Politiker-Stimmen aus Kreis Steinfurt
Von wichtiger Infrastruktur bis Subventionsfalle: kontroverse Debatte um FMO-Zukunft

Greven -

Beinahe, so hört man, seien in der Nachbarstadt Münster die Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen, SPD und „Volt“ am Flughafen Münster/Osnabrück gescheitert. Nur mühsam, so hört man weiter, habe es einen Kompromiss zwischen FMO-Kritikern bei den Grünen und FMO-Unterstützern bei der SPD gegeben. Wie aber beurteilt die Politik im Kreis Steinfurt die Zukunft des Grevener Airports? Und wie sieht der Kreis als zweitgrößter Anteilseigner die Zukunft und den Zuschussbedarf des FMO? Von Michael Hagel
Donnerstag, 04.02.2021, 18:23 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 04.02.2021, 18:23 Uhr
Politiker-Stimmen aus Kreis Steinfurt: Von wichtiger Infrastruktur bis Subventionsfalle: kontroverse Debatte um FMO-Zukunft
Die Diskussion um die Zukunft des Flughafens Münster/Osnabrück wird auch im Kreis Steinfurt mit Vehemenz geführt. Die Auffassungen gehen in dieser Frage weit auseinander. Foto: dpa

Erst vor Kurzem wurde Landrat Dr. Martin Sommer für knapp fünf Jahre turnusgemäß zum Aufsichtsratsvorsitzenden des FMO gewählt. Das sei aber, so meint er, nicht der Grund, warum er den Flughafen „weiterhin als wichtiges Verkehrsinfrastrukturprojekt für die Region“ ansieht. Sommer sagt, dass die politische Debatte um Aufwand und Ertrag in Sachen FMO berechtigt sei, er sagt aber auch, „dass der FMO vor Corona auf einem guten Weg gewesen ist.“

Der Landrat will den Airport weiterentwickeln, künftig gerne auch mit CO2-neutralen Fliegern. Und die aktuell diskutierten Coronahilfen – für den Kreis über drei Jahre jeweils gut 3,2 Millionen Euro – müssten gezahlt werden. Sommer: „Der FMO ist kein Nice-to-have, sondern öffentliche Infrastruktur. Und die kostet nun mal Geld.“ Allerdings dürfe er kein Fass ohne Boden werden.

Nah bei ihm ist die CDU-Kreistagsfraktion. Deren Chef Wilfried Grunendahl sagt: „Die Region und die Wirtschaft der Region brauchen den FMO, sonst hätten wir hier klare strategische Nachteile. Deshalb wollen wir auch die Coronahilfen auszahlen.“ Allerdings schränkt auch er ein, dass man in der Hüttruper Heide vieles auf den Prüfstand stellen muss, damit der finanzielle Aufwand vor allem der großen Gesellschafter künftig verringert werden kann. „Deshalb müssen wir auch nach Zusatzeinnahmen für den Flughafen suchen.“ Grunendahl wünscht sich für den FMO mittelfristig 1 bis 1,2 Millionen Passagiere pro Jahr, das würde seine Legitimation deutlich erhöhen.

Kritik an Subventionen

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