Neue Beratungsstelle für sexualisierte Gewalt in Rheine
Opferzahl ist erschreckend hoch

Kreis Steinfurt -

Seit dem 1. April gibt es in Rheine eine neue Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt. Sie ist ein erweitertes Angebot der örtlichen Frauenberatungsstelle an der Münstermauer 3.

Montag, 20.05.2019, 16:32 Uhr

Mit Agnes Denkler und Ria Mester teilen sich zwei erfahrene Fachberaterinnen für Psychotraumatologie 1,5 Stellen. Die Mitarbeiterinnen unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht. Die Beratung ist kostenfrei und auf Wunsch anonym.

Frauen, die Opfer von sexualisierter Gewalt werden, also zum Beispiel von ihrem Ehemann vergewaltigt oder an ihrem Arbeitsplatz sexuell belästigt werden, finden dort Hilfe, psychosoziale Beratung, Begleitung zu Ärzten, zur Polizei, zu Gerichten und anderen Einrichtungen.

Gibt es einen Bedarf für das neue Angebot? Leider ja: 2018 hat die Beratungsstelle 400 Frauen beraten, über 500 Vorfälle häuslicher Gewalt wurden bei der Polizei angezeigt, nennt Denkler Zahlen. 300 Fälle von sexualisierter Gewalt seien es im gleichen Zeitraum gewesen. „Wenn es nicht bei vielen Frauen einen hohen Schamfaktor gäbe, wären sicher noch viel mehr angezeigt worden“, vermutet Denkler. Erschreckend: Jede dritte Frau sei in ihrem Leben mindestens einmal von sexualisierter Gewalt betroffen, jede zweite Frau erlebe sexuelle Belästigung.

Was sexualisierte Gewalt genau ist, erläutert Ria Mester. Dabei gehe es nur vordergründig um Sex. Die Täter wollten eine Frau damit vielmehr demütigen und so Sex als Machtinstrument benutzen. „Das geht durch alle gesellschaftlichen Gruppen und Bildungsschichten, haben Untersuchungen gezeigt.“

Vor 32 Jahren hat der Kirchenkreis Tecklenburg das Frauenhaus in Rheine eröffnet, vor acht Jahren die Frauenberatungsstelle, über den weiteren Ausbau des Netzwerks in den kommenden Jahren wird zurzeit nachgedacht.

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