Corona-Erlass
Notfallpraxis muss aus Klinikum Ibbenbüren ausziehen

Tecklenburger Land -

Sozusagen von jetzt auf sofort musste am Mittwoch die Notfallpraxis aus dem Klinikum Ibbenbüren ausziehen. Grund ist ein Erlass, wonach Einrichtungen, die nicht zum Krankenhaus gehören, ausgelagert werden müssen.

Donnerstag, 19.03.2020, 09:44 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 09:51 Uhr
Corona-Erlass: Notfallpraxis muss aus Klinikum Ibbenbüren ausziehen
Anja Büscher und Dr. Katja Nierhoff-Lüttmann (r.) vor der neuen Notfallpraxis. Diese musste jetzt innerhalb kürzester Zeit in die Container umziehen, die kurzfrstig auf dem Parkplatz des Klinikums aufgestellt wurde. Foto: Sabine Plake

Träger der Notfallpraxis ist die Kassenärztliche Vereinigung . „Und dabei hatten wir diese gerade bei uns im Haus integriert. Das funktionierte alles super“, sagt Klinikum-Geschäftsführer Nicolas Kelly im Gespräch mit unserem Medienhaus. Erst kürzlich war die Notfallpraxis dort eingezogen.
Der Umstand jetzt sei zwar traurig, aber die Krankenhäuser seien angewiesen, den Besucherverkehr auf das Minimalste zu beschränken. Kurzfristig musste also eine Alternative her. Das gestaltete sich nicht ganz so einfach. Andere Räumlichkeiten wurden auf die Schnelle nicht gefunden, aber das Klinikum hatte noch ein paar Baucontainer.

Praxis in vier Containern

„Das ist besser als nichts“, sagt Kelly. In diesen Zeiten müsse man halt manchmal ein wenig improvisieren. Dass die Baucontainer über waren, war sowieso „ein bisschen Glück“. Denn eigentlich sollte das Baubüro umziehen, das derzeit in dem alten Gebäude Weststraße untergebracht ist. Dieses soll abgerissen werden, „aber das muss ja nicht morgen sein“. Als erneuter Standort für die Notfallpraxis oder aber als Station für Coronainfizierte komme dieses Gebäude aber leider aufgrund von schweren Baumängeln nicht in Frage.

Die vier Container teilen sich auf in Anmeldung, Wartebereich, Behandlungszimmer und Funktionszimmer (EKG, Infusion, Verband), erläutert Anja Büscher, leitende Koordinatorin für die Notfallpraxis Ibbenbüren. In den Wartebereich dürften nur wenige Patienten, die Patienten sollen im „Autowartezimmer“ warten, bis sie dran sind. „In dem Wartezimmer werden nur vier Stühle stehen.“

Keine Corona-Patienten

Patienten, die glauben, sie haben Corona, sind bei der Notfallpraxis falsch, betonen die beiden Frauen. „Wir streichen nicht ab“, unterstreicht Dr. Katja Nierhoff-Lüttmann, zuständig für die Notfallpraxis.

Sie lobte die gute Kooperation mit dem Klinikum. Der Erlass sei von Montag, am Mittwoch ging die Praxis vor dem Klinikum in Betrieb. „Das ist super.“

Die Notfallpraxis ist jeden Werktag von 18 bis 22 Uhr, mittwochs und freitags von 13 bis 22 Uhr und an Samstagen und Sonntagen sowie an Feiertagen von 8 bis 22 Uhr zuständig. Sie ist nicht telefonisch zu erreichen.

Für Corona-Verdachtsfälle sind der Hausarzt, das Gesundheitsamt oder die Telefonnummer 116117 zuständig. Zudem sollen Verdachtsfälle auf keinen Fall eine Praxis aufsuchen. Sie sollen die Symptome am Telefon schildern.

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