Heike Bringmeier setzt Geschäftsidee mit ausgeprägtem Einfühlungsvermögen um
Erfolg kommt aus der Wundertüte

Kreis Steinfurt -

Frauen als Unternehmerinnen sind immer noch in der Minderheit. Das ist auch in der regionalen Wirtschaft so, wo sie längst nicht wie Männer in Führungsetagen vertreten sind. Unsere neue, von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Kreis Steinfurt (WESt) unterstützte Porträt-Reihe rückt weibliches Unternehmertum ins Blickfeld. In loser Folge porträtieren wir Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen aus dieser Region. Heute: Heike Bringemeier, Inhaberin des Geschenk- und Werbeartikel-Großhandels „Wunderle“ in Ibbenbüren.

Mittwoch, 11.09.2019, 15:10 Uhr
Heike Bringemeier in ihrer „Wunderle-Werkstatt“. Dort gibt es Wundertüten für Erwachsene mit kleinen Überraschungen.
Heike Bringemeier in ihrer „Wunderle-Werkstatt“. Dort gibt es Wundertüten für Erwachsene mit kleinen Überraschungen. Foto: Sabine Braungart

„Erfolgreich Produkte zu designen und Trends zu erspüren, das geht nur mit Gefühl.“ Wenn Heike Bringemeier ihr Unternehmen beschreibt, spricht sie mit großer Leidenschaft von Emotionen und Liebe zum Detail. „Ich möchte mit meinen Produkten glücklich machen, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“ Seit sechs Jahren verfolgt die Ibbenbürenerin mit einem 15-köpfigen Mitarbeiterinnen-Team dieses Ziel mit „Wunderle“ Geschenk- und Werbeartikeln.

Bei genauerem Hinsehen wird schnell klar: Der Betriebserfolg resultiert ebenso auf jahrzehntelanger Erfahrung auf dem Beschaffungsmarkt, dem Wissen um marktfähige Produkte und der Bewältigung großer Auftragsmengen. Schon 1995 gründete Heike Bringemeier ihr erstes Unternehmen. Anfangs zugleich als Florist-Meisterin im elterlichen Blumenladen und Friedhofsgärtnerei tätig, baute sie mit ihrem Mann einen Großhandel für Deko- und Wohnaccessoires auf.

Nach dem Tod ihres Mannes entscheidet sie, sich ausschließlich auf ihr Unternehmen „Blümchen & Ko“ zu konzentrieren und dieses allein weiterzuführen. Mit großem Erfolg: Rund 18 Jahre lässt sie selbst designte Artikel in riesigen Stückzahlen in Fernost fertigen und beliefert große Handelsketten, auch im Ausland.

Der Gewerbe ist zugleich nervenaufreibend: „Wir waren mehr und mehr vorwiegend mit der Administration beschäftigt, und die Liebe zum Detail blieb auf der Strecke. Das wollte ich nicht mehr, denn das widersprach unserer Firmenphilosophie.“

Heike Bringemeier war bereit, sich komplett neu zu orientieren. Ein Umbruch. „Ich habe durch den Wechsel gelernt, dass das nichts Schlechtes ist, ich kann jedem nur raten: Sei mutig und folge Deinem Herzen!“

Obwohl noch nicht klar war, wo die Reise hingeht, buchte sie damals wie gehabt eine große Fläche auf einer Frankfurter Branchenmesse. Und fand die Eingebung zu ihrer neuen Geschäftsidee in einem Roman, in dem es um einen Neuanfang geht und die Suche nach dem eigenen Lebensglück. „Ich wusste plötzlich, ich will mit meiner Arbeit Freude bereiten, die Seele der Menschen berühren“, erzählt die 50-Jährige.

Eine von vielen möglichen Antworten auf die Frage, was uns als Kinder glücklich gemacht hat, wurde zum Mittelpunkt ihrer neuen Ausrichtung: Wundertüten. Gefüllt mit überraschenden Kleinigkeiten, die das Herz erfreuen.

In nur sechs Wochen kreierte die Designerin mit ihrem Team 300 neue solcher Wundertüten für Erwachsene, gefüllt mit jeweils fünf bis sieben kleinen Geschenken. Und präsentierte diese erstmals Anfang 2013 auf der Internationalen Leitmesse „Christmasworld“.

Bis heute bietet Wunderle diese Auswahl mit wechselndem Sortiment. So gibt es etwa die Wundertüte „Frauengedöns“, „Bienenretter“, „Männer Grill Tüte“ oder „Dufte Weihnachten“. Gefertigt und konfektioniert wird nicht in China, sondern maßgeblich in 13 Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die meisten davon im Umkreis von 150 Kilometern, auch um aus ökologischen Gründen kurze Wege zu realisieren.

Heike Bringemeier, Mutter zweier erwachsener Kinder, gestaltet und entwickelt die Deko-, Geschenk- oder Werbeartikel in großen Auflagen für den Handel oder maßgeschneidert für Industrie- und Werbemittelkunden. Ihre Entwürfe und ihre Marktkenntnis werden inzwischen auch anderweitig angefragt, zum Beispiel für das Produktdesign von Süßwarenherstellern. „Ich weiß zum einen, was zu welchem Preis im Markt funktioniert. Zum anderen nutze ich natürlich meine Intuition und meinen Erfahrungsschatz“, meint die Geschäftsfrau. Und das ist aus ihrer Sicht durchaus etwas typisch Weibliches. „Ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen ist unsere große Stärke. Wenn wir mutig unseren Gefühlen folgen, werden wir auch erfolgreich!“

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