Sia Korthaus über den Hochzeitsstress
Warum denn heiraten?

Ladbergen -

Gewisse Vorlieben hat jeder. Ob für eine bestimmte Musikrichtung, Genres im Film und Fernsehen oder für eine spezielle Automarke. Sia Korthaus, am Donnerstag auf der Kulturbühne zu Gast, berichtete von ganz anderen Sympathien und Antipathien. Von Hochzeitsfeiern mit unvermeidlichen Junggesellinnenabschied, der unerschrockenen Großmutter und von Bonusheften mit Treuepunkten.

Samstag, 15.11.2014, 09:11 Uhr

Wenn geheiratet wird, kann es jede Menge Aufregung geben. Den Hochzeitsstress beleuchtete Sia Korthaus von der kabarettistischen Seite.
Wenn geheiratet wird, kann es jede Menge Aufregung geben. Den Hochzeitsstress beleuchtete Sia Korthaus von der kabarettistischen Seite. Foto: Anne Reinker

Neugierig auf die „ Vorlieben “, so das gleichnamige Programm der Sängerin und Schauspielerin Korthaus , war das Ladberger Publikum schon vorab. Das zeigten zumindest die über 60 Besucher, die bei „Buddemeiers“ voller Erwartung auf einen unterhaltsamen Abend waren.

Wie ein Wolf im Schafspelz kam sie daher. Im langen rosafarbenen Brautjungfernkleid machte sie noch einen harmlosen Eindruck. Doch mit Ablegen des „Kunstfaserfummels“ wurde aus Sia Korthaus ein Hochzeitsschreck, der den Dämon in der Schwiegermutter erkennt und der bevorstehenden Trauung ihrer Freundin Wally mit bösem Misstrauen begegnet. „Warum denn heiraten, kauf‘ Dir doch einen Hund, der hat weniger Haare auf dem Rücken“, so der – vermutlich gut gemeinte – Rat. Doch für die Freundin tut man bekanntlich alles. Auch am Hochzeitstag in den Supermarkt sprinten, um nach Passieren der Fisch- und Fleischtheke als Herausforderung das Bonusheft in ein Messerset auszutauschen. Dass man dabei noch der typischen Reihenhaus-Bio-Mutti mit linksdrehender Hippie-Kultur begegnet, scheint unvermeidlich.

Dass der Junggesellinnenabschied mit rosa Playboy-Öhrchen und BSE („Bier, Schnaps und Eierlikör“) schließlich mit einer guten Portion Restalkohol vor dem Standesamt endet, amüsierte die Zuschauer sichtlich. Vor allem den spritzigen Wortwechseln zwischen Wally und ihrem Michael, die Sia Korthaus als „Integrationsbeauftragte“ gekonnt in wunderbar bayrischen und kölsche Dialekte verpackte, verfolgten die Besucher mit Humor und anerkennendem Applaus.

Auch Oma „Emmy“, die über die verflossenen Ehemänner und Liebhaber philosophiert, kam an. Nicht nur damit bewies Sia Korthaus ihre Wandlungsfähigkeit. Mit mehreren melancholisch angehauchten Gesangsbeiträgen zeigte sie, dass sie nicht nur auf den Comedy-Bühnen unterwegs ist. Doch in diesem Bereich gefiel sie dem Ladberger Publikum am besten, das auch nach der Pause glänzender Stimmung war.

Die große Feier mit einem Hochzeitsbuffet, das man mit seinem eigenen persönlichen Gewissen vereinbaren muss und einer Liebeserklärung der Bayerin Wally an ihrem „kölsche“ Michael – übersetzt von Sia Korthaus mittels Tapetenrollen-Erklärung – füllten den zweiten Teil. Mehrere Zugaben wurden vom Publikum gefordert und von der Künstlerin gerne erfüllt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2875698?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F2583001%2F4849479%2F
Preußens Remis gegen Großaspach ist eine gefühlte Niederlage
Fußball: 3. Liga: Preußens Remis gegen Großaspach ist eine gefühlte Niederlage
Nachrichten-Ticker