Ladbergen
Hopfen und Malz erleichtern Balz

Sonntag, 17.10.2010, 23:10 Uhr

Ladbergen - Zwei Stunden beste Unterhaltung hatten die „Weibsbilder“ aus der Eifel angekündigt - und sie hatten keineswegs zu viel versprochen. Nach 120 Minuten tobte das Publikum am Freitagabend im voll besetzten evangelischen Gemeindehaus, denn was die weit gereisten Kabarettistinnen Anke Brausch und Claudia Thiel zu ihrem Gastspiel nach Ladbergen gebracht hatten, war Comedy vom Feinsten. Geschmacklich verfeinert mit einem guten Schuss weiblicher Selbstironie und gewürzt mit haarscharfen Beobachtungen aus dem „richtigen Leben“. Da brauchte es kein Vorgeplänkel, keine lange „Aufwärmphase“ - unversehens fanden sich die Kabarettbesucher im ersten und einzigen Ladberger „Singletreff“ wieder. Mittendrin im „prallen Leben“ der beiden unfreiwillig „unbemannten“ Protagonistinnen, die auf der kleinen Bühne im Gemeindehaus immer ganz „nah dran“ waren an ihrem Publikum, das übrigens zu mehr als 90 Prozent aus Frauen bestand.

Lediglich einige unerschrockene „Altargeschenke“, wie die „Weibsbilder“ Ehemänner zu betiteln pflegten, und die fleißige Herrentruppe von „Nu män tou“, die für die Versorgung des „Singletreffs“ mit Getränken verantwortlich zeichnete, wagten sich in die weiblich dominierte Single-Höhle der Comedy-Löwinnen, um sie auf ihrer Suche nach den passenden Partnern, sei es nun „Hans-Hermann“ oder ein anderes williges Exemplar der Gattung Mann, zu begleiten. Ein Riesenspaß von der ersten bis zur letzten Minute des „Weibsbilder“-Auftritts.

Singles hatten die wandlungsfähigen Kabarettistinnen nämlich reichlich mitgebracht. „Es gibt sie doch heute in allen Pflegestufen“, belehrten die „Weibsbilder“ ihr Publikum und blieben den „Praxistest“ auch nicht schuldig. Im Lachmuskel strapazierenden Parforce-Ritt ging es durch die bizarre Single-Szene: Darf es die 4711- oder eher die 0815-Dame sein? Fällt die Wahl auf Anke, die „Frau von Welt aus der Eifel“, die mit ihren Kontaktanzeigen so gar kein Glück zu haben scheint? Oder vielleicht doch eher Claudia, die zwar nur durch Naivität glänzt, aber dafür mit weiblichen Rundungen gesegnet ist? Wie wäre es mit Tineke, der pubertierenden Göre, die für ihre Mutter einen „Macker“ sucht, am besten mit dickem Portemonnaie? Zu vergeben ist auch noch Gundula, die für ihr männliches Pendant nur noch nicht die richtigen Schwingungen geortet hat. Da ist aber auch noch die putzende Diva auf dem Weg zum „Kasting mit dat Klums Heidi“ für „Germany next Top-Moppel“, die von ganz besonderen Erfahrungen mit moderner Unterwäsche zu berichten weiß. Während sich das Publikum schon vor Lachen biegt, werfen sich die „Weibsbilder“ gekonnt weiter die Worte wie Spielbälle zu, immer bissig und punktgenau: Ist denn der Ehestand vielleicht gar kein erstrebenswerter „Zustand“, denn hier müsse den Männern - meist ohne Aussicht auf Erfolg - der Unterschied zwischen Wäschetonne und Fußboden klar gemacht werden. Sollte „frau“ da doch besser auf einen „Tagesabschnittsgefährten“ setzen? Genau: Der Klügere „kippt nach“ getreu dem Motto: „Hopfen und Malz erleichtern die Balz“.

Auch musikalisch sind die „Weibsbilder“ aus der Eifel stark: begeistert klatscht das Publikum mit bei den rockenden, und auch am Ende des Programms immer noch „unbemannten“ Single-Frauen. „Super“ findet die Ladberger Single-Fan-Gemeinde, erklatscht noch eine musikalische Zugabe und wünscht sich nur eines: Ein baldiges Wiedersehen mit den Eifeler „Weibsbildern“ in Ladbergen.

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