Verlässliche Partner in schweren Zeiten
Über die besondere Rolle der Hausbanken für die notleidenden Unternehmen

Kreis Steinfurt -

Die Corona-Pandemie hat auch die Wirtschaft im Kreis Steinfurt komplett durchgeschüttelt. Zum Glück handeln Bundes- und Landesregierung schnell und stellen Zuschüsse zur Verfügung.

Donnerstag, 26.03.2020, 20:09 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 20:42 Uhr
Verlässliche Partner in schweren Zeiten: Über die besondere Rolle der Hausbanken für die notleidenden Unternehmen
Die KfW und die Deutsche Kreditwirtschaft haben mitgeteilt, dass Unternehmen in Deutschland Hilfskredite beantragen können. Die Unterstützung werde über die Hausbanken beantragt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Ab sofort können die Anträge heruntergeladen werden – und werden auch am Wochenende von den Mitarbeitern der Bezirksregierung bearbeitet, damit die Auszahlung möglichst bereits nächste Woche stattfinden kann. Wer Hilfe bei der Antragsstellung benötigt, dem stehen das Team der WESt, die Kreishandwerkerschaft, die IHK und der HWK telefonisch zur Verfügung. 

Es ist klar, dass diese Zuschüsse in der Regel nicht ausreichen – schon gar nicht, wenn der aktuelle Zustand noch mehrere Monate anhält. Hier kommen die Hausbanken ins Spiel. Sie sind engagierter Partner für die Unternehmen im Kreis. Ebenso wie während der Finanzkrise geht der Service gerade von Kreissparkasse, Sparkassen und Volksbanken über das übliche Maß hinaus. 

Warum? Ein Banker erklärte es so: „Ich arbeite und wohne mein ganzes Leben hier in der Region. Ich treffe meinen Kunden regelmäßig. Es bestehen zahlreiche Verflechtungen – über die Familien, Freunde, Angestellte. Ich weiß genau, wie wichtig die Arbeitsplätze in den Unternehmen für die Region sind und ich will jedem einzelnen Unternehmen helfen, gut dadurch zu kommen.“ 

Nachfrage nach Förderkrediten enorm

Dienst nach Vorschrift? Gibt es in der Regel nicht – schon gar nicht in diesen Zeiten. So berichtet etwa WESt-Chefin Birgit Neyer , dass ein Unternehmer, mit dem sie gesprochen hatte, gleich einen Tipp bekam, wie sich seine finanziellen Verpflichtungen reduzieren lassen. Kurz: Die Banken seien, so Neyer, in diesen Zeiten zentraler Teil der Lösung: „Ohne sie wären die anstehenden Aufgaben nicht zu bewältigen.“ 

In den vergangenen zwei Wochen, so Neyer weiter, hätten die Volks- und Raiffeisenbanken, der Kreissparkasse und der Sparkassen ihre Kernprozesse optimiert, um die zu erwartende Antragsflut unbürokratisch umsetzen zu können. So lange habe es gedauert, bis die Förderrahmenbedingungen für die unterstützenden Maßnahmen überwiegend geklärt wurden. Weil die Banken auf unklarer rechtlicher Grundlage nicht handeln dürfen, sei möglicherweise das eine oder andere Missverständnis aufgetreten. Birgit Neyer: „Alle wissen, und da betone ich gern die Bedeutung der lokalen Finanzinstitute, dass es jetzt auf schnelle, unkomplizierte Hilfe ankommt.“ 

Dass die Nachfrage nach Förderkrediten des Bundes- und der Landesregierung enorm ist, bestätigen die regionalen Kreditinstitute. „Unsere 40 Firmenkundenberater erhalten aktuell mehr als 600 Anfragen pro Tag“, fasst Carl-Christian Kamp , stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Steinfurt, die aktuelle Situation in den Firmenkunden-Centern der Kreissparkasse zusammen. Mit Hochdruck arbeite das Team daran, alle Fragen und Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten. 

40 kfW-Anträge in drei Stunden

„Wir haben in den vergangenen Tagen bereits erste Fördergelder von unserer Seite ausgelegt und nicht auf den Start der KfW gewartet, um so den ersten Kunden schnell weiterhelfen zu können“, sagt Kamp. Seit Montag können Anträge für die verschiedenen Förderkredite offiziell bei der jeweiligen Hausbank des Unternehmens beantragt werden. 

Alleine am Mittwochmorgen habe das Kreditinstitut binnen drei Stunden 40 KfW-Anträge weitergeleitet. Über die Gesamtzahl und Höhe der herausgegebenen Liquiditätsmittel kann die Kreissparkasse noch keine Angaben machen. „Aktuell konzentrieren wir uns vorrangig auf die Bearbeitung der Anträge“, sagt Kamp.

Um die Prozesse beschleunigen zu können, hat die Kreissparkasse innerhalb kürzester Zeit eine sichere und einfache Möglichkeit geschaffen, die Anträge online einzureichen. Die Übermittlung erfolgt im gesicherten Bereich des Sparkassen-Firmenkundenportals inklusive der Eingabe einer TAN-Nummer. Auf der Internetseite hat die Kreissparkasse alle Infos zu den Förderprogrammen zusammengestellt: www.ksk-steinfurt.de/corona-hilfen

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