Landratstour zu landwirtschaftlichen Betrieben in Hopsten
Wissen, wo der Schuh drückt

Kreis Steinfurt -

„Das ist alles hochinteressant für uns.“ Landrat Dr. Klaus Effing ist schon nach wenigen Minuten schwer beeindruckt von der Arbeit, die Hermann und Karoline Borchert mit ihrem Sohn Michael auf dem Bullenmastbetrieb in Hopsten leisten. Gerade hat Hermann Borchert über die Erfolge berichtet, die er mit der homöopathischen Behandlung der Tiere erzielt. „Mein Sohn Michael hat ja jetzt die Verantwortung im Betrieb übernommen. So habe ich Zeit und Muße, mich intensiv mit der Homöopathie zu beschäftigen“, berichtet Borchert über die ganzheitliche Betrachtung der Tiere im Stall. Schnell entsteht ein spannendes Gespräch, an dem sich auch Kreisdirektor Dr. Martin Sommer, Dr. Andreas Raatz (Veterinäramt des Kreises), Dr. Rolf Winters (Immissionsschutz), Lorenz Rustige (Bauamt) und Werner Wenker (Untere Wasserbehörde) beteiligen. Da bleibt kaum Zeit für eine offizielle Eröffnung der Landratstour der Landwirtschaft. Einmal im Jahr besucht Dr. Klaus Effing auf Einladung des WLV-Kreisverbandes landwirtschaftliche Betriebe im Kreis, um sich mit seinen leitenden Mitarbeitern vor Ort über die Themen zu informieren, die die Bauernfamilien aktuell bewegen.

Freitag, 23.08.2019, 15:36 Uhr aktualisiert: 26.08.2019, 16:38 Uhr
Hermann Borchert (l.) erläuterte der Besuchergruppe aus Steinfurt, welche gute Erfolge er mit der homöopathischen Behandlung seiner Tiere auf dem Familienhof in Hopsten erzielt.
Hermann Borchert (l.) erläuterte der Besuchergruppe aus Steinfurt, welche gute Erfolge er mit der homöopathischen Behandlung seiner Tiere auf dem Familienhof in Hopsten erzielt.

Landratstour des WLV-Kreisverbands Steinfurt

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  • Foto: WLV/Marlies Grüter
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„Wir freuen uns, dass es auch in diesem Jahr gelungen ist, einen gemeinsamen Termin zu finden“, betont der WLV-Kreisverbandsvorsitzende Albert Rohlmann und spricht auch im Namen seines Stellvertreters Benedikt Langemeyer sowie Dorothee Gerleve-Oster (Leiterin der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer) und Kreislandwirtin Mareike Lölfer.

Die Folgen des zweiten Dürrejahres in Folge hat die Besuchergruppe schon auf der Fahrt nach Hopsten gesehen: Weiden, in denen kein Gras mehr wächst, und extreme Trockenschäden im Mais. „Die Getreideernte war schon unterdurchschnittlich. Beim Mais droht uns ein Totalausfall. Das tut uns allen weh“, sagt Rohlmann. „Der Kreis Steinfurt ist von der Dürre ganz besonders betroffen.“

Beim Rundgang durch die Ställe wird weiter fachlich diskutiert. Was kommt noch auf die Familienbetriebe zu? Wie können Lösungen für die Herausforderungen der neuen Düngeverordnung, für Auflagen in der Tierhaltung sowie für Biodiversität, Umwelt- und Naturschutz gefunden werden? „Unsere Familien verlässt in Teilen der Mut“, machen Rohlmann und Langemeyer deutlich. „Wir haben Sorge, dass die nächste Generation sich möglicherweise dagegen entscheidet, die Landwirtschaft fortzuführen.“

Bedeutendes Thema ist immer wieder das Wasser. Wie kann es gelingen im Kreis für nachhaltig sauberes Trinkwasser zu sorgen und die Gewässerkarte mit den vielfach „roten“ Grundwasserkörpern neu zu zeichnen?

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an den über 660 Kilometern Fließgewässer im Kreis Steinfurt. Hier arbeiten Kreisverwaltung und Landwirtschaft eng zusammen. Das zeigt die nächste Station der Landratstour an der Hopstener Aa. Werner Wenker (Untere Wasserbehörde) und Marc Krümpel (AG Wasser- und Bodenverbände) zeigen abgeschlossene Maßnahmen zur ökologischen Umgestaltung des Gewässers. Wichtig wird in Zukunft eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung, da sind sich die Wasserexperten einig, um bei Starkregenereignissen den Wasserabfluss zu gewährleisten und bei Trockenheit das Wasser in der Fläche zu halten.

Dass Landwirtschaft im Kreis Steinfurt neue Wege geht, wird der Besuchergruppe deutlich beim Rundgang über den Hof Mersch in Hopsten. Auf dem gewachsenen Betrieb mit einer über 400-jährigen Geschichte werden 240 Sauen gehalten. Öffentlichkeitsarbeit ist dem jungen Betriebsnachfolger Karsten Mersch ein wichtiges Anliegen. Durch ein Fenster im Ferkelstall können die Besucher sehen, wie die Schweine gehalten werden. Im Studium hat Mersch sein Interesse an Beratung und Vermarktung entdeckt. Über eigenen Gemüseanbau und Eierproduktion hat er einen Hofladen mit Direktvermarktung aufgebaut. „Toll, was Sie hier auf den Weg gebracht haben“, finden alle Besucher und probieren Köstlichkeiten.

Zum Thema

Einblicke in die Landwirtschaft im Kreis Steinfurt gibt es auch beim „Tag der Landwirtschaft“ an der Surenburg in Riesenbeck am 15. September mit Kreistierschau, Agrartechnik, Bauern- und Kreativmarkt und alten Handwerken.

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