Ladbergen
Kooperation statt neidvoller Blicke

Freitag, 10.08.2007, 15:08 Uhr

-oh- Ladbergen . Zwei florierende Gemeinden, ein gemeinsames Luxusproblem : Dies- und jenseits des Kanals – genauer gesagt in Saerbeck und Ladbergen – sind die Gewerbeflächen bei Unternehmen auf Standortsuche begehrt. So begehrt, dass die Flächen, die die jeweiligen Gemeinden interessierten Unternehmen anbieten können, knapp werden. Auf der Suche nach Alternativen geraten daher auch wieder die Flächen in den Blickpunkt, die vor Jahren für den Gewerbepark SLG (Saerbeck, Ladbergen, Greven) am FMO vorgesehen waren.

„Ich könnte mit vorstellen, die Idee SLG wieder aufzunehmen“, sagte Saerbecks Bürgermeister Wilfried Roos den WN. Da die vorhandenen Gewerbegebiete annähernd voll seien, müsse man nach Alternativen suchen. Möglich sei ein Gewerbegebiet an der K9 n, das die Kommunen Saerbeck und Ladbergen gemeinsam planen und vermarkten. Darin ist er sich mit seinem Ladberger Amtskollegen einig.

Es gehe nicht darum, eine Konkurrenz zum Airportpark zu schaffen. „Das ist eine ganz andere Spielwiese“, stellt Roos klar. Es gebe im Umfeld des FMO jedoch durchaus „eine Menge Firmen, die die Nähe zum Flughafen suchen, aber deshalb nicht direkt auf der Start- und Landebahn bauen müssen. Und bevor die Unternehmen gar nicht zu uns kommen. . .“

Entscheidend bei der Bewertung eines interkommunalen Gewerbegebietes sei die Frage: „Was tut der Region gut?“, meint Roos. „Die Arbeitsplätze in der Region sind wichtig.

Nicht ohne Grund habe Ladbergens Bürgermeister Wolfgang Menebröcker bei der gemeinsamen Radtour mit dem Landrat in der vergangenen Woche gesagt: „Greven hat gewartet. Saerbeck und Ladbergen haben gehandelt.“ Da beide Kommunen beim Gewerbesteueraufkommen einen Spitzenplatz einnehmen, komme auch kein Neid auf. „Wir gönnen uns den Erfolg gegenseitig“, sagt Roos.

Der Plan für ein gemeinsames Gewerbegebiet ist nicht die erste Kooperation der beiden Gemeinden. Im Gegenteil: Die bei der Landrats-Tour mehrmals beschworene interkommunale Zusammenarbeit hat schon fast Tradition. „Dass wir uns auf Kollegenebene gut verstehen, ist schon lange so“, erzählt Roos.

Inhaltlich gebe es seit Jahren immer wieder Berührungspunkte. Den Anfang machte das SLG-Projekt. Die Kooperation im Rahmen der Gründung von „SaerVE“ folgte. An der Ver- und Entsorgungsgesellschaft sind die Stadtwerke Lengerich mit 40 Prozent beteiligt. Einer von zwei Stadtwerke-Vertretern in der Gesellschafterversammlung ist Wolfgang Menebröcker.

Eine ganz aktuelle Form der Zusammenarbeit: Ein Heizkraftwerk auf Ladbergener Gebiet – die Öhlmühle – produziert als Nebenprodukt Abwärme, die möglicherweise auf Saerbecker Gebiet genutzt werden kann. „Es gibt in Westladbergen drei potenzielle Großabnehmer“, erläutert Roos: die CAJ, das Hotel Stegemann und das Kalksandsteinwerk Stegemann. „Wir haben den dortigen Bedarf schon mal geprüft im Zusammenhang mit der möglichen Errichtung einer Biogasanlage.“

Man müsse immer über den Tellerrand – in diesem Fall über den Kanal – hinausblicken, ist Roos überzeugt. Nachbargemeinden müssten nicht als Konkurrenten auftreten, sondern sich gegenseitig helfen und Synergien nutzen. Ein gemeinsames Gewerbegebiet passt da ins Bild. Da beide Partner jedoch noch weit davon entfernt sind, Planungsrecht zu haben, ist die Idee eher langfristig zu sehen.

Roos und Menebröcker haben jedoch bereits vereinbart, sich gegenseitig zu informieren, wenn Unternehmen auf Standortsuche seien, die in der eigenen Gemeinde vielleicht nichts passendes finden, aber für die Nachbargemeinde in Frage kämen.

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