Ladbergen
Taxibus nimmt Fahrt auf

Donnerstag, 29.09.2011, 22:09 Uhr

Ladbergen - Aus der Not eine Tugend gemacht, das ist die Geschichte des Taxibusses (T 50), der in der Nacht von Freitag auf Samstag seine Fahrt aufnimmt. In den Worten von Bürgermeister Udo Decker-König ist der T 50 „ein Lückenschluss in der Verkehrsversorgung der Ladberger.“

Zum Hintergrund: Durch die Freigabe der Kreisstraße K1n vor einigen Monaten veränderte sich die Streckenführung des Direktbusses (D 50). Ladbergen geriet ins Abseits, die Regionalverkehr Münsterland (RVM) strich die Ladberger Haltestelle „Abzweig Grevener Straße“ aus dem Fahrplan. Der neue Weg über den Autobahnzubringer dient vor allem dazu, Passagiere zwischen dem Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) und Münster schnell zu befördern. Damit ging den Ladbergern aber eine wichtige Verbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verloren. Berufspendler und „Nachtschwärmer“, die nach Münster und zurück wollten, hatten das Nachsehen. Politik und Verwaltung der Kommune zogen an einem Strang und stellten in Gesprächen mit FMO und RVM die Anbindung auf neue Füße.

Zum offiziellen Start des neuen Taxibusses trafen sich jetzt alle Verantwortlichen am Bussteig am FMO.

Michael Klüppels, Leiter des RVM-Verkehrsmanagements, verweist auf die finanziellen Vorteile der Fahrtwunsch-Anmeldung: „Es entstehen nur Kosten, wenn Fahrgäste vorhanden sind.“ Der neue Taxibus fährt immer in Verbindung an den Direktbus. Am FMO gewährt die RVM eine Anschlussgarantie an den D 50. Falls eines der Fahrzeuge einmal nicht rechtzeitig ankommen sollte. „Dann bringt das Taxi die Kunden bis ans Ziel, die RVM übernimmt hierfür die Rechnung“, verspricht Klüppels.

Wer von Ladbergen den Taxibus Richtung FMO nutzen will, muss die Fahrt vorher telefonisch bestellen. Von Münster über den FMO kommend übernimmt diese Aufgabe der jeweilige Fahrer des D 50.

„Der neue Taxibus in Verbindung mit dem Direktbus bietet bis spät in die Nacht Verbindungen zwischen Münster und Ladbergen“, ist Bürgermeister Decker-König zuversichtlich, dass das Angebot auf reges Interesse stoßen wird.

Zumal die neue Anbindung jetzt sogar bis in den Ortskern, Haltestelle Christiäner, geht. „Das ist eine enorme Verbesserung“, stellt Jörg Berlemann, Fraktionssprecher der Bündnisgrünen im Ladberger Rat und selbst regelmäßiger Nutzer des ÖPNV auf der Strecke Ladbergen-Münster, heraus.

Die Fahrten des Taxibusses übernimmt im übrigen das Ladberger Unternehmen Osterhaus. „Damit bleibt die Wertschöpfung in Ladbergen“, bilanziert Decker-König einen zusätzlichen Pluspunkt.

Auf Wunsch bietet das Unternehmen auch die Weiterfahrt von der Haltestelle bis nach Hause an. „Dann stellen wir aber das Taxameter an“, sagt Manfred Osterhaus.

Während des Treffens am FMO lobten alle Beteiligten die gute und effektive Zusammenarbeit miteinander. Ein Fahrschein Ladbergen- FMO kostet 2,40 Euro. „Für eine reguläre Taxifahrt vom FMO zum Abzweig Grevener Straße zahlt man um die 7,50 Euro, das sind bis in den Ortskern sicherlich über zehn Euro“, sagt Jörg Berlemann. Das wird nun mit dem Taxibus weitaus günstiger. Der Fahrzeug bietet Platz für acht Gäste.

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