Ladbergen
Bis Sommer ist Gemeinde der Träger

Freitag, 07.09.2007, 18:09 Uhr

Ladbergen . Nein, Details wollte der Bürgermeister nicht verraten, auch wenn der Fachausschuss durchaus ein Recht darauf hätte, sie zu erfahren. Allzu hartnäckig wurde auch nicht gebohrt, als es um die Trägerschaft für die offene Ganztagsgrundschule ging.

Wie bereits berichtet, ist der Kooperationsvertrag mit dem Diakonischen Werk nach nur einem Jahr in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. An die Stelle des Werkes ist die Gemeinde getreten. Der Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales und Kultur zeigte sich mit dieser Lösung am Donnerstagabend einverstanden.

„Es gab im pädagogischen Ansatz Differenzen zwischen dem Pastor sowie der Leitung der Grundschule und der offenen Ganztagsschule“, erläuterte Wolfgang Menebröcker Es habe mehrere Gespräche gegeben, um ein anderes Strickmuster zu finden. „Das war nicht möglich.“ Dass man dann so schnell gehandelt hat, liegt auch daran, dass „die Differenzen nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden sollten“.

Das Personal, es sind mittlerweile vier Kräfte, eine fünfte soll noch eingestellt werden, hat neue Arbeitsverträge bei der Gemeinde bekommen.

Dass die Gemeinde nun vorerst Träger ist, hat auch finanzielle Auswirkungen. Ohne Kooperationspartner liege der Zuschussbedarf derzeit, bei 50 zu betreuenden Kindern, bei rund 13 000 Euro. Rund 50 000 Euro waren es mit dem Diakonischen Werk als Partner. „Ich tendiere dazu, zu sagen, die Ganztagsgrundschule aus Kostengründen und aus tatsächlichen Gründen bei der Gemeinde zu belassen“, erklärte Menebröcker.

Wenn es auch keine lange Diskussion zu diesem Thema gab, wollte Thomas Kötterheinrich ( SPD ) doch nicht auf den Hinweis verzichten, dass die SPD bei der Entscheidung, wer Kooperationspartner werden sollte, gegen das Diakonische Werk gestimmt habe. Dass die Gemeinde nun Träger sei, könne nur eine Übergangslösung sein. Kötterheinrich regte an, Gespräche mit dem DRK aufzunehmen, das sich damals auch um die Kooperation bemüht hatte.

In diesem Schuljahr bleibt es bei der Gemeinde als Träger, sie wird später über ihre Erfahrungen berichten. Dann muss gegebenenfalls neu entschieden werden.

Um die Ganztagsgrundschule ging es auch in zwei weiteren Tagesordnungspunkten. Die Grünen hatten beantragt, den Elternbeitrag zu streichen. Familienfreundlichkeit und die Vorbildfunktion der Gemeinde sind dafür die Hauptgründe. Über diesen Antrag wurde nicht abgestimmt, er wird in das Gesamtpaket aufgenommen, das die Fraktionen zur Familienpolitik schnüren wollen.

Die Tendenz im Fachausschuss war allerdings eher negativ. Einen Vergleich mit anderen europäischen Ländern ließ der Bürgermeister nicht gelten, denn dort gebe es auch andere Steuersysteme. Nach dem Motto „Was nix kostet, ist auch nix“ habe er erhebliche Bedenken. Er würde es für ein falsches Signal für die Ganztagsschule halten.

Das sah auch Thomas Kötterheinrich so. Zudem verwies er auf die Sozialstaffelung bei den Elternbeiträgen. Der Schuss könnte nach hinten los gehen, fügte der Ausschussvorsitzende Hendrik Lotz (FDP) hinzu. Zudem würde sich die Gruppenstruktur ändern. Bei der Anmeldezahl von 50 Kindern könne der Beitrag zudem wohl kaum ein Grund sein, ein Kind nicht anzumelden.

Es sei Ziel, ein Signal zu setzen und zudem auch Eltern den Übergang in die Berufstätigkeit zu erleichtern, argumentierte Gudrun Hansen-Gödecke (Grüne). Sie war allerdings auch damit einverstanden, dass dieser Antrag einfließt in das Gesamtpaket Familienpolitik.

„Kein Kind ohne Mahlzeit“ war der dritte Tagesordnungspunkt, bei dem es um die Ganztagsschule ging.

Dabei geht es um Kinder, die in der Ganztagsschule nicht am Mittagessen teilnehmen – oft aus finanziellen Gründen. Hier will das Land einen Zuschuss gewähren. In Ladbergen sind es sechs Kinder, die sich nicht an der Mahlzeit beteiligen. Die Bedürftigkeit muss noch geprüft werden. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, einen Zuschussantrag beim Land zu stellen.

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