Vorschläge für neue Nahmobilität im Kreis Steinfurt
Radverkehrskonzept kommt ins Rollen

Kreis Steinfurt -

Die Erarbeitung eines Radverkehrskonzepts für den Kreis Steinfurt macht Fortschritte. Ziel ist es, dass die Bürger auf ihren alltäglichen Wegen zur Schule, Ausbildung, Arbeit oder zum Einkauf immer öfter aufs Auto verzichten und aufs Rad umsatteln.

Mittwoch, 20.03.2019, 15:36 Uhr aktualisiert: 21.03.2019, 16:32 Uhr

Die Erarbeitung eines Radverkehrskonzepts für den Kreis Steinfurt macht Fortschritte. Ziel ist es, dass die Bürger auf ihren alltäglichen Wegen zur Schule, Ausbildung, Arbeit oder zum Einkauf immer öfter aufs Auto verzichten und aufs Rad umsatteln. Komfortable, schnelle und sichere Verbindungen sollen dazu beitragen, den Umstieg attraktiver zu machen. Zugleich soll der Klimaschutz gefördert werden. Rund 600 Kilometer Radwege gibt es zurzeit im Kreis Steinfurt.

Die Kreisverwaltung hat den Verkehrs-, Bau- und Tourismusausschuss am Dienstagabend über den aktuellen Sachstand informiert. Eine Arbeitsgemeinschaft der Planungsbüros VIA (Köln) und Planersocietät (Dortmund) ist gebildet worden, um das Projekt buchstäblich ins Rollen zu bringen. Die AG hat nach einer Bestandsaufnahme einen ersten Vorschlag für ein Wunschliniennetz erarbeitet. Die Kommunen haben dazu mittlerweile Stellung genommen. Bereits abgeschlossen ist ebenfalls eine Online-Befragung. Mehr als 2000 Bürger haben teilgenommen und Vorschläge gemacht, wo aus ihrer Sicht beispielsweise Rad-, Informations- und Servicestationen errichtet werden könnten und wo eine Verknüpfung mit dem ÖPNV Sinn macht.

Aufgrund der Anregungen und Daten ist ein Haupt- und Nebenroutennetz entwickelt und eingehender analysiert worden. Details machten Dominik Tönnes (VIA) und Dennis Stocksmeier (Planungssocietät) dem Ausschuss anschaulich Damit, so hatte die Verwaltung mitgeteilt, liegen erste konkrete Ergebnisse darüber vor, in welchem Zustand sich die Wege befinden, wo Mängel (zum Teil schon beseitigt) oder auch gehäuft Unfälle auftreten. Das Hauptaugenmerk sei auf die Planung und Analyse der Hauptrouten als zukünftige schnelle Radwegeverbindungen (Velorouten) gelegt worden, fügte Udo Schnieders vom Planungs- und Umweltamt des Kreises an.

Ziel der AG ist es, dem Kreis bereits im kommenden Monat einen Berichtsentwurf zur Abstimmung zu übergeben. Im Mai sollen die vorgeschlagenen Maßnahmen dann mit den Kommunen abgestimmt, bis September überarbeitet und über das Konzept im Oktober/November abgestimmt werden.

Welche Vorschläge am Ende tatsächlich mit den unterschiedlichen Straßenbaulastträgern umgesetzt werden können und werden, so machte Kreisbaudezernent Franz Niederau deutlich, liegt im Ermessen der Politik. Sie müsse die Prioritäten setzen und am Ende das Bauprogramm beschließen.

Grundsätzlich waren die Politiker davon überzeugt, dass es sich lohnt, das Thema weiter zu verfolgen. Sowohl Anneli Hegerfeld-Reckert (SPD) als auch Andreas Neumann (Linke) war es wichtig, den Entwurf auch mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten für Bus und Bahn zu verknüpfen und in größeren Zusammenhängen zu denken. Wilfried Grunendahl (CDU) vermisste noch zuverlässige Aussagen zu den Kosten und darüber, welche Aussicht besteht, in den Genuss öffentlicher Förderung zu kommen.

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