Ladbergen
Sturzkarren und Selbstbinder

Freitag, 13.05.2011, 21:05 Uhr

ladbergen - Der Heimatverein Ladbergen vergrößert seine Ausstellungsfläche. Rund 160 Quadratmeter misst die neue Museumsscheune auf dem Gelände des Heimatmuseums, Hof Jasper-Hildebrand. Am Sonntag, 15. Mai, wird das überwiegend in Eigenleistung renovierte Gebäude offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Die Scheune bietet ausreichend Platz, um historische landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge angemessen zu präsentieren. Da gibt es etwa eine Kartoffelsortiermaschine, einen Selbstbinder , eine Schrotmühle, ein Amboss, verschiedene Rechen sowie hölzerne Transportfahrzeuge. Jedes Exponat ist mit Namen versehen: auf Hochdeutsch, Plattdeutsch, Niederländisch und Englisch. „Hier kommen ja immer eine Menge Leute rum, von überall her“, lacht Heimatvereinsvorsitzender Heinz Lagemann .

Auf die plattdeutsche Beschriftung legt er besonders Wert: „Wir wollen der Nachwelt Brauchtum und Arbeitsweise der früheren Landwirtschaft erklären.“ Viele Mitglieder des Heimatvereins sind dafür prädestiniert: „Wir haben doch früher selbst noch mit den Maschinen gearbeitet“, sagt Lagemann.

Auch ein Leichenwagen steht in der Ausstellung - auf plattdeutsch „Kiekenwagen“. Die Vereinsmitglieder bieten Interessenten Führungen auf dem gesamten Museumsgelände an, „auf Wunsch auch auf Platt.“

Die Scheune haben die Mitglieder größtenteils in Eigenleistung renoviert. Das sind viele Stunden ehrenamtlich geleistete Arbeit. Die Mitglieder mauerten Wände, setzten Fenster ein und deckten das Dach. Nach Feierabend und Samstagsnachmittags trafen sich die engagierten Heimatfreunde und legten sich mächtig ins Zeug. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

Stolz ist Lagemann auch darauf, „dass die Eröffnung pünktlich zum 60-jährigen Bestehen des Heimatmuseums gelingt.“

Die Gründung des Museums geht auf die 1000-Jahr-Feier Ladbergens im Jahre 1950 zurück. Damals hatte der Heimatverein eine Ausstellung in der Dorfschule auf die Beine gestellt. Um die Präsentation zu erhalten, entschieden sich die damaligen Verantwortlichen, ein Museum ins Leben zu rufen: Im Mai 1951 eröffnete das Heimatmuseum in der Lönsheide. Seit 2002 ist das Museum auf dem Hof „Jasper-Hildebrand“ zu Hause.

„Alle drei Jahre kommt in Vereinsleistung etwas Neues dazu“, freut sich Lagemann. Im Jahr 2005 erweiterte sich das Ausstellungsareal um eine Bleichhütte und einen Glockenturm. 2008 wurde das Spritzenhaus eröffnet. Und jetzt die Scheune. Bleibt die Frage, was für das Jahr 2014 in Angriff genommen wird ?

Heinz Lagemann lacht ein verschmitzt in sich hinein. Es scheint bald so als wenn er und seine Gruppe schon etwas Konkretes im Visier haben. Verraten wollen sie nichts, doch soviel ist sicher, der Heimatverein setzt sich immer wieder neue Ziele. Er hat die Perspektive nach vorn gerichtet und verliert dabei die Vergangenheit nicht aus dem Blick.

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