Bernd Rosenkranz weiß, was Jungen brauchen, um glücklich zu sein
Der schwere Weg zum Mann

Ladbergen -

Dass es Unterschiede in der Entwicklung von Mädchen und Jungen gibt, dürfte bekannt sein. Bernd Rosenkranz ist es wichtig, Eltern für die geschlechtsspezifische Entwicklung des männlichen Nachwuchses zu sensibilisieren und ihnen Hilfestellung zu geben. Der Fachmann von der Erziehungsberatungsstelle Lengerich referierte im DRK-Kindergarten.

Mittwoch, 16.10.2013, 18:10 Uhr

Dass aus ihrem Kind einmal ein glücklicher Erwachsener wird, wünschen sich alle Eltern. Dass es große Unterschiede in der Entwicklung von Mädchen und Jungen gibt, die sich auch auf die Erziehung auswirken, hat die Wissenschaft längst festgestellt. Aber ist es auch allen Erziehungsberechtigten bewusst?

Die Verantwortlichen des Ladberger Familienzentrums hatten Bernd Rosenkranz eingeladen, am Dienstagabend zum Thema „Jungen – was sie brauchen, um glücklich zu sein“ zu referieren. Elsbeth Holtkamp-Haarlammert, die Leiterin der Einrichtung, und Conny Wehnert-Schmitz begrüßten den Fachmann von der Erziehungsberatungsstelle Lengerich im DRK-Kindergarten.

Wie der Referent anmerkte, waren seine auf Statistiken basierenden Ausführungen durchaus geeignet, Eltern und Pädagogen „etwas Furcht einzuflößen“. Bernd Rosenkranz riet den Zuhörern jedoch, die Informationen nicht „überzudramatisieren.“ Er erklärte, mit seinem Vortrag lediglich an der Oberfläche des Themas „kratzen“ zu können. Gerne sei er bereit, in weiteren Veranstaltungen zielgerichteter zu referieren.

Wichtig sei es ihm, so der Redner, Eltern und Erzieher des männlichen Nachwuchses für eine geschlechtsspezifische Entwicklung zu sensibilisieren.

Jungen seien körperlich labiler und hinkten in der Entwicklung den Mädchen in der Regel hinterher, erklärte Rosenkranz angesichts seines Datenmaterials zur Lebenssituation der Sprösslinge. Bis zum Eintritt in die Schule könne deren Entwicklung verzögert sein. Das könne sogar bis zum zehnten Schuljahr anhalten.

„Wir Männer haben aber den Vorteil, das sich das später wieder ausgleicht,“ so der Referent. „Junge sein und Mann werden ist schwieriger, als viele Experten lange dachten.“

Auch die Gehirnleistungen seien bei heranwachsenden Mädchen und Jungen unterschiedlich. So habe die männliche Spezies im Kindesalter aufgrund der Aktivität in den Hirnhälften andere Fähigkeiten und Schwächen als die Mädchen.

Weitere Beeinflussungen seinen der Psyche zu schulden. Der Dynamik in der Pubertät, in der auch das Sexualhormon Testosteron eine große Rolle spiele, dürfe zudem nicht unterschätzt werden. „Bis die Jungen ihre eigene männliche Identität entwickeln, ist körperlich wie auch psychisch so einiges passiert“, versicherte der Referent.

Gegen Ende der Veranstaltung lud der Soziologe noch zur Diskussion über Problemlösungen ein.

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