Bündnisgrüne üben Kritik
Bäume illegal gefällt

Ladbergen -

Wenn man seit kurzem die Lengericher Straße befährt, kann man den Eindruck gewinnen, dass hier ein Holzfällerwettbewerb stattgefunden hat, schreiben die Ladberger Grünen in einer Pressemitteilung. Einige Bäumen sind widerrechtlich der Säge zum Opfer gefallen.

Samstag, 14.04.2012, 12:04 Uhr

Bündnisgrüne üben Kritik : Bäume illegal gefällt
22 Bäume sind auf dem Grundstück an der Lengericher Straße gefällt worden, obwohl im Bebauungsplan ein Erhaltungsgebot festgeschrieben ist. Die Stümpfe lassen erkennen, dass viele Stämme von innen bereits hohl waren. Foto: Karin C. Punghorst

Die Baumfällarbeiten an der Lengericher Straße fallen sofort ins Auge. In drei Bereichen, von Lengerich kommend auf der rechten Straßenseite, gab es Rodungen. Erstens auf dem Gelände der Spedition Nosta, zweitens in Höhe der Hausnummer 15 und drittens in unmittelbarer Nähe des Kreisels im Zuge der Modernisierungsmaßnahme am Penny-Mark.

„Wenn man seit kurzem die Lengericher Straße befährt, kann man den Eindruck gewinnen, dass hier ein Holzfällerwettbewerb stattgefunden hat“, kommentieren die Ladberger Bündnisgrünen das Erscheinungsbild in einer Pressemitteilung.

Und weiter: „Sind die Baumfällaktionen bei Nosta und am Penny-Markt durch mehrheitliche Ratsbeschlüsse und entsprechende Bebauungsplanänderungen gedeckt, so ist die Fällaktion an der Fußgängerbrücke illegal vorgenommen worden. Laut gültigem Bebauungsplan bestand dort ganz bewusst für die Baumreihen ein Erhaltungsgebot, das nicht eingehalten wurde und es ist auch keine Ausnahmegenehmigung durch die Gemeinde oder andere Behörden erteilt worden.“

Die vorhandenen, schützenswerten bis zu 100-jährigen Eichen sollten eine Trennlinie zwischen dem angrenzenden Wohngebiet und der Lengericher Straße bilden. So sehr die Grünen bereits die legalen Fällaktionen bedauern, so empört sind sie über die nach ihrer Ansicht illegale Aktion. Deshalb erwarten sie, dass behördlich gegen die durchgeführten Maßnahmen vorgegangen wird. Nach Paragraf 213 des Baugesetzbuches könne für rechtswidrig entfernte Bäume ein Bußgeld von bis zu 10 000 Euro verhängt werden.

Außerdem verlangen die Grünen eine Wiederaufforstung der Fläche oder eine Änderung des Bebauungsplans und einen entsprechenden ökologischen Ausgleich auf Kosten des Eigentümers der Fläche, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Um Sachlichkeit bemüht verweist Bürgermeister Udo Decker-König indes darauf, „dass die ersten Bäume im Jahr 2009 aus Sicherheitsgründen gefällt wurden.“ Der Eigentümer des Grundstücks hat sich damals im Rathaus gemeldet. Schon öfters seien dicke Äste und Baumstämme Wind und Wetter zum Oper gefallen. Die Feuerwehr sei mehrmals im Einsatz gewesen, um das umgekippte Gehölz zu bergen. Die Verwaltung hat damals den ersten Fällarbeiten nicht widersprochen, trotz des im Bebauungsplans festgeschriebenen Erhaltungsgebots. „Ich kann mich da nicht rausreden. Die Bäume hätten so nicht gefällt werden dürfen. Ich trage dafür die Verantwortung.“

Im Zuge der Arbeiten sei indes erkennbar geworden, dass etliche Bäume im Innern hohl und morsch waren. Der schlechte Zustand der Bäume sei auch jetzt noch an den Stümpfen erkennbar.

Das sieht Jörg Berlemann, anders: „Ich sehe das als Vorwand an“, sagt der Fraktionssprecher der Bündnisgrünen. Die Bäume seien überwiegend gesund gewesen.

Nachdem die ersten Bäume gefällt waren, habe ein Fachmann den Grundstückseigentümern geraten, auch die verbliebenen aus Sicherheitsgründen zu entfernen. Das Wurzelwerk sei nicht stabil genug. 22 Bäume seien so letztendlich gefällt worden, überwiegend Eichen.

In unmittelbarer Nähe der gerodeten Fläche Richtung Norden entsteht zurzeit ein Stadthaus in zweigeschössiger Bauweise. Bauherr ist das Unternehmen Rehkopf, das die Fläche erworben hat. Ausdrücklich weist der Investor darauf hin, dass die nicht genehmigten Rodungsarbeiten nicht auf seinem Grundstück erfolgt sind.

Die Verwaltung habe indes Kontakt mit den Eigentümern des betroffenen Grundstücks aufgenommen. Udo Decker-König verweist darauf, dass Ausgleichsbepflanzungen unter Einbeziehung der zuständigen Unteren Landschaftsbehörde erfolgen müssen.

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