Auswirkungen der Corona-Pandemie
Die Arbeitslosigkeit im Kreis nimmt weiter zu

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor erheblich. Doch obwohl die Zahl der Arbeitslosen im Juni im Kreis Steinfurt erneut gestiegen ist, verlangsamt sich die Entwicklung offenbar.

Mittwoch, 01.07.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 17:27 Uhr
Auswirkungen der Corona-Pandemie: Die Arbeitslosigkeit im Kreis nimmt weiter zu
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Steinfurt ist im Juni im Vergleich zum Vormonat erneut gestiegen. Foto: picture alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Steinfurt ist im Juni erneut gestiegen. Insgesamt 12.421 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 247 mehr als im Mai. Das entspricht einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2 Prozent. Damit verlangsamte sich die Entwicklung: Von April zu Mai erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen noch um 6 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 4,8 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Mai.

„Ob wir nun den Höhepunkt der Arbeitslosigkeit erreicht haben, lässt sich noch nicht sagen“, so Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. „Dennoch ist es ein erstes gutes Zeichen, dass die Dynamik, mit der die Arbeitslosigkeit zuletzt gestiegen ist, langsam nachlässt.“ Insgesamt seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt erheblich. So waren zuletzt 3450 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Juni 2019 – ein Anstieg um 23,5 Prozent.

Unternehmen setzen weiter auf Ausbildung

Besonders deutlich stieg die Jugendarbeitslosigkeit. Im Juni waren 665 Jugendliche und junge Erwachsene arbeitslos gemeldet, 275 mehr als im Juni 2019. „Die Corona-Pandemie bedingt, dass viele Unternehmen zunächst versuchen, ihr vorhandenes Personal zu halten und nicht an Neueinstellungen denken können. Das darf aber nicht dazu führen, dass die Jugend nun keine beruflichen Chancen bekommt“, betont Zwilling.

Im Juni meldeten 71 weitere Betriebe Kurzarbeit an. Damit stieg die Zahl der Unternehmen mit Kurzarbeit auf 4188. Demnach sind 61 186 Arbeitnehmer betroffen, das sind 37 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis.

Trotz der Corona-Krise setzen die Unternehmen im Kreis aber weiter auf Ausbildung. So haben sie aktuell noch 1468 Ausbildungsmöglichkeiten zu vergeben. Insgesamt meldeten die Unternehmen im Agenturbezirk seit Oktober 2019 3167 Ausbildungsstellen. Derzeit sind noch 964 Jugendliche ohne Ausbildungsstelle. Das bedeutet: Es stehen jedem unversorgten Bewerber 1,5 freie Ausbildungsstellen zur Verfügung.

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