Kreislehrgarten setzt auf Kompost aus der Region
Bioabfall perfekt recycelt

Kreis Steinfurt -

In einer Handvoll Kompost leben mehr Mikroorganismen als Menschen auf der Erde. Diese Kleinstlebewesen sind wichtige Helfer bei der Herstellung von Kompost aus Biomüll und Grünschnitt. Der Abfall aus der Region wird bei der EGST in Saerbeck verarbeitet und als fertiger Kompost wieder in die Region zurückgegeben.

Freitag, 05.04.2019, 23:00 Uhr
Kreislehrgarten setzt auf Kompost aus der Region: Bioabfall perfekt recycelt
Foto: Marion Fenner

„Kompost ist etwas Wunderbares für den Boden.“ Klaus Vonheiden, Geschäftsführer der BAR-Biomasseaufbereitung regional Osnabrücker Land GmbH, gerät ins Schwärmen, wenn er von Kompost spricht. Das Substrat halte das Unkraut aus den Beeten fern, lockere das Erdreich auf und sei zudem ein wertvoller Dünger.

Damit hat Klaus Vonheiden dem Leiter des Kreislehrgartens in Steinfurt, Klaus Krohme, zwar nichts Neues erzählt, denn er setzt schon immer auf diesen kostbaren Zusatz im Garten. Neu ist nur, dass der Kreislehrgarten jetzt den Kompost abnimmt, der im Bioenergiepark Saerbeck im Auftrag der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt mbH (EGST) durch die BAR hergestellt und vermarktet wird.

Fleißige Helfer

  Foto: Marion Fenner

Besser gesagt: Die BAR lässt den Kompost herstellen. „Wir setzte auf unzählige winzig kleine, extrem fleißige Mitarbeiter, die rund um die Uhr ihren Dienst tun“, erklärt Vonheiden. Mikroorganismen helfen beim Verrottungsprozess von Grünschnitt und Bioabfall. Alles, was in den Biotonnen im gesamten Kreis landet – natürlich nur das, was dort auch wirklich hineingehört – verarbeiten die Mikroorganismen zu Kompost. Auch dem, was die Bürger oder Gartenbauunternehmen an Grünschnitt anliefern, widmen sich die Kleinstlebewesen mit Hingabe. „Der Grünschnitt wird mit Maschinen zunächst grob zerkleinert“, erläutert Vonheiden das Verfahren. Nach acht bis zwölf Wochen ist der Kompost fertig.

Das gibt eine gute Arbeitsteilung im Komposthaufen.

Klaus Vonheiden

„Das geht aber auch nur, weil wir unseren ,Mitarbeitern’ perfekte Arbeitsbedingungen bieten. Bei 55 bis 60 Grad Eigenwärme, die der Bioabfall oder Grünschnitt beim Verrotten entwickelt, fühlen sich alle wohl: Die, die es gerne warm haben, die, die mittlere Temperaturen schätzen und auch Organismen, die nur bei kühleren Temperaturen aktiv sind.“ So gingen die kleinen Helfer gemeinsam an die Arbeit und müssten sich nicht nacheinander dem Abfall widmen. „Das gibt eine gute Arbeitsteilung im Komposthaufen“, sagt Vonheiden mit einem Schmunzeln.

  Foto: Marion Fenner

Die groben Bestandteile werden herausgesiebt, übrig bleibt bester Kompost, der im Garten vielfältig einsetzbar ist. Durch die Hitze beim Verrotten sind keimfähige Samen in dem Kompost abgetötet werden. Viele für die Natur wichtige Mikroorganismen bleiben aber erhalten. „In einer Handvoll Kompost gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde“, sagt Vonheiden. „Und im Gegensatz zu Torf oder torfhaltigen Produkten, macht Kompost nicht den Boden sauer“, erklärt Vonheiden. Zudem habe das Material eine ausgeglichene Nährstoffsubstanz.

Kostenloser Biokompost

„Wir verteilen Kompost unter Hecken und den Obstbäumen“, berichtet Krohme. Dort kämen fast keine Kräuter mehr durch, bis auf Löwenzahn, der immer einen Weg nach oben finde.

Humus und Mulch-Kompost kosten bei der EGST zehn Euro pro Kubikmeter. Den Biokompost, der aus den Abfällen aus der Biotonne hergestellt wird, können Bürger kostenlos bei der EGST in Saerbeck mitnehmen. Das sei ein sehr guter Dünger für den Boden“, versichert Vonheiden. Deshalb rät er Gartenbesitzern, ihn gründlich in die Erde einzuarbeiten.

Ein Kreislauf, über den sich Franz Niederau, Geschäftsführer der EGST und Kreisbaudezernent, freut: „Auf diese Weise kommt der recycelte Müll aus der Region als guter Boden wieder in die Region zurück.“

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