Erfolgreicher Sturm auf das Rathaus
Nar r en übernehmen die Macht

Ladbergen -

Mit Äxten, Hämmern, Reisigbesen und einem Megafon ausgestattet nähere sich gestern ein „Stoßtrupp“ dem Rathaus. Doch keine Angst: Es handelte sich nur um eine närrische Delegation, die mit dem (Schein-)Angriff auf das Verwaltungsgebäude die Karnevalssession 2013/2014 einläutete.

Montag, 11.11.2013, 19:11 Uhr

Das Heidedorf schreibt den 11. November. Es ist 11 Uhr. Das Rathaus ruht still im leichten Nebel. Klammheimlich nähern sich vier Männer. Erkennungsmerkmal: Knallgrüne Schals. Mit Leitkegeln sperren sie die Treppe zum Eingang. Hämmer und Äxte werden ausgepackt. Dann schallt ein Megafon: „Zehn, neun, acht . . .“. Der Countdown zur Machtübernahme im Rathaus, zu der der „Stoßtrupp a.V.“ auch an diesem 11. im 11. angetreten ist, beginnt.

Gemessenen Schrittes erstürmen Helmut Haarlammert, Heinz und Reinhard Kemper sowie Hartwig Pruin, die gemeinsam den „Stoßtrupp“ bilden, über den Seiteneingang das Verwaltungsgebäude. Im Foyer stoßen sie auf massiven Widerstand. Bürgermeister Udo Decker-König und sein allgemeiner Vertreter Ingo Kielmann haben eine Security-Truppe aufgestellt. Ohne Personenkontrolle und Leibesvisitation kommt keiner rein.

Dann haben es die Jecken geschafft. Der Bürgermeister rückt den Rathausschlüssel raus, die Machtübernahme durch den „Stoßtrupp“ wird dokumentiert, die elf närrischen Gebote (die mit denen des Vorjahres weitgehend identisch sind) werden verlesen. Klar, dass „Karnevalsmuffel, Motzer, Jammerer und Besserwisser“ bis Rosenmontag Urlaub nehmen und am besten nicht wiederkommen sollen. Das Zählen von Geld im Rathaus soll unterbleiben, „weil ohnehin nichts da ist“.

Apropos Rosenmontag: Der findet im kommenden Jahr am 3. 3. statt und ist entgegen der mutmaßlichen Meinung so manches Karnevalisten kein gesetzlicher Feiertag . Nichtsdestotrotz hoffen die Mannen des „Stoßtrupp“ natürlich auf eine rege Teilnahme am Rosenmontagszug.

Dieser – es ist der achte im Ort – steht unter dem Motto „Ladbergen – alles oder nichts“. Er soll möglichst alle Bürger und auch auswärtige Gäste ansprechen und „zum Feiern und Spaß haben“ verleiten, so die Initiatoren.

Übrigens: Sollte sich jemand fragen, warum der „Stoßtrupp“ zu Beginn der Rathauserstürmung die Treppe ausgerechnet mit Leitkegeln gesperrt hatte, so gaben die Akteure selbst der Verwaltungs-Security und ihrem Chef die Antwort: „Nachdem Udo Decker-König bis zum 30. November sein Rücktrittsgesuch beim Kreis einreichen will (WN berichteten), haben wir doch eindeutig eine Baustelle im Rathaus. Wir müssen einen neuen Bürgermeister wählen“.

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