Körung bei Züchterin Angelika Freitag
Seidige Wolle der Alpakas ist begehrt

Ladbergen -

Was für ein friedliches Bild: Unter rosa blühenden Obstbäumen grast eine Herde Alpakas, ihr Fell glänzt in der Frühlingssonne. Für diesen Anblick muss man keineswegs nach Südamerika reisen, sondern nur zur Alpaka-Farm von Dr. Angelika Freitag nach Ladbergen. Dort fand am Samstag die Alpaka-Körung statt.

Sonntag, 13.04.2014, 21:04 Uhr

Preisrichterin Mary-Joe Smith und ihr Kollege Jay Holland sind dafür aus England angereist. Gerade prüfen sie das Gebiss der tragenden Alpaka-Stute Soraya. Diese ist nicht sehr begeistert, besonders, als die beiden Experten auch noch sanft ihr Fell am Bauch abtasten. Soraya schnauft und spuckt um sich, doch die beiden reden beruhigend auf das Tier ein. Huacaya-Alpaka-Stute Suri nimmt`s hingegen gelassen. Mit wachen Augen, die unter ihrem schokobraunen Fell hervorblitzen, beobachtet sie das Treiben und lässt die Fellbewertung ruhig über sich ergehen.

„Einmal im Leben wird ein Tier einer solchen Körung unterzogen,“ erklärt Angelika Freitag . „Neben Körperbau und Zähnen ist natürlich die Faser des Fells wichtig. 50 Prozent der Punkte werden dafür vergeben.“ Es gibt Listen mit farbigen Markierungen von Rosa bis Gelb. „Gelb steht für sehr gut, bei Rot würde ich den Besitzern eher abgeraten, zu züchten, Blau ist Mittelmaß“, so Freitag weiter.

Alpakawolle ist etwas ganz besonderes. Sie ist äußerst seidig und extrem belastbar. Die Stoffe können auch bei hohen Temperaturen gewaschen werden, ohne zu verfilzen. Bettwaren aus Alpaka-Wolle sind temperaturausgleichend, leicht und milbenfrei.

Zusätzlich zur „Körung“ werden jedes Jahr die Fasereigenschaften aller Alpakas aus der Ladberger Zucht in einem zertifizierten Labor gemessen, um die Verarbeitung und die Zucht weiter zu optimieren.

„Als ich zum ersten Mal das weiche Fell eines Alpakas unter meinen Händen gespürt habe, war es um mich geschehen“, schwärmt die erfolgreiche Züchterin. „Wenn ich neue Tiere hinzukaufe, prüfe ich jedes Mal das Fell mit geschlossenen Augen und konzentriere mich nur auf die Sensorik meiner Hände.“

Die beiden Alpakastuten Soraya und Suri stehen längst wieder auf der Weide. Sie haben die Preisrichter überzeugt und werden von ihren Artgenossen neugierig beschnuppert.

Für das Team um Angelika Freitag geht es an diesem Wochenende noch nach Sonde/Ostfriesland und nach Wertherbruch bei Hamminkeln. Auch dort werden Alpakas einer Körung unterzogen.

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