Ladbergen
Plädoyer für Kommunikation

Mittwoch, 19.05.2010, 20:05 Uhr

Ladbergen - Mit dem Thema „ Glaubwürdigkeit der Kirche“ ließen sich die Teilnehmer des jüngsten Männerfrühstücks im „Gasthaus zur Post“ keine leicht verdauliche Kost servieren. Intensiv und engagiert diskutierten die 30 interessierten Männer nach einer gemütlichen Frühstücksrunde die aktuelle Problematik.

Einleitende Kurzreferate von Superintendent Hans Werner Schneider , Pfarrer Jörg Winkelströter (evangelische Kirchengemeinde Ladbergen) und Pater Hans-Michael Hürter (katholische Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen) skizzierten die Vielschichtigkeit der Problematik vor dem Hintergrund auch der bekannt gewordenen Fälle sexueller Gewalt. Sie unterstrichen die große Bedeutung des Wertes Glaubwürdigkeit in Verbindung mit den Werten Vertrauen und Ehrlichkeit in einer sich rasant verändernden, von den Medien stark geprägten Gesellschaft.

Wie eng ist die Glaubwürdigkeit der Kirche an sich mit der Glaubwürdigkeit des Klerus verknüpft? Ist der Grund für die Enttäuschung vieler Menschen in der Diskrepanz zwischen moralischem Anspruch der Kirchen und der Wirklichkeit im Fehlverhalten einzelner Kirchenvertreter zu sehen? Welche Ebenen müssen bei der Frage nach der Glaubwürdigkeit unterschieden werden?

Wolfgang Schoppenhorst moderierte die anschließende Diskussionsrunde: „Glaubwürdigkeit ist die neue Währung“, arbeiteten die Teilnehmer des Männerfrühstücks heraus. Den Kirchen komme dabei innerhalb der Gesellschaft eine ganz besondere Rolle zu. Umso sensibler müsse der Umgang mit den Fällen sexueller Gewalt gestaltet werden, unter der die Betroffenen ihr ganzes Leben lang leiden. Schonungslose Offenheit im Umgang mit dem Fehlverhalten, Transparenz und eine neue Diskussionskultur seien gefordert, um die Glaubwürdigkeit der Institution Kirche zu erhalten, auch wenn die Enttäuschung über das Verhalten einiger Kirchenvertreter in vielen Teilen der Bevölkerung groß ist.

„Die Basis der Kirche selbst ist durch die augenblickliche öffentliche Auseinandersetzung noch nicht in Frage gestellt“, so die Überzeugung der Teilnehmer des Männerfrühstücks. Wichtig sei, die Krise als Chance für grundlegende Reformen zu begreifen, um dauerhaft die Glaubwürdigkeit zu erhalten, die viele Menschen im Bedürfnis nach Sicherheit und Verlässlichkeit von den Kirchen erwarten.

Eine Schlüsselrolle spiele dabei die Öffentlichkeitsarbeit: Kirche braucht Öffentlichkeit, Kirche und Kommunikation gehören zusammen - im offenen Umgang mit den Medien aber seien Verantwortung und Respekt gefordert.

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