Osterfeuer-Vorbereitung wird zum Abenteuer für Mensch und Hund
Alice im Karnickelbau

Ladbergen -

„Wo ist Alice?“ – Diese Frage bewegt nicht nur Schlagerfans seit vielen Jahren. Sie stellte sich auch zehn Ladbergern, die am Samstag mit der Vorbereitung eines Osterfeuers beschäftigt waren. Terrierdame Alice war plötzlich verschwunden. Wie sich herausstellte, steckte sie in einem Kaninchenbau fest. Die Rettungsaktion dauerte rund zwei Stunden.

Mittwoch, 23.04.2014, 04:04 Uhr

Es ist Ostersamstag. Wie in jedem Jahr an diesem Tag treffen sich rund zehn Männer, um gemeinsam Holz für ein Osterfeuer aufzuschichten. Am Ostersonntag wollen sie gemeinsam mit den Nachbarn, Freunden und Bekannten das traditionelle Feuer abbrennen und einen gemütlichen Abend verbringen. So, wie sie und zuvor ihre Eltern es seit Jahrzehnten zu tun pflegen. Diesmal jedoch soll der ruhige Tag eine besondere Dramatik bekommen.

Zunächst läuft alles nach Plan: Das Holz wird zusammengetragen und aufgeschichtet. Nach getaner Arbeit gibt es einen Feierabendschluck. Alle schicken sich an, nach Hause zu gehen. Da wird der Ruf laut: „Wo ist eigentlich Alice?“.

Wie Eckhard Kipp , einer der Beteiligten, berichtet, war neben den etwa zehn Männern diesmal auch eine Terrierdame am Schauplatz des Geschehens zugegen gewesen. „Die Betonung liegt auf ,war’, so der Augenzeuge, „denn das Tier der Gattung Jack Russel war plötzlich weg“.

Die Frage blieb: „Wo ist Alice?“. Kollektives Rufen und Suchen hatte keinen Erfolg. Die Hündin blieb wie vom Erdboden verschluckt.

Plötzlich rief einer der Suchenden: „Ich höre sie. Sie steckt hier in diesem Karnickelloch!“

Tatsächlich! Jetzt bemerkten die anderen es auch. Der Karnickelbau hatte mehrere Aus- beziehungsweise Eingänge. Aus jedem von ihnen waren ein leises Winseln und gelegentliches Kläffen zu vernehmen. Das Problem: Der Fundort liegt in einer mit hohen Bäumen bewachsenen Böschung, die zu einer tiefer gelegenen Wiese führt.

Was nun? Zehn Männer waren vor Ort, sechs Schaufeln schnell beschafft. Gute Ratschläge hatte mancher zur Hand. Verschiedene Meinungen prallten aufeinander. Schließlich begann man zu graben. Mal hier, mal da, und immer tiefer.

Kurz darauf stand fest: die Schaufeln reichen nicht aus. Mit Hilfe einer herbeigeschafften Motorsäge wurden hinderliche Baumwurzeln durchtrennt.

Aus der anfänglichen Gelassenheit der Männer nach dem Motto „das kleine Tier haben wir schnell befreit“ wurde Skepsis. „Alle hatten plötzlich ernste Gesichtszüge, zumal ein Bellen schon längere Zeit nicht mehr zu hören war“, berichtet Eckhard Kipp.

Die Plackerei ging weiter: Mit Hilfe eines Radladers wurde eine gut sechs Meter hohe Tanne samt Wurzelwerk vorsichtig aus der Erde gezogen. Die Zugänge zur Höhle durften schließlich dabei nicht verschüttet werden.

Dann, endlich, war es soweit: Nach rund zwei Stunden harter Arbeit zogen die Helfer „Alice“ aus dem Erdloch. Der Terrier war „etwas außer Atem und mörderdreckig“, aber ansonsten hatte die Hundedame das Abenteuer offenbar unversehrt überstanden. Die Erleichterung über den glücklichen Ausgang dieser Rettungsaktion stand nicht nur dem „Hundevater“ ins Gesicht geschrieben.

„Alice“ allerdings soll mit ihrer Rettung gar nicht so zufrieden gewesen sein: „Sie wollte gleich wieder zurück in den Bau“, berichtet Kipp.

Mit einer zünftigen „Bergungsfete“ wollen sich die Besitzer in den nächsten Tagen bei den vielen freiwilligen Helfern bedanken. Klar, dass „Alice“ bei dieser Aktion dann auch wieder dabei sein dürfte.

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