Ladbergen
75 Jahre Wester Schützen

Dienstag, 10.07.2007, 16:07 Uhr

Ladbergen. Drei Schützenvereine gab es im Heidedorf bereits, als sich einige Männer aus Wester am ersten Sonntag im Juni 1932 in Berlemanns Sackenbrock zusammensetzten, um endlich auch über einen Schützenverein in der eigenen Bauerschaft zu beratschlagen. Dass die Westeraner an jenem Nachmittag nicht über einige Ideen und Gedanken hinauskamen, lag daran, dass bald ein heftiges Gewitter aufzog und die Zusammenkunft sprengte. Doch war das Thema damit natürlich nicht vom Tisch. Die nächste Woche, so steht es in der Vereinschronik, verwendete man darauf, weiter Werbung für den neu zu gründenden Verein zu machen. Das Ergebnis: Am 12. Juni desselben Jahres saß man erneut zusammen und hob an gleicher Stelle mit 63 Mitgliedern den Schützenverein Wester unter dem Vorsitz von Heinrich Schröer aus der Taufe.
Dass die Schützenbrüder in den übrigen drei Vereinen bereits ihre Erfahrungen mit dem Schützenwesen gemacht hatten, sollte ihnen nun zu Hilfe kommen. Es dauerte keine zwei Monate und schon wurden im Westerwald Bäume gefällt, ein Festzelt aufgestellt und das erste zweitägige Schützenfest gefeiert. Erster Schützenkönig in Wester war Otto Niemeier, der sich beim Königsschießen auf dem Schießstand des Kriegervereins als treffsicherster Schütze erwies.
Bis zum Jahresende 1932 hatte sich die Mitgliederzahl auf 101 erhöht. Zudem hatten die Frauen Gensen und Paul eine eigene Vereinsfahne bestickt, die fortan im Hause des Bauern Otto Barkmann aufbewahrt wurde. Welch ein Start des jungen Vereins, der sein Schützenfest bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jedes Jahr wieder im Westerwald feierte und zu den Klängen der Dalhoffschen Kapelle aus Tecklenburg das Tanzbein schwang.
Die Tradition, ihre Feste ordentlich zu feiern, haben sich die Schützen seit jeher beibehalten. Entsprechend ausgiebig feierte man 1957 unter dem Motto „Jung und Alt zum Westerwald“ das 25-jährige Bestehen. Das Ganze unter großer Beteiligung der Nachbarvereine, die dem Jubiläumskönig August Schulte und Frau Ilse ihre Aufwartung machten. An der Vereinsgaststätte „Kanalschänke“ wurde 1982 das Schützenfest zum 50-jährigen Bestehen gefeiert. Gemeinsam mit Schützenkönig Gustav Wallmann und Frau Irma begrüßte der SV Wester über 750 Schützenbrüder aus 27 Vereinen. „Das Jubiläumsfest ist noch heute vielen Mitgliedern in angenehmer Erinnerung“, heißt es entsprechend in der neuesten Vereinschronik, die zum bevorstehenden Fest niedergeschrieben wurde.
Einen eigenen Abschnitt widmen die Vereinsmitglieder darin auch ihrer Gedenkstätte, die sie vor 20 Jahren in Eigenarbeit errichteten und seither treu umsorgen (siehe nebenstehender Bericht). Ebenso ist dort zu lesen, dass man sich seit 1991 zu Versammlungen im „Waldhaus an de Miälkwellen“ trifft, nachdem man zuvor bis 1960 auf dem Hof Heinrich Berlemann unter der großen Eiche zusammenkam und die Vereinsversammlungen ab 1961 in der „Kanalschänke“ einberief.
Änderungen hat es im Laufe der 75-jährigen Geschichte immer wieder gegeben. So werden die Schützenfeste seit 1999 in Verbindung mit der traditionellen Jugenddisco auf dem Gelände an der Freiluftsportanlage abgehalten, seit 1992 ist das Ganze garniert mit einem Wettkampftauziehen, welches sich großer Beliebtheit erfreut.
Dass der Schützenverein Tradition wahrt und gleichzeitig mit der Zeit geht, hat sich für die Westeraner ausgezahlt. 283 Schützenbrüder und seit 1998 darunter auch rund 60 aktive Schützenschwestern halten dem Verein die Treue, lassen das Vereinsleben blühen und die Schützenfeste Jahr für Jahr zu einem neuen Höhepunkt werden. Folglich ist es wohl kein Wunder, dass mit Annette Kötterheinrich 2001 erstmals und mit Nicole Kemper auch momentan eine Frau die Schützen in Wester anführt.

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