Dr. Angelika Freitag kennt sich aus mit wolligen Vierbeinern
„Bei Alpakas zählt die Qualität“

Ladbergen -

Wer durch das Heidedorf fährt, kommt vielleicht auch an einer Weide vorbei, auf der viel Alpakas stehen. Sie gehören zur Herde von Dr. Angelika Freitag. Die Ladbergerin hat 2002 mit der Zucht dieser wolligen Vierbeiner begonnen.

Samstag, 18.10.2014, 04:10 Uhr

Bin ich nicht hübsch? Alpakas sind nicht nur der Wolle wegen beliebt.
Bin ich nicht hübsch? Alpakas sind nicht nur der Wolle wegen beliebt. Foto: Sigmar Teuber

Wenn Dr. Angelika Freitag zur Ruhe kommen will, geht sie auf die Weide. Dort stehen rund 200 Tiere, die nicht nur bildhübsch sind. Sie strahlen auch eine Ruhe aus, die ansteckend ist. Ihnen zuzuschauen, lässt auch den Betrachter innehalten.

Angelika Freitag genießt das Zusammensein mit ihren Tieren nicht nur der Ruhe wegen. „Es ist wichtig, die Alpakas zu beobachten, um zu erkennen, ob es ihnen gut geht und in der Herde alles in Ordnung ist“, erklärt die Ladbergerin, die 2002 mit der Zucht dieser Vierbeiner begonnen hat. Auf einer Landwirtschaftsausstellung kamen sie und ihre Familie, die bis dahin erfolgreich Pferde gezüchtet hatte, in Kontakt mit dieser Spezies.

Am Anfang ihrer „Karriere“ als Alpakazüchterin musste die studierte Ärztin eine Menge Lehrgeld bezahlen. „Vielen Menschen wird versprochen, dass sie mit der Zucht von Alpakas und der Verwertung der Wolle schnell viel Geld verdienen könnten. Ihnen werden oft minderwertige Tiere teuer verkauft. Das ist auch uns passiert“, berichtet Angelika Freitag.

Die Anfangsschwierigkeiten sind längst überwunden, die Ladbergerin wurde zur Spezialistin – und macht sich oft unbeliebt. „So mancher, der mir angeblich tolle Tiere anbietet, mag es nicht, wenn ich dann kritisch frage, wie es denn mit der Qualität der Wolle, mit aussagekräftigen Messwerten aussieht“, sagt die Züchterin. Die seien nämlich entscheidend.

Was zu beachten ist, hat Angelika Freitag in vielen Jahren herausgefunden. 2007 gründete sie den Geschäftsbereich „Alpaca Royal Fiber“, der sich auf die Herstellung exklusiver Bettwaren spezialisierte. 2008 gelang ihr dann endlich nach eigenen Worten die Herstellung „feinster Garne“, die unter dem Namen „Angels Fiber“ angeboten werden.

„Es waren viele Überredungskünste nötig, um eine Spinnerei zu finden, die Alpaka-Wolle verarbeitet“, erinnert sich Angelika Freitag. Außerdem müssten mindestens 30 Kilogramm Wolle zusammenkommen, damit es sich lohne, die Maschinen anzuwerfen.

„Im Jahr 2010 haben wir damit begonnen, professionell zu weben. Das führte dazu, dass wir 2001 zum ersten Mal feinste Alpakafaser der Qualitäten ,Baby’ und ,Royal’ aufkaufen mussten, da trotz Anwachsens unserer Herde die Faser für die vielfältigen Verwendungszwecke nicht mehr ausreichte“, sagt Angelika Freitag.

Zurzeit, so die Züchterin weiter, würden exklusive Stoffe und Decken hergestellt. Bald sollen weitere Alpaka-Produkte dazukommen. „Sie alle werden in Deutschland von Meistern ihres Fachs hergestellt. Mit Hilfe einer Designerin und einer Schneidermeisterin können wir jetzt Kleidung individuell entwerfen und fertigen lassen.

Dabei handelt es sich ausschließlich um hochwertige und luxuriöse Unikate“, sagt Freitag, die es bei Stoffen und Kleidung ebenso halten will wie mit ihren Tieren: „Nicht die Menge, sonder die Qualität zählt“, sagt sie. „Haltung und Pflege der Alpakas sind so teuer, dass dabei eben nur teure Produkte herauskommen können.“ Die Abnehmer dafür will die Ladbergerin in Düsseldorf und anderswo längst gefunden haben.

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