Tipps zum richtigen Verhalten in der Natur
Hochsaison für junge Wildtiere

Kreis Steinfurt -

Wildtiere sind jetzt besonders schutzbedürftig. Deswegen weisen die Naturschutzbehörde, die Kreisjägerschaft und die Jagdbehörde auf wichtige Verhaltensregeln hin.

Montag, 15.04.2019, 15:54 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 16:00 Uhr
Scheinbar verwaiste Rehkitze sind meistens gar nicht so hilflos, wie es vielleicht den Anschein hat.
Scheinbar verwaiste Rehkitze sind meistens gar nicht so hilflos, wie es vielleicht den Anschein hat. Foto: privat

Mit den wärmeren Temperaturen beginnt die „Brut- und Setzzeit“ – die heimische Natur verwandelt sich in eine große Kinderstube, auch in der Nähe von Siedlungen. Wildtiere sind jetzt besonders schutzbedürftig. Hase, Reh und Wildvögel: Viele heimische Wildtiere bringen in den Frühjahrsmonaten ihren Nachwuchs zur Welt und brauchen viel Ruhe. Damit die Jungtiere ungestört aufwachsen können, bitten die Naturschutzbehörde, die Kreisjägerschaft und die Jagdbehörde im Kreis Steinfurt Erholungssuchende und Hundehalter um besondere Rücksicht und Einhaltung einiger einfacher Verhaltensregeln. Wildtiere halten sich besonders gern im Dickicht der Wälder, in Feldhecken oder im hohen Gras auf. „Es ist daher unbedingt notwendig, diese Ruhezonen zu meiden und die Wege nicht zu verlassen”, so Dr. Joachim Schnieders , Vorsitzender der Kreisjägerschaft Steinfurt-Tecklenburg. „In den Naturschutzgebieten gelten noch strengere Regeln“, teilt Hermann Holtmann , Sachgebietsleiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt, mit.

Das Betreten der Schutzgebiete außerhalb der festgelegten Wege sei grundsätzlich nicht erlaubt. Viele bodenbrütende Vogelarten hielten sich auf den geschützten Flächen auf. Eine Störung des Brutgeschäftes wäre fatal für diese Tiere.

Vor allem freilaufende Hunde stellen in der freien Natur und Landschaft eine Gefahr für trächtige Tiere und brütende Vögel sowie deren Nachwuchs dar. Immer wieder kommt es zu tragischen Zwischenfällen mit tragenden Tieren oder Jungtieren durch frei laufende Hunde. Vierbeiner gehören deshalb außerhalb geschlossener Ortschaften und natürlich in Naturschutzgebieten an die Leine. „Grundsätzlich sollten Hunde in der Nähe des Halters bleiben, auf seine Kommandos hören und an der Leine geführt werden“, raten Joachim Schnieders und Hermann Holtmann. „Aufgefundenes Jungwild bitte auf keinen Fall berühren!“ appelliert Joachim Ternes von der Unteren Jagdbehörde des Kreises Steinfurt.

Scheinbar verwaiste Rehkitze oder Junghasen sind meistens gar nicht so hilflos, wie es vielleicht den Anschein hat. Der gut getarnte Nachwuchs wird in den ersten Lebenswochen von den Müttern oft viele Stunden allein gelassen und nur zum Säugen aufgesucht – der beste Schutz vor Fressfeinden.

Die Küken bodenbrütender Vögel wie von Kiebitz und Fasan sind oft „Nestflüchter“ und laufen selbstständig umher, werden aber dennoch weiter von den Eltern versorgt. Erst durch Menschengeruch werden Jungtiere wirklich zu Waisen.

Haben die Jungtiere den Geruch des Menschen erst einmal angenommen, werden sie oft von den Muttertieren verstoßen und verhungern. Einzelne Jungtiere auf der Wiese oder im Feld sind also in der Regel nicht verwaist, sondern werden zu ihrem Schutz allein gelassen.

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