Rainer Schepper und Enkel Sebastian Lambers
Zeichen gegen Gewalt setzen

Ladbergen -

Sie wollen ein Zeichen gegen Gewalt jeglicher Art setzen: Rainer Schepper und sein Enkel Sebastian Lambers. Mit der Lesung „Ich war ein Deserteur. Reminiszenzen aus dem Jahre 1954“ kommen die beiden nun nach Ladbergen. Karten für die Veranstaltung am 16. Mai in der „Alten Mühle“ sind an der Abendkasse erhältlich.

Mittwoch, 08.05.2013, 07:05 Uhr

Eine Lesung mit eindringlicher Musikuntermalung erwartet die Besucher der „Alten Mühle“ in Ladbergen am Donnerstag, 16. Mai. Dann werden Rainer Schepper und sein Enkel Sebastian Lambers-Schepper erwartet, um ein Zeichen zu setzen gegen jede Form von Gewalt, heißt es in einer Ankündigung der Veranstalter.

Anlässlich des Jahrestages der Gesamtkapitulation am 8. Mai veranstaltet die Volkshochschule Lengerich gemeinsam mit dem Lesekult – einer Gruppe der Marketinginitiative „Nu män tou!“ – einen Leseabend der besonderen Güte. Rainer Schepper liest aus seinem Buch „Ich war Deserteur. Reminiszenzen aus dem Jahre 1945.“

Als 17-jähriger wurde Rainer Schepper im Januar 1945 einberufen und zum Einsatz gegen die bevorstehende Offensive der Roten Armee in den Osten abkommandiert. Sowjetische Panzeroffensive, Flüchtlingselend, Erfrierungen und eigene Flucht werden in seinem Werk geschildert. Nach Desertion, die als Versprengtsein getarnt wurde, folgte die Ausheilung in der Heimat. Aufatmen. Dann erneut der Marschbefehl nach Regensburg, zögerliche Reise auf Umwegen, es folgt Verhaftung durch die SS. Standgericht in Kassel, zum Glück kein Todesurteil – nach langer Verhandlung wird der junge Mann abkommandiert im Strafkommando nach Frankfurt am Main, kaserniert, erneut Desertion, von Nazi-Funktionären gestellt, nach deren Täuschung freigelassen. Die Besetzung Frankfurts verhilft zum Fußmarsch in die Heimat am Rhein entlang. Dieses Unternehmen war wieder gekennzeichnet von Hunger, Gefahr, Todesgefahr und Todesangst. In einem Bericht, der unter die Haut geht, spiegelt der Autor sehr anschaulich, wie junge Menschen noch in den letzten Kriegstagen gegen ihren Willen zu dem immer auswegloser werdenden Morden eingezogen wurden und wie unter den jungen Menschen diese Situation erlebt und ausgehalten wurde.

Eine Lesung eines Zeitzeugen, zu der es sich zu kommen lohnt, sind sich die Organisatoren der VHS sicher.

Bereits bei Lesungen in Münster wurde der nunmehr 86-jährige Zeitzeuge von seinem Enkel Sebastian Lambers begleitet, der Saal platzte aus allen Nähten. Der Lehramtsstudent und Musiker wird mit seinem Schlagzeug die Lesung musikalisch mitgestalten. Seit 2003 ist er Schüler von Ben Bönniger und interpretiert die Lesung seines Großvaters auf eine interessante Art und Weise, eben so, wie die junge Generation sich diese Situation vorstellen, die Schilderung miterleben und miterleiden kann.

Eine Lesung, die sicherlich alle Generationen anspricht und auf vielen Ebenen anzurühren verspricht, schreibt die VHS in ihrer Mitteilung weiter.

Die Lesung findet am Donnerstag, 16. Mai, um 19.30 Uhr in der alten Mühle in Ladbergen statt. Karten können an der Abendkasse in Höhe von acht Euro und ermäßigt fünf Euro erworben werden.

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