Ausschuss will mehr Infos zum Autobahn-Ausbau
Lärmschutz ist Thema Nummer eins

Ladbergen -

Mit großem Interesse studieren Ladberger Bürger die Pläne für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn 1. Auch in den politischen Gremien wird das Thema diskutiert. Wichtigstes Thema: Lärmschutz.

Freitag, 07.09.2012, 06:09 Uhr

Die Autobahn 1 soll auf sechs Spuren ausgebaut werden. Zwischen der Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal und Lengerich. Dazu kann Ladbergen Stellung nehmen.

Zwölf Brücken sind zu erneuern. Der Rastplatz „Aabach“ entfällt. Zwischen der Brücke Ladberger Mühlenbach und dem „Espenhof“ ist eine acht Meter hohe Lärmschutzwand erforderlich. Zusätzlich ist auf diesem Abschnitt „Flüsterasphalt“ vorgesehen. Am Campingplatz „Buddenkuhle“ sehen die Planer des Landesbetriebs Straßen. NRW einen sechs Meter hohen Lärmschutzwall vor.

Aus den Unterlagen geht ferner hervor, dass für die Straßen Waldweg und Am Hasenkamp trotz aktiver Schallschutzmaßnahmen nachts Grenzwert-Überschreitungen auftreten. Bewohner von 46 Häusern haben beispielsweise Anspruch auf Schallschutzfenster. Ferner haben 56 Gebäude im Außenbereich Anspruch auf passiven Schallschutz.

Die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in Natur und Landschaft erfolgen in Westerkappeln. Bis zum 5. Oktober soll die Gemeinde Ladbergen eine Stellungnahme abgeben.

Das kommt den Mitgliedern des Autobahn-, Flughafen- und Umweltausschusses ein wenig eilig vor. Schließlich, so lautet am Mittwochabend die Kritik in der Runde, basieren die Pläne auf Zahlen aus dem Jahr 2007.

Die von der Verwaltung vorgelegte Stellungnahme erscheint dem Ausschussvorsitzenden Klaus Buddemeier ein wenig dünn: „Da muss noch etwas kommen.“ Weil die Informationen neu sind, befassen sich erst die Fraktionen damit. Am 18. September tagt der Ausschuss erneut und will dann dem Rat eine Stellungnahme empfehlen. Noch bis zum 28. September liegen die Pläne öffentlich aus.

Am Donnerstag informierten zwei Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau NRW die Ladberger Bürger über den sechsspurigen Ausbau. Zeichnungen, Landkarten und Skizzen lagen ausgebreitet auf den Tischen im kleinen Sitzungssaal. Peter Wiesch und Josef Kreilmann gaben Rede und Antwort. Wenn gewünscht, wurden Planungsunterlagen auch kopiert und konnten mit nach Hause genommen werden. „Das Interesse ist vorhanden, wir haben gut zu tun“, sagt Peter Wiesch.

Einer, der mehr erfahren möchte über den Ausbau, ist Ortslandwirt Jochen Stiepermann. Ihm geht es, wie den meisten Besuchern gestern Morgen, um zwei Themen: Lärmschutz und Flächeninanspruchnahme. Stiepermann ist direkt betroffen, sein Betrieb liegt im Ortsteil Wester. Von Peter Wiesch und Josef Kreilkamp erfährt er, dass er für die Zeit der Bauarbeiten neben der generell benötigten Fläche, Land für einen Arbeitsstreifen zur Verfügung stellen muss. Dass die Autobahn ausgebaut wird, ist für Jochen Stiepermann völlig klar, „die Notwendigkeit sehe ich ein.“

Wann es mit dem Ausbau losgeht, ist allerdings noch offen. Seit einigen Monaten läuft das Planfeststellungsverfahren. Expertenangaben zufolge dauert so ein Verfahren in der Regel zwei Jahre.

Wer den Sprechtag von Straßen.NRW versäumt hat, kann sich bei der Regionalniederlassung Münsterland in Coesfeld (' 0 25 41/742-204 und -106) um einen Termin bemühen.

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