Ladbergen
Jakobsweg mit dem Bus erkundet

Mittwoch, 08.08.2007, 14:08 Uhr

Ladbergen . Über 1000 Jahre ist der Jakobsweg alt. Millionen von Menschen aus ganz Europa sind ihn gegangen – nachweislich auch aus Westfalen. Dabei hatten sie ein Ziel vor Augen: Die Kathedrale von Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens mit dem legendären Grab des Apostels Jakobus des Älteren. Die Jakobspilgerschaft ist damit ein bedeutendes gemeinsames europäisches kulturelles Erbe. Vor 19 Jahren organisierte Benno Hörst vom Kreisdekanatsbüro in Steinfurt zum ersten Mal eine Reise nach Santiago. Auch in diesem Jahr machten sich Pilger auf den Weg, darunter auch Teilnehmer aus Ladbergen.

Aus der Sorge, dass die Pilgerschaft des Lebens gelingt, haben Christen alle Zeit das Pilgern von Menschen als Vorbild angesehen und dazu die Hilfen der Heiligen erhofft. Im Grunde genommen ist es ein spiritueller Weg, ein Pfad der Sinnsuche und eine Möglichkeit, Gott zu begegnen. Um den Jakobsweg so bewusst zu gehen, hatte für die Gruppe des Kreisdekanates Steinfurt die geistliche Reisebegleitung Klaus Lunemann , Pfarrer von St. Martinus aus Greven, übernommen.

Für andere Jakobsfreunde ist der Weg schlicht einer der faszinierendensten Fernwander- oder Radwege Europas. Für die Ankunft ist es unerheblich, ob sie Scheinpilger sind oder nicht. Wer die letzten 100 Kilometer nachweislich zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt hat, bekommt mit entsprechenden örtlichen Stempelnachweisen auf Antrag eine besondere Urkunde ausgestellt. Letztere dient insbesondere auch der Tourismusförderung in der Region Galizien.

Das Kreisdekanat Steinfurt organisierte zum fünften Mal eine Fahrt auf dem Jakobsweg. Ein großer Teil davon kam aus Greven und Ladbergen. Als moderne Pilger nutzten sie dafür die Annehmlichkeiten des FMO und flogen bis ins spanische Bilbao. Von dort aus fuhren sie mit dem Bus oder wanderten auch Teilstrecken auf dem Camino Frances, wie der spanische Jakobsweg auch genannt wird, zum Ziel nach Santiago de Compostela. Da Santiago einen eigenen Flughafen hat, konnte der Rückflug bequem von dort aus erfolgen.

Der Jakobsweg hat mehr als ein Ziel. Das eigentliche Pilgerziel ist der Reliquienschein des Apostels. Die Gruppe des Kreisdekanates kam wie schon bei den Reisen voher am Vortag des Jakobsfestes an. Am späten Abend wird der gesetzliche Feiertag zu Ehren des Schutzheiligen von ganz Spanien mit einem prächtigen und überaus beeindruckenden halbstündigen Feuerwerk im Rahmen einer die Geschichte des Apostels Jakobus und seine Verbindung zu Santiago, Galizien und ganz Spanien darstellenden Form. Der große Platz vor der Kathedrale füllte sich mit dem Licht und den Farben des großartigen Schauspieles, das mit seinen Feuerwerken, Licht- und Tonveranstaltungen die Besucher in eine magische Welt verzeuberte.

Unterwegs auf dem Jakobsweg ist der Pilger selten allein. Auf der Wanderung lernt er Menschen aller gesellschaftlichen Schichten und jeden Alters kennen. Auch die Internationalität ist inzwischen zunehmend sichergestellt: Neben Spanier und anderen Pilgern aus ganz Europa waren Amerikaner, vereinzelt auch Afrikaner und auch Südostasiaten (zum Beispiel Südkorea) anzutreffen. Die Reisegruppe aus dem Kreisdekanat Steinfurt begegnete auch anderen Pilgern aus dem Bistum Münster, sogar aus dem Kreis Steinfurt wie auch zwei Fahrradpilgern, die sich aus der benachbarten niederländischen Region Twente auf den über 200 Kilometer langen Jakobsweg machten.

Seit dem frühen 11. Jahrhundert ist die Jakobsmuschel aus dem nahen Atlantik als Zeichen der erfolgreichen Pilgerschaft belegt. Damit ausgerüstet wird sich die Gruppe aus dem Kreisdekanat auf ein neues altes Teilstück des Jakobsweg begeben, der vor der eigenen Haustür beginnt und in Kürze auf der Strecke zwischen Osnabrück und Münster mit der gelben Muschel auf blauen Hintergrund markiert und ausgeschildert wird.

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