Jahresveranstaltung des Steinfurter Bündnisses gegen Depression am Mittwoch in Emsdetten
Wenn Arbeit die Seele krank macht

Kreis Steinfurt -

Einmal im Jahr widmet sich das Steinfurter Bündnis gegen Depression in einer öffentlichen Veranstaltung einem besonderen Thema. Am Mittwoch (25. September) um 18 Uhr in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten, Friedrichstraße 2, geht es um „Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt.“

Freitag, 20.09.2019, 17:36 Uhr
Arbeit kann krank machen – mit teilweise schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen und wirtschaftlichen Einbußen für die Unternehmen.. Das Problem wird in der Jahresveranstaltung des Bündnisses für Depression am Mittwoch in Emsdetten thematisiert. Einzelheiten dazu haben (v.l.) Dr. Christos Chrynsathou, Tilman Fuchs und Dr. Anke Bösenberg gestern im Kreishaus vorgestellt.
Arbeit kann krank machen – mit teilweise schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen und wirtschaftlichen Einbußen für die Unternehmen.. Das Problem wird in der Jahresveranstaltung des Bündnisses für Depression am Mittwoch in Emsdetten thematisiert. Einzelheiten dazu haben (v.l.) Dr. Christos Chrynsathou, Tilman Fuchs und Dr. Anke Bösenberg gestern im Kreishaus vorgestellt. Foto: dpa

Hektik, Stress, Lern-, Anpassungs- und Erfolgsdruck, ständige Erreichbarkeit, Überstunden, Automatisierung. Arbeit kann dazu beitragen, krank zu werden. So krank, dass mittlerweile bei etwa 28 Prozent der Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren die Seele leidet. Ein Problem, das, wie so oft bei psychischen Erkrankungen, öffentlich wenig Beachtung findet. Das „Steinfurter Bündnis gegen Depression“ arbeitet seit zwölf Jahren daran, dass sich daran etwas ändert. Einmal im Jahr widmet es sich in einer öffentlichen Veranstaltung einem besonderen Thema. Am Mittwoch (25. September) um 18 Uhr in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten, Friedrichstraße 2, geht es um „Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt.“ Der Abend findet in Kooperation mit dem Netzwerk „Selbsthilfe und Ehrenamt“ statt.

Die Bedeutung des Themas nicht nur für Betroffene und Angehörige, sondern auch für Unternehmen und die Belegschaften haben Bündnis-Vorsitzender Dr. Christos Chrysanthou, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Lengerich, seine Stellvertreterin Dr. Anke Bösenberg, Ärztin im Kreisgesundheitsamt, und Tilman Fuchs , Sozialdezernent des Kreises Steinfurt, am Freitag im Verlauf eines Pressegesprächs deutlich gemacht. Symptome psychischer Erkrankungen (Ängste, Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit) schwächen die Leistungsfähigkeit. Das Akku wird leer. Selbstbewusstsein und Zufriedenheit bekommen einen Knacks.

Die Folgen sind nicht nur für die Betroffenen und ihre Familien groß. Auch das Arbeitsumfeld wird beeinflusst. Die Fehlzeiten in Zusammenhang mit diesem Krankheitsbild haben sich in den vergangenen 40 Jahren vervierfacht. Die Produktionsausfälle hätten allein im Jahr 2016 157 Milliarden Euro verursacht, rechneten Chrysanthou und Bösenberg vor. Die Zahl der Frühverrentungen psychisch Erkrankter hat deutlich zugenommen. Innerbetriebliche Abläufe werden gestört, das Betriebsklima verschlechtert sich und bietet Mobbing einen Nährboden. Chrysanthou: „Es gibt also gute Gründe, sich auf unterschiedlichsten Ebenen mit dem Problem auseinanderzusetzen.“

Ziel der Veranstaltung, so machten Chrysanthou, Bösenberg und Fuchs klar, sei es, Betroffenen aufzuzeigen, wer Hilfen anbietet und welche Therapie-Möglichkeiten es gibt. Chrysanthou: „Arbeit ist nicht allein der krankmachende Faktor. So einfach sind die Zusammenhänge nicht.“

So geht es also nicht nur darum, Ursachen und Auswirkungen zu benennen, sondern auch darum, Stigmen zu bekämpfen, die sich hartnäckig halten und immer wieder zu Diskriminierungen, Entmutigungen und Ausgrenzungen führen. Chrysanthou: „Es lohnt sich, Vorgesetzte für den Umgang mit psychischen Erkrankungen zu sensibilisieren und zu vermitteln, wie die Arbeit so gestaltet werden kann, dass die Psyche der Angestellten möglichst gesund und belastbar bleibt.“

Chrysanthou wird darauf in seinem Vortrag näher eingehen. Authentizität schafft der Abend außerdem dadurch, dass nicht über, sondern mit Betroffenen über deren Krankheitsgeschichte gesprochen wird. Julia Gakstatter vom Netzwerk Selbsthilfe und Ehrenamt übernimmt die Moderation.

Zum Thema

Die Teilnahme ist kostenlos, es wird allerdings um Anmeldung im Sekretariat von Dr. Chrysanthou, ' 0 54 81/1 22 12, E-Mail a.lier@lwl.org bis Montag (23. September) gebeten. Darüber hinaus plant das Bündnis die Gründung eines Netzwerks, das sich mit seelischer Gesundheit in Unternehmen im Kreis Steinfurt beschäftigt. Außerdem wird es in Zusammenarbeit mit dieser Zeitung am 9. Oktober von 15 bis 18 Uhr eine Telefonaktion zum Thema der Veranstaltung geben. Weitere Informationen dazu folgen.

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