An Halloween erwachen diesmal auch im Heidedorf die Monster/Pfarrer sehen es gelassen
Zwischen Grusel und Besinnlichkeit

Ladbergen -

Zum ersten Mal, so die Veranstalter, findet in diesem Jahr auch in Ladbergen eine Grusel-Party zu Halloween statt. Die Vertreter beider Konfessionen – die Pfarrer Ingo Göldner und Karl Jasbinschek – sehen die „Modeerscheinung, die aus den USA herübergeschwappt ist“, eher gelassen.

Freitag, 25.10.2013, 19:10 Uhr

Halloween “: Ein Stichwort, bei dem die einen glänzende Augen und die anderen das Grauen bekommen. Partystimmung gegen kopfschüttelnde Gläubige. Während feierfreudige Menschen die Nacht als willkommenen Anlass für verrückte Verkleidungen und Spaß sehen, betrachten viele Christen das Treiben in der Nacht vor Allerheiligen mit Skepsis, wenn nicht sogar mit Widerwillen.

Thomas Rahmeier dürfte zu denjenigen gehören, die auf Vergnügen setzen. Der für die Abteilung „Events / Veranstaltungen“ in der Lönshalle verantwortliche Mann organisiert gemeinsam mit seinem Team zum ersten Mal eine Halloween-Party in Ladbergen . Sie soll am Donnerstag, 31. Oktober, über die Bühne gehen.

„Diese in unserer Region wohl einmalige Grusel-Party wird ein Mega-Spaß für jeden“, ist sich Rahmeier sicher. „Nichts ist gewöhnlich an diesem Abend, der Gruselfaktor ist hoch“, verspricht er. Schon beim Einlass zum Event, der sich an Leute „Ü 20 bis Ü 50“ richtet, soll jeder Gast, der kostümiert erscheint, einen Gratis-Grusel-Cocktail bekommen. Das beste Kostüm wollen die Party-Macher gegen 21.30 Uhr prämieren. DJ Case wird für heiße Rhythmen sorgen.

„Wir freuen uns auf alle Singles, Paare, Clubs, Gruppen und Vereine, die gemeinsam Halloween feiern wollen“, versichert Thomas Rahmeier. Anmeldungen zum Event sind auf Facebook möglich (loenshalle sport & eventcenter).

Für Pfarrer Ingo Göldner von der evangelischen Kirchengemeinde Ladbergen ist ein solches Halloween-Treiben „eine Modeerscheinung, die aus den USA herübergeschwappt ist. Das hört eines Tages auf“. Wie es jenseits des großen Teichs zugeht, weiß der Geistliche aus eigener Anschauung, da er lange Zeit in den Vereinigten Staaten gelebt hat. „Dort ist Halloween eine Alternative zum hiesigen Fasching. Die ,Trick or Treat’-Aktionen der Kinder (‚Streich oder Leckerbissen‘) sind harmlos“ berichtet er.

Vielen Menschen hierzulande, so der Pfarrer weiter, sei offenbar der Sinn von Allerheiligen – des christlichen Festes, an dem am 1. November „aller Heiligen“ gedacht wird – nicht mehr bewusst. „Wir laden jeden am Abend vor Allerheiligen, dem 31. Oktober, um 18 Uhr zu einem Info-Gottesdienst mit Chor und Luther-Bonbons ein“, erklärt Ingo Göldner. Das sind orangefarbene Bonbons mit Luthers Konterfei, mit denen die Kirche verlorenen Boden zurückgewinnen und gleich beides bieten will: „Süßes und Saures“. Die Leckerei soll zeigen, dass der Reformationstag Anlass zur Freude ist.

Im Gegensatz zu manchen Geistlichen, die befürchten, dass die christlichen Feste zum Reformationstag und Allerheiligen neben in erster Linie kommerziellen Veranstaltungen wie Halloween untergehen könnten, sieht Pfarrer Karl Jasbinschek von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Nils Stensen die Angelegenheit eher entspannt. „Das ist wie Karneval und nicht meine Welt“, stellt er klar. Mit stillen Feiertagen wie Allerheiligen habe Halloween rein gar nichts zu tun.

Es sei nicht Sache der Kirche, Halloween zu bewerten, erklärt der Geistliche weiter. „Wer als Erwachsener an Partys und Verkleiden Spaß hat, der soll es tun“, so Jasbinschek, für den das Spiel um „Trick or Treat“ ohnehin in erster Linie eine liebevolle Erpressung von Kindern ist. „Und denen will ich es gerne gönnen“, versichert der Pfarrer.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1998262?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F1782640%2F2130927%2F
Nachrichten-Ticker