Gespräche über die Zukunft des Waldsees
Badespaß auch 2015?

Ladbergen -

Der Waldsee ist im Gespräch. Wird 2015 dort gebadet werden? Wie geht es weiter mit dem Rettungsdienst? Viele Fragen sind offen. Pächter und Verwaltung wollen sich darüber unterhalten.

Dienstag, 25.11.2014, 03:11 Uhr

Still ruht der (Wald-)See: So weit soll es nach Auskunft von Ulrich Haarlammert nicht kommen. Wie er berichtet, soll der Badebetrieb auch 2015 aufrechterhalten werden. Wie das funktionieren kann und wer den Wachdienst übernimmt, darüber muss aber offenbar noch viel diskutiert werden.
Still ruht der (Wald-)See: So weit soll es nach Auskunft von Ulrich Haarlammert nicht kommen. Wie er berichtet, soll der Badebetrieb auch 2015 aufrechterhalten werden. Wie das funktionieren kann und wer den Wachdienst übernimmt, darüber muss aber offenbar noch viel diskutiert werden. Foto: Detlef Dowidat

„Wie geht es eigentlich im kommenden Jahr am Waldsee weiter? Darf man da wieder schwimmen?“ – Als kürzlich eine Ladbergerin Bürgermeister Udo Decker-König diese Frage stellte, hatte der Verwaltungschef darauf keine definitive Antwort parat. Pächter Ulrich Haarlammert wolle den Betrieb wohl aufrechterhalten, beschied er der Fragestellerin. Auch die Camper auf dem nahe gelegenen Platz wüssten das kühle Nass zu schätzen.

Die Westfälischen Nachrichten haben die Frage der Heidedörflerin an Ulrich Haarlammert weitergereicht. Der glaubt: „Auch 2015 werden Interessierte im Waldsee schwimmen dürfen“. Gleichwohl werde es voraussichtlich Änderungen geben.

Rückblick: Im Juli verkündet ein Schild über dem Eingang des Naturfreibades „Achtung. Kein öffentlicher Badebetrieb! Keine DLRG-Rettungswache vorhanden“. Die Männer der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft haben den Wachdienst offenbar gekündigt. Wie An­dreas Wilmer, erster Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Greven, damals erklärt, ist die Wachstation am See nicht für den Rettungsdienst nutzbar. Behelfslösungen seien auf Dauer nicht akzeptabel.

Ganz müssen Wasserratten dann doch nicht auf ihr Schwimmvergnügen verzichten. Ende Juli übernehmen Mitglieder des Wasser- und Freizeit-Vereins ( W+F ) Münster kurzfristig für rund drei Wochen den Wachdienst am Waldsee. Die, so Ulrich Haarlammert jetzt, könnten vielleicht auch im nächsten Sommer dafür sorgen, dass Menschen im Naturfreibad sicher schwimmen können.

Helmut Wilken, beim W+F für die Abteilung Wasserrettung zuständig, stellt das allerdings infrage. „Wir wissen zurzeit noch gar nicht, ob wir den Wachdienst am Waldsee übernehmen können“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Wasser- und Freizeit-Verein Münster habe viele anderweitige Verpflichtungen. „Wir führen zum Beispiel den Wachdienst in Saerbeck durch. Dafür nehmen sich unsere Mitglieder in ihrem Sommerurlaub Zeit. Das ist nicht grenzenlos ausbaubar“, so Wilken.

Haarlammert hält nicht hinter dem Berg damit, dass die Wachstation am Waldsee „nicht mehr zeitgemäß“ ist. Eine sichere Unterkunft für die Helfer sei dennoch gewährleistet, so der Pächter, der gemäß eines mit der Gemeinde Ladbergen geschlossenen Vertrages für eine funktionieren Rettungsdienst sorgen muss.

Wie es mit dem Waldsee im nächsten Jahr weitergeht, darüber wolle er sich mit den Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung unterhalten, berichtet Ulrich Haarlammert weiter. Ein Ortstermin, an dem unter anderem auch Vertreter von W+F teilnehmen wollen, soll nach seinen Worten morgen stattfinden. Überlegt werden soll dabei unter anderem, ob das Schwimmen im Waldsee weiterhin kostenlos sein soll.

„Seit rund zwölf Jahren ist die Nutzung des Sees kostenlos“, erinnert Haarlammert. Ex-Bürgermeister Wolfgang Menebröcker habe das damals so gewollt. „In Gesprächen hat sich aber gezeigt, dass viele Nutzer offenbar bereit sind, 1,50 Euro zu bezahlen“, sagt der Pächter. Dieses Geld könne dann in die Instandhaltung investiert werden. Entscheiden über einen Eintrittspreis müsse jedoch die Politik.

Bürgermeister Udo Decker-König bestätigt, dass die Gemeinde Ladbergen vor Jahren einen Pachtvertrag mit Haarlammert geschlossen hat. Dieser sei stillschweigend jeweils um ein Jahr verlängert worden. Der Deal: „Ulrich Haarlammert zahlt nichts, muss aber die Anlagen in Ordnung halten und für den Wachdienst sorgen.“

Um diese Punkte soll es nach den Worten des Bürgermeisters auch am Mittwoch vordringlich gehen. Der Ausgang der Gespräche sei zurzeit „völlig offen“, so der Verwaltungschef. Davon, dass der Badebetrieb auch 2015 möglich sein wird, geht Udo Decker-König allerdings aus.

Viele Nutzer des Waldsees sind bereit, 1,50 Euro Eintritt zu bezahlen.

Ulrich Haarlammert
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