Wo gibt es die Feldgrille noch?
Verlust des Lebensraums im Kreis gefährdet die Art massiv

Kreis Steinfurt -

Das Zirpen der Feldgrille erklingt immer seltener. Im Kreis Steinfurt sind aktuell nur Vorkommen in den Naturschutzgebieten Boltenmoor und Emsaue-Süd in Greven bekannt. Ein Ziel der Biodiversitätsstrategie des Kreises ist es, den Lebensraum und damit die Feldgrille selbst zu fördern. Deshalb fragt das Umweltamt: Wo im Kreis gibt es die Feldgrille noch?

Freitag, 03.07.2020, 17:13 Uhr
Wo gibt es die Feldgrille noch?: Verlust des Lebensraums im Kreis gefährdet die Art massiv
Die Feldgrille gilt in NRW als gefährdet. Das Umwelt- und Planungsamt hofft, dass Bürgerinnen und Bürger Hinweise auf Vorkommen des Insekts geben können. Foto: Kreis Steinfurt

Das Zirpen der bis zu zwei Zentimeter großen Feldgrille gehörte einst zu den bekanntesten Naturgeräuschen des Sommers. Die Lockgesänge der Männchen hallen mit bis zu 100 Dezibel bis zu 100 Meter weit. Sie sind sowohl tagsüber als auch bis weit in die Nacht zu hören.

„Wir bitten Bürgerinnen und Bürger uns zu informieren, wenn sie Feldgrillen in der Natur gesehen haben. Sie gehört zu den Charakterarten der Sandtrockenrasen, die in NRW und auch im Kreis Steinfurt selten geworden sind. Sie bewohnt aber auch trockene, nur schütter bewachsene Böschungen, Feldränder, Brachflächen und Heiden“, erklärt Heiner Bücker , Leiter des Umweltamts, und beschreibt das Aussehen: „Schwarzer Körper, glänzender Kopf, bräunliche Flügel, lange Fühler.“ Aufgrund der Lebensraumverluste gelte die Feldgrille in NRW als gefährdet. 

Doch dort, wo es entsprechende Lebensräume noch gibt, scheint sich die wärmeliebende Art mit den trocken-warmen Jahren seit 2018 wieder auszubreiten. So wurden die Insekten nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie an vielen Stellen weit abseits der bekannten Vorkommen gefunden. Deshalb hofft auch der Kreis auf Sichtungen, so Bücker: „Damit wir die Feldgrille gezielt fördern und ihren Lebensraum schützen können, müssen wir die Vorkommen kennen. Wir würden uns freuen, wenn die Menschen uns dabei unterstützen. Die Hinweise sind wertvoll für unsere Arbeit.“ 

Sichtungen können gemeldet werden bei Esther Susewind per E-Mail an esther.susewind@kreis-steinfurt.de oder unter Tel. (0 25 51) 69 14 84. Eine Kartendarstellung mit der Verbreitung in Deutschland und NRW gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie unter: http://dgfo-articulata.de/heuschrecken/arten/gryllus_campestris

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