„Snow Business“ macht Geschäfte mit Schnee
Weiße Pracht aus Ladbergen

Ladbergen -

Lucien Stephenson bezeichnet sich selbst als „Schneemann“. Ein ungewöhnlicher Beruf, doch die Geschäfte seiner Firma „Snow Business“ laufen offenbar gut. Tätig ist das Unternehmen international und nicht zuletzt für die Filmbranche.

Montag, 06.01.2014, 06:01 Uhr

40 Säcke voller Schnee für einen Kunden in Berlin? Für Lucien Stephenson kein Problem. Eine kleine Dose Schnee für Omas Tannenbaum? Auch die schickt der Mann gern auf die Reise. Schließlich ist Stephenson nach eigener Auskunft „ Schneemann “ von Beruf und lässt die weißen Flocken in Ladbergen ebenso gern tanzen wie in China, Chile und Georgien.

Studiert hat der Geschäftsführer des Unternehmens „Snow Business“ das Fach „European Business“. Während des Studiums hat er bei einer englischen Firma gleichen Namens ein wenig geschnuppert und sich dabei offenbar mit dem Schnee-Virus infiziert.

Vor rund zehn Jahren baute Lucien Stephenson zunächst in Lotte einen eigenen Betrieb auf, zog dann nach Ladbergen um. In seiner Halle am Huckrieden Esch 9 stehen Schnee- und Wachsschmelzmaschinen sowie vieles mehr, was der Fachmann zum Schneemachen in aller Herren Länder braucht.

Nachdem Lucien Stephensons Künste schon bei der Produktion etlicher Hollywood-Filme gefragt waren – der Experte: „Wir setzen Illusionen um“ –, kommt nun bald ein neuer Film in die deutschen Kinos, bei dem die Schneemänner aus Ladbergen mitgewirkt haben: „Die Bücherdiebin“ unter der Regie von Brian Percival. Der Start des Dramas mit Sophie Nélisse, Geoffrey Rush , Emily Watson und anderen Schauspielgrößen ist für den 13. März vorgesehen.

Die Story: Im Zweiten Weltkrieg wird die Familie Meminger auseinandergerissen. Die neunjährige Tochter Liesel (Sophie Nélisse) wird in München von Pflegeeltern (Geoffrey Rush und Emily Watson) aufgenommen, die auch den jungen Juden Max (Ben Schnetzer) versteckt halten. Dieser lehrt Liesel das Lesen und begeistert sie für Literatur. Bald flüchtet sich das Kind in die Geschichten ihrer Bücher, um Bombardierungen und die Deportationen der Juden zu verdrängen. Als ihr der Lesestoff ausgeht, stiehlt sie Bücher und entreißt Werke bei Bücherverbrennungen heimlich dem Feuer.

„Der Umgang mit den anderen Beteiligten am Set ist meist sehr entspannt, die Arbeitstage sind oft lang“, verrät Lucien Stephenson. Um zwei Uhr morgens aufstehen, um eine verschneite Landschaft zu bauen, 14 Stunden im Regen zu stehen – für den Ladberger Schneemann und dessen Crew ist das nicht ungewöhnlich. Obwohl: „Ich stehe selbst gar nicht gern am Set“, gibt Stephenson zu. Viel lieber kümmere er sich um die Logistik, darum, dass alles Material zur rechten Zeit am rechten Ort sei.

Wie zum Beispiel 20 „Eisklötze“, die schon am nächsten Tag in Polen sein müssen. „Wir lassen uns gern von unseren Kunden fordern. Ein ,Nein’ gibt es nicht. Anstrengende Kunden sind für mich die besten“, versichert der Firmenchef, der auch Expansionspläne in der Schublade hat. So sollen „in absehbarer Zeit“ zwei neue Leute für den Vertrieb in Ladbergen eingestellt werden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2140746?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F2583001%2F2583016%2F
Dauerbrenner im Nachtleben schließt
Gerald Wissel beendet die Geschichte des Nachtclubs am Roggenmarkt, für den der Elefant als Namenspate stand.
Nachrichten-Ticker