemacht werden.

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