Grüne plädieren für Freifunk in Ladbergen
„Wir verschlafen sonst die Zukunft“

Ladbergen -

Mit freiem WLAN, so die Grünen, wollten viele Kommunen ihre Innenstädte attraktiver machen. Meist aber kosteten kommerzielle Systeme viel Geld und verursachten hohe laufende Kosten. Statt mit teuren kommerziellen Anbietern zu arbeiten, wollten die Ortsvereins-Mitglieder herausfinden, ob Freifunk eine Alternative ist. Als Referenten hatten sie Hermann Stubbe vom Verein „Freifunk“ Kreis Steinfurt eingeladen.

Mittwoch, 08.06.2016, 05:06 Uhr

Halten Freifunk für eine gute Sache: Jörg Berlemann (links) und Karin Rahmeier vom Ortsverband Ladbergen der Grünen begrüßten Referent Hermann Stubbe bei Buddemeier.
Halten Freifunk für eine gute Sache: Jörg Berlemann (links) und Karin Rahmeier vom Ortsverband Ladbergen der Grünen begrüßten Referent Hermann Stubbe bei Buddemeier. Foto: Anne Reinker

Üblicherweise werden Besucher bei Veranstaltungen darum gebeten, ihre Mobiltelefone auszuschalten. Beim Vortrag von Hermann Stubbe am Montagabend bei Buddemeier ist es umgekehrt. Kein Wunder: Spielen doch Smartphones beim Thema Freifunk , um das es geht, eine wesentliche Rolle. Die Mitglieder des Grünen-Ortsverbandes Ladbergen haben alle Interessierten eingeladen, sich mit dieser Möglichkeit des Internetzugangs zu beschäftigen.

Mit freiem WLAN, so hatten die Grünen in ihrer Einladung geschrieben, wollten viele Kommunen ihre Innenstädte attraktiver machen. Meist aber kosteten kommerzielle Systeme viel Geld und verursachten hohe laufende Kosten. „Statt mit teuren kommerziellen Anbietern zu arbeiten, wollen wir herausfinden, ob Freifunk eine Alternative ist“, hatte Karin Rahmeier erklärt.

Referent Hermann Stubbe vom Verein „Freifunk“ Kreis Steinfurt und Kreisvorsitzender der Grünen sieht in der Möglichkeit, sich überall im Ort freien Zugang zum Internet schaffen zu können, nur Positives. „Viele können sich nicht vorstellen, dass es so einfach ist“, sagt er. Der Zugang basiere auf einem barrierefreien Netz. Lediglich eine relativ günstige Hardware – laut Stubbe ab zwanzig Euro zu bekommen – sei notwendig. „Die Geräte erkennen sich gegenseitig und lassen ein frei zugängliches WLAN-Netz entstehen.“

Im Münsterland, so Hermann Stubbe, gebe es etwa 2500 „Freifunkknoten“. Um Ladbergen innerorts abzudecken, seien etwa hundert Geräte erforderlich, schätzt der Referent. Die Funkreichweite der einzelnen Stationen betrage bei den kostengünstigsten Geräten bis zu hundert Meter. Voraussetzung: ein Internetzugang und Stromversorgung. „Es gibt keine technischen Probleme“, versichert Hermann Stubbe. Auch in Hinblick auf die Rechtssicherheit sehe er keine Schwierigkeiten.

Diese Auffassung teilen offenbar auch die Mitglieder des „Förderverein Freie Netzwerke“ in Berlin. Laut einer Info auf der Homepage des Vereins sind die verwendeten WLAN-Funkfrequenzen explizit für die öffentliche Nutzung ausgewiesen. „Die Europäische Kommission empfiehlt außerdem, öffentliche Breitbanddienste in Europa zu fördern. Es ist keine Registrierung notwendig. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand wird bei nicht kommerzieller Nutzung gegen keinerlei geltendes Recht verstoßen“, heißt es.

Die Vorteile eines Freifunk-Netzes liegen für Hermann Stubbe klar auf der Hand. „Es ist politisch wichtig, da die Innenstädte aufgewertet werden.“ Durch das Angebot des frei zugänglichen Netzes könnten Ladenlokale und Hotels ihre Attraktivität steigern und eine Kundenbindung herstellen. „Die Internet-Möglichkeiten sind für viele ein Kriterium bei ihrer Wahl“, meint Herman Stubbe.

Wichtig sei der Freifunk aber auch für die Flüchtlingsunterkünfte und Behörden. Am Thema des öffentlichen, schnellen und gleichzeitig bequemen Internets käme man nicht vorbei, versichert der Referent. „Wir verschlafen sonst die Zukunft.“

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