Kreissparkasse Steinfurt zieht Bilanz 2018: Ergebnis fast wie im Vorjahr
„Zukunftsplan“ Digitalisierung

Kreis Steinfurt -

Die Kreissparkasse Steinfurt hat mit 5,2 Millionen Euro Überschuss im Jahr 2018 annähernd das Ergebnis des Vorjahres (5,3 Millionen Euro) erreicht. Das Geldinstitut musste dafür aber deutlich wachsen.

Freitag, 01.02.2019, 17:22 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 12:38 Uhr
Die Kreissparkassenvorstände Heinz-Bernd Buss (v.l.), Rainer Langkamp und Carl-Christian Kamp in der Hauptstelle Ibbenbüren, die derzeit noch umgebaut wird.
Die Kreissparkassenvorstände Heinz-Bernd Buss (v.l.), Rainer Langkamp und Carl-Christian Kamp in der Hauptstelle Ibbenbüren, die derzeit noch umgebaut wird. Foto: Tobias Vieth

Die Kreissparkasse Steinfurt hat mit 5,2 Millionen Euro Überschuss im Jahr 2018 annähernd das Ergebnis des Vorjahres (5,3 Millionen Euro) erreicht. Das Geldinstitut musste dafür aber deutlich wachsen. Mit 4,6 Milliarden Euro liegt die Bilanzsumme um 400 Millionen Euro höher als 2017. Die Kreissparkasse steht damit auf Platz 9 der 60 Sparkassen in Westfalen-Lippe.

Wie Vorstandsvorsitzender Rainer Langkamp erläuterte, hätten die schwierigen Rahmenbedingungen der Negativzinsphase und die Bankenregulierung die Entwicklung erneut stark beeinflusst. Mittlerweile geht man in der Kreissparkasse davon aus, dass erste Zinsschritte zurück Richtung Normalniveau erst im ersten Halbjahr 2020 anstehen. Aber, so Langkamp: „Das sind alles Dinge, die haben wir für unser Haus im Griff.“

Viel wichtiger, machten er und seine Vorstandskollegen Heinz-Bernd Buss und Carl-Christian Kamp am Freitag in Ibbenbüren deutlich, sei für das Geldinstitut Fortschritt durch Digitalisierung. Dass die Bank sich dafür neu aufstellt, ist vielerorts zu sehen: Nach dem Umbau von acht Immobilien beginnen in diesem Jahr die Planungen für Umgestaltungen der sieben weiteren Standorte in Mettingen, Saerbeck, Borghorst, Burgsteinfurt, Lienen, Nordwalde und Ladbergen. Die 15 verbliebenen Standorte der Kreissparkasse, so Langkamp, sind die, in denen in Technik und Fortbildung investiert wird. Das sei Teil des „Zukunftsplans“ des Geldinstituts.

Drei Viertel der Kunden, so beschreibt Langkamp die Entwicklung, kämen für einfache Bankgeschäfte nicht mehr in die Filiale. So seien die Gebäude nicht mehr für Dienstleistungen geeignet gewesen, für die sie ursprünglich gebaut worden sind. Große Schalterhallen seien nicht mehr zweckmäßig.

Mit den Umbauten ergeben sich künftig auch weitere Einsparpotenziale, weil etwa die Miete für gesonderte Immobiliencenter wegfällt.

Die Sparkasse hatte sich, so Langkamp, schon vor ein paar Jahren verordnet, stärker im Kundengeschäft zu wachsen und Kosten zu senken. Das Personal ist im vergangenen Jahr von 754 auf 731 Mitarbeiter geschrumpft (564 auf 556 Vollzeitstellen), hinzu kommen 33 Auszubildende (2017: 35). Der geplante Stellenabbau habe sich durch normale Fluktuation ergeben, fügte Heinz-Bernd Buss an. Bei den Auszubildenden kalkuliert die Sparkasse bedarfsdeckend: „Die, die jetzt ausgebildet werden, die brauchen wir auch“, so Langkamp.

Gewachsen ist die Kreissparkasse vor allem im Kreditgeschäft. Die Darlehenszusagen lagen mit 662 Millionen Euro zwar etwas unter dem Vorjahr (709 Millionen Euro), das aber allein zu 70 Millionen Euro von Windenergie getrieben war. Privatleuten gab die Sparkasse Kredite über 304 Millionen Euro, Firmenkunden über 332 Millionen Euro. Es ist die Baubranche, die das Kreditgeschäft weiter antreibt, sowohl im privaten wie auch gewerblichen Bereich. Insgesamt ist das bilanzielle Kreditvolumen der Kreissparkasse um 200 Millionen Euro auf 3,4 Milliarden Euro gewachsen. Die bilanziellen Kundeneinlagen sind von 2,7 auf 2,8 Milliarden Euro angestiegen.

Viele Ansätze einer digitalen Bank, die im Privatkundengeschäft bereits funktionieren, will die Sparkasse nun auch im Firmenkundenbereich anpacken. „Es wird neue digitale Services und ein telefonisches Business-Center geben“, kündigte Carl-Christian Kamp an. Das erklärte Ziel in der Digitalisierung, egal ob bei Privatkunden oder Firmen, gab Langkamp aus: „Unser Anspruch ist, dass wir mindestens so gut sind wie jede Direktbank – und dazu den Ansprechpartner vor Ort bieten.“

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